Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2015

14:31 Uhr

Politiker-Ranking

Flüchtlingskrise schadet Merkels Popularität

Angela Merkels Beliebtheit hat unter der aktuellen Flüchtlingskrise deutlich gelitten. In den vergangenen Jahren belegte sie stets den Spitzenplatz, doch nun rutschte die Kanzlerin auf der „Politikertreppe“ kräftig ab.

Merkels Image bei der deutschen Bevölkerung hat zuletzt deutlich gelitten. AFP

Umfragewerte

Merkels Image bei der deutschen Bevölkerung hat zuletzt deutlich gelitten.

BerlinDie Beliebtheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist in gleich mehreren Umfragen im Sinken begriffen. Auf der „Politikertreppe“ des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ musste die Kanzlerin erstmals in dieser Legislaturperiode den Spitzenplatz an einen Sozialdemokraten abgeben – und zwar an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Von ihm wollten 67 Prozent der Befragten, dass er künftig „eine wichtige Rolle“ spielt.

Merkel rutschte auf Rang vier - noch hinter Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU/Rang zwei) und Bundespräsident Joachim Gauck (Rang drei). Auf die Frage, ob die Kanzlerin auch künftig „eine wichtige Rolle“ spielen sollte, antworteten 63 Prozent der Interviewten mit Ja. Im Vergleich zur letzten Umfrage dieser Art im Juni verschlechterte sich ihr Wert damit um fünf Punkte.

Um gleich sieben Punkte zulegen konnte SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel (Rang fünf). Um jeweils sechs Punkte verbesserten sich CSU-Chef Horst Seehofer (Rang neun) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne/Rang elf). Klare Verliererin der Quartalsumfrage ist die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, die 5 Punkte einbüßt und auf Rang 15 landet.

Die Karriere der Angela Merkel

1991

Im Januar wird die Vizesprecherin der letzten DDR-Regierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) mit 35 Jahren Bundesministerin für Frauen und Jugend. Im Dezember wird sie stellvertretende Vorsitzende der CDU, der sie erst 1990 beigetreten war.

1994

Im November tritt sie das Amt der Bundesumweltministerin an.

1998

Nach verlorener Bundestagswahl wird sie im November CDU- Generalsekretärin unter Partei- und Fraktionschef Wolfgang Schäuble.

1999

Im Dezember fordert Merkel ihre Partei angesichts der Parteispendenaffäre auf, sich von Altkanzler Kohl zu lösen.

2000

Im April wird Merkel als Nachfolgerin des zurückgetretenen Schäuble zur Parteichefin gewählt. Sie ist die erste Frau an der CDU-Spitze.

2002

Im Januar verzichtet Merkel nach langem Tauziehen zugunsten von CSU-Chef Edmund Stoiber auf die Kanzlerkandidatur, im September gewinnt die rot-grüne Koalition knapp die Bundestagswahl. Merkel wird Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und bleibt dies bis 2005.

2005

Die SPD will die Bundestagswahl vorziehen, CDU und CSU bestimmen Merkel im Mai zur Kanzlerkandidatin. Bei der Wahl im September verpasst die Union den angestrebten Machtwechsel zu Schwarz-Gelb – doch im November wird Merkel als Bundeskanzlerin einer großen Koalition vereidigt. Sie ist die erste Frau im höchsten Regierungsamt und mit 51 Jahren die Jüngste als Kanzler.

2009

Bei der Bundestagswahl im September reicht es für ein schwarz- gelbes Bündnis. Im Oktober wird Merkel zum zweiten Mal zur Kanzlerin gewählt.

2010

Merkel setzt Christian Wulff als Bundespräsidenten-Kandidaten durch, nachdem Horst Köhler Ende Mai seinen Rücktritt erklärt hat.

Januar 2012

Als Wulff im Februar ebenfalls zurücktritt, stimmt Merkel dem Vorschlag von SPD, Grünen und FDP zu, Joachim Gauck als Kandidaten für das Präsidentenamt aufzustellen.

Dezember 2012

Im Dezember wird sie zum sechsten Mal als CDU-Vorsitzende bestätigt - mit knapp 98 Prozent, ihrem bisher besten Ergebnis.

2013

Bei der Bundestagswahl im September gewinnen CDU und CSU, aber der bisherige Partner FDP schafft es nicht mehr ins Parlament. Die Union bildet mit der SPD erneut eine große Koalition. Im Dezember wird Merkel zum dritten Mal Kanzlerin.

Auch im jüngsten ZDF-„Politbarometer“ war Merkel in einer Umfrage zu den wichtigsten Politikern auf Platz vier abgerutscht. Auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 kam sie dort auf einen Durchschnittswert von 1,9 - ihren schlechtesten Wert in dieser Legislaturperiode. Im aktuellen Wahltrend von „Stern“ und RTL büßte die Kanzlerin drei Punkte auf 49 Prozent ein und erzielte damit den niedrigsten Wert in diesem Jahr.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×