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30.09.2014

13:11 Uhr

Politiker in der Wirtschaft

Lindner verteidigt Bahrs Wechsel zur Allianz

ExklusivFDP-Chef Christian Lindner stellt sich hinter seinen politischen Freund und Partei-Kollegen: Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr wechsele nicht in die Wirtschaft wegen seiner Kontakte, sondern wegen seines Sachverstands.

2013 kämpfen sie noch gemeinsam erfolglos gegen den Absturz der FDP: Christian Lindner, damals noch stellvertretender Parteivorsitzender (links), und der damalige Gesundheitsminister Daniel Bahr. dpa

2013 kämpfen sie noch gemeinsam erfolglos gegen den Absturz der FDP: Christian Lindner, damals noch stellvertretender Parteivorsitzender (links), und der damalige Gesundheitsminister Daniel Bahr.

BerlinFDP-Chef Christian Lindner sieht nichts Anrüchiges im Wechsel des früheren Gesundheitsministers Daniel Bahr zur Allianz. „Im Unterschied zu anderen Politikern wurde Daniel Bahr nicht wegen seiner politischen Kontakte, sondern wegen seiner Kenntnisse als anerkannter Gesundheitsexperte an Bord geholt“, sagte Lindner dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Er habe ihm daher viel Erfolg gewünscht. Bahr wird im November zunächst Generalbevollmächtigter bei der Konzerntochter Allianz Private Krankenversicherung und soll dann später in den Vorstand aufrücken.

Der FDP-Politiker hatte als Minister einige Gesetze angestoßen, von denen die privaten Krankenversicherer profitierten. Lindner verteidigte das: „Ich halte die private Krankenversicherung für eine wichtige Säule, von deren Stabilität das gesamte Gesundheitswesen profitiert. Sich dafür einzusetzen ist nicht ehrenrührig.“

Noch im vergangenen Jahr hatte der damalige Gesundheitsminister Bahr sich noch selbst für seinen „Pflege-Bahr“ gelobt, eine Zusatz-Pflegeversicherung, die unter anderem die Allianz anbietet – sein neuer Arbeitgeber.

Daniel Bahr und Christian Lindner galten 2011 nach dem Abgang von Guido Westerwelle gemeinsam mit Philipp Rösler als die Hoffnungsträger der FDP, die beiden gelten als befreundet. Bahr selbst, der zuletzt für einen US-Think Tank gearbeitet hatte, bezeichnet seinen Wechsel in die Versicherungsbranche gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ als „logisch“ im Bezug auf seine beruflichen Werdegang.

Die Karenzzeit zwischen seinem Ausscheiden aus dem Berliner Ministeramt und dem Arbeitsbeginn bei der Allianz nannte er „hinreichend“.

Kommentare (5)

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Herr Werner Christian Wöhrle

30.09.2014, 11:45 Uhr

Jawoll, Herr Lindner, an dem Wechsel von dem Bahr zur Allianz ist natürlich nix anrüchig.

Bei der FastDreiProzent Partei war ja noch nie was anrüchig.

Die Tatsache, daß der Bahr in seiner Amtszeit der privaten Krankenversicherung den Allerwertesten hinten und vorne zugehalten hat, die ist nicht anrüchig.

Teppich-Niebel, der das Entwicklungsministerium abschaffen wollten wg. Kosten und dann dessen Minister wurde und den Apparat mit FDP Parteibuchinhabern weiter aufgebläht hat, der war nicht anrüchig.

Der aus dem Wasser gefischte Vorsitzende, der liefern wollte, aber außen Sprechblasen nix geliefert hat, war nicht anrüchig.

Steuersenkungen wurden versprochen, aber nur Hoteliers haben sie nach vorheriger Millionenspende an die Partei auch erhalten - natürlich nicht anrüchig.

Guido mit seinem Guidomobil entdeckte die spätrömische Dekadenz bei den Deutschen, aber nicht bei seiner Partei, natürlich nichts davon anrüchig.

Daß der Herr Lindner schon 2 Firmen, die von Steuergeld gepampert waren an die Wand gefahren hat - um Gottes willen - wie könnte sowas anrüchig sein?

Er macht jetzt halt so weiter, wie er es am besten kann, jetzt fährt er noch den Rest seiner Partei voll an die Wand, auch nicht anrüchig.

Nur mit den Steuergeldern klappt es nicht mehr so, wenn man aus den Parlamenten erst mal rausgeflogen ist, dann fließt einfach weniger Knete, weniger Stimmen, keine Diensträume mehr, keine Fraktionsgelder, etc. etc.

Die Spenden gehen dann auch zurück.

Das ist allerdings GARANTIERT NICHT ANRÜCHIG!!!

Herr Theo Gantenbein

30.09.2014, 12:17 Uhr

Was soll der Mann denn auch machen?

Die FDP ist tot und fällt als Arbeitgeber langfristig aus und von irgendwas muss Dirty-Dany ja auch leben.

Lindner wird bald das gleiche Problem haben, da die FDP in den letzten Zuckungen liegt. Er kann dann z.B. zum Deutschen Hotelverband oder in die Apothekerkammer wechseln. Für diese Leute hat die FDP Politik gemacht - echte Liberale wählen hingegen längst AfD.

VFR Pitter

30.09.2014, 12:24 Uhr

Unsere BRD (Bananen-Republik-Deutschland) macht ihrem Namen von Tag zu Tag Ehre

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