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03.03.2011

14:53 Uhr

Politische Zukunft

Seehofer liebäugelt mit Guttenberg als Nachfolger

Karl-Theodor zu Guttenberg hat noch eine große politische Zukunft vor sich. CSU-Chef Seehofer kann sich den Ex-Minister als Nachfolger vorstellen. Guttenberg selbst sagte, er wolle die CSU nicht im Stich lassen.

Guttenberg im Verteidigungsministerium in Berlin bei der Amtsübergabe: Große Karriere in Aussicht? Quelle: dpa

Guttenberg im Verteidigungsministerium in Berlin bei der Amtsübergabe: Große Karriere in Aussicht?

BerlinDer CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer, hält Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach einer Auszeit trotz der Plagiatsaffäre für einen möglichen Nachfolger. „Ich kann mir alles vorstellen“, sagte Seehofer am Donnerstag in Berlin auf die Frage, ob es aus seiner Sicht möglich sei, dass Guttenberg nach einer Zwischenzeit sein Nachfolger in einem der Ämter werden könne. „Ich möchte ein Wurzelgeflecht von Ausnahmepolitikern innerhalb der CSU.“ Dies habe er „nie unter dem Gesichtspunkt getan, wie steht's dann um die eigene Laufbahn“. Seehofer bezeichnete Guttenberg als einen der „genialsten Köpfe, die wir jemals hatten und haben“. Man könne doch nicht im Ernst bestreiten, dass er in seiner Minister-Funktion eine „gute, in manchen Bereichen sogar historische Arbeit abgeliefert“ habe.

Guttenberg will der Politik und seiner Partei verbunden bleiben. Mit Blick auf die Aufgabe seiner politischen Ämter teilte Guttenberg in einer persönlichen Erklärung mit: „Oberfranken werde ich aber nicht im Stich lassen. Ebenso wenig meine politische Heimat, die CSU.“ Sein Rückzug umfasse auch den CSU-Bezirksvorsitz. „Gleichzeitig bleibe ich aber fraglos ein politischer Mensch und will meiner Verantwortung für meine oberfränkische Heimat weiter mit den mir gegebenen Kräften nachkommen“, teilte Guttenberg mit. Er werde deshalb den Bürgern im Wahlkreis auf eigene Kosten bis 2013 ein Bürgerbüro mit einer Vollzeitkraft zur Verfügung stellen. „Das wird in Kulmbach sein“, bekräftigte eine Mitarbeiterin des bisherigen Wahlkreisbüros am Donnerstag. Guttenberg will sich zudem auch persönlich für Oberfranken einsetzen.

Den Rücktritt von seinen Ämtern bezeichnete Guttenberg als überaus schmerzlichen, aber gebotenen Entschluss. „Ich habe in den vergangenen zehn Jahren stets Wert darauf gelegt, meine Aufgaben mit dem denkbar höchsten Einsatz wahrzunehmen. (...) Wer allerdings aus bekannten Gründen mit seinem Engagement haushalten muss, kann diesem Anspruch nicht ausreichend gerecht werden und hat demzufolge auch die Verpflichtung, ein Mandat nicht lediglich als Karrieresteigbügel auf Steuerzahlerkosten zu behalten.“

Guttenberg (CSU) übergab inzwischen das Verteidigungsministerium an seinen Nachfolger Thomas de Maizière (CDU). Der Wechsel an der Ministeriumsspitze wurde am Donnerstagmittag mit militärischen Ehren vollzogen. Bei der feierlichen Zeremonie am Bendlerblock in Berlin schritten Guttenberg und de Maizière die Ehrenformation des Wachbataillons ab. Anschließend legten sie einen Kranz am Ehrenmal der Bundeswehr nieder. Zuvor hatte Guttenberg seine Entlassungsurkunde von Bundespräsident Christian Wulff erhalten. De Maizière erhielt gleichzeitig seine Ernennungsurkunde.

Seehofer zeigte sich zufrieden mit der Kabinettsumbildung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Bundesinnenministerium sei der CSU „auf den Leib geschnitten“. Mit Hans-Peter Friedrich sei auch „der richtige Mann“ für die Leitung des Ministeriums gefunden worden.

Guttenberg erhält Entlassungsurkunde

Video: Guttenberg erhält Entlassungsurkunde

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Kommentare (14)

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Account gelöscht!

03.03.2011, 13:49 Uhr

Helden leben länger! Legenden ewig!

LegEnde

03.03.2011, 13:58 Uhr

Eine Schande, daß die "Deutschen" Menschen nicht nach ihren Taten, sondern nur nach ihrem äußeren Schein bewerten.
Hoch lebe die Republik der Egomanen, Hochstapler und Blender!

Steuerzahler

03.03.2011, 14:10 Uhr

Lieber Herr Guttenberg,
Sie sind nicht wegen der Fehler in der Dissertation zum Rücktritt gedrängt worden, oder wegen der Plagiate. Dieses Manko hätte man Ihnen verziehen.
Sie sind zum Rücktritt gezwungen worden, weil Sie sich hingestellt und vor laufenden Kameras das Volk derart verarscht haben und behaupteten, nicht gewusst zu haben was Sie tun. Das ist nicht vor 5 oder 6 Jahren passiert sondern in der Zeit vom 18.2. bis 23.2.2011,
also hier und heute.
Das kann man nur mit Realitätsverlust entschuldigen und selbst in Ihrer Rücktrittsrede schafften Sie es nicht, die toten Soldaten ruhen zu lassen.
Deshalb sind Sie nicht mehr tragbar für öffentliche Ämter.

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