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12.05.2011

09:56 Uhr

Politik-Rückkehr möglich

Seehofer stärkt Betrüger Guttenberg den Rücken

CSU-Chef Horst Seehofer hat Karl-Theodor zu Guttenberg den Rücken gestärkt, man solle „zu gegebener Zeit Gespräche führen, wie es weitergehen kann“. Auch weitere CSU-Politiker sprachen sich für eine Rückkehr aus.

CSU-Chef Seehofer steht weiter hinter zu Guttenberg. Quelle: dapd

CSU-Chef Seehofer steht weiter hinter zu Guttenberg.

BerlinTrotz des harten Urteils der Bayreuther Universität über die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg hat CSU-Chef Horst Seehofer dem Parteifreund den Rücken gestärkt. „Wir als CSU stehen zu Karl-Theodor zu Guttenberg“, sagte Seehofer am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Das Urteil der Bayreuther Kontrollkommission zur Plagiatsaffäre sei „mit Sicherheit belastend für die Familie, aber auch für uns als politische Freunde.“ Nach Worten des bayerischen Ministerpräsidenten wird die CSU aber nicht „die nächsten Monate ständige Begleitkommentare abgeben zu diesen Sachverhalten“. Man solle Guttenberg jetzt „zur Ruhe kommen lassen und dann zu gegebener Zeit - das wird eine gewisse Zeit dauern - einfach Gespräche führen, wie es denn insgesamt weitergehen kann“.

Auch weitere Politiker innerhalb der CSU halten die Rückkehr von zu Guttenberg (CSU) in die Politik für möglich. „Guttenberg hat selbstverständlich eine zweite Chance verdient“, sagte Finanz-Staatssekretär Hartmut Koschyk der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Donnerstag) aus Halle. „Denn er hat Fehlverhalten eingestanden und daraus Konsequenzen gezogen.“ Guttenberg habe sich „bereiterklärt, als Delegierter sowohl für den Bezirks- als auch für den Landesparteitag zur Verfügung zu stehen. Das ist für mich ein Signal, dass er die Brücken nicht abbrechen will“, sagte Koschyk, in dessen Wahlkreis Guttenbergs Universität Bayreuth liegt.

Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis sprach sich in der „Rhein-Zeitung“ für eine Rückkehr Guttenbergs aus.

Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ stehen mehrere CSU-Spitzenpolitiker weiter in Kontakt zu Guttenberg, darunter Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Guttenberg, so heißt es, sei angesichts der Plagiatsaffäre „nachdenklich“, aber „mental gut aufgestellt“.

Guttenberg hat in seiner Stellungnahme für den am Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht seiner Universität den Eindruck zu erwecken versucht, nicht vorsätzlich getäuscht zu haben. Er sprach von Fahrlässigkeit und Schlamperei in Folge von Dauerstress. Die Kommission kam dennoch zu dem Schluss, dass er die Standards wissenschaftlicher Arbeit grob verletzt und die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht hat.

Kommentare (6)

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Geheimrat

12.05.2011, 10:36 Uhr

Einer, der das Gesetz vertreten soll und betrügt,
ein Bischof, der die 10 Gebote vertreten soll und Administranten befummelt ,
ein Arzt, dem Kranke vertrauen möchten, der aber nur ans kassieren denkt,
darf nach einer Schamzeit weitermachen ?
ist es das, was Seehofer uns sagen will ?

Die CSU schafft sich ab.

Wone

12.05.2011, 11:04 Uhr

Seit Wir Merkle haben kommt die "DDR" zurück?

Hillert

12.05.2011, 15:31 Uhr

Sollen wir jetzt wirklich mit einem Comeback von KT rechnen? Wir haben das mal anhand der Konversationen im Social Web untersucht. Zur Zeit kommt wohl nicht nur Herr zu Guttenberg zur Ruhe, sondern auch seine Fans... http://blog.hillertundco.de/?p=1153

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