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01.03.2017

06:09 Uhr

Politischer Aschermittwoch

Klare Kante gegen Gegner und Parteifreunde

VonDaniel Delhaes

Der politische Aschermittwoch wird einen Vorgeschmack auf die Bundestagswahl geben: Es wird polarisiert, die Gegner schenken sich nichts. Die CSU gewährt mit ihrem Programm einen Einblick ins interne Machtgefüge.

Parteichef Horst Seehofer, wie hier 2014, wird auch in diesem Jahr in Passau im Mittelpunkt stehen. dpa

Tradition in Passau

Parteichef Horst Seehofer, wie hier 2014, wird auch in diesem Jahr in Passau im Mittelpunkt stehen.

PassauDie Dreiländerhalle in Passau ist in ein leuchtendes Blau und Weiß getaucht. Überall stehen lange Biertische, geschmückt mit blau-weißen Wimpeln, die in Bierkrügen stecken. Vor der großen Bühne steht ein Mann, der mit dem Mikrofon in der Hand seinen Text für den politischen Aschermittwoch probt. „Meine Damen und Herren, das war der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer.“

Dann legt der Moderator eine Kunstpause ein, weil an dieser Stelle Applaus vorgesehen ist. Sie viele Redner wie in diesem Jahr habe es noch nie bei einem politischen Aschermittwoch gegeben, redet er weiter. Währenddessen tanzen weiße und blaue Spotlichter durch die Halle und laute Musik sorgt mit südländischen Rhythmen für Partystimmung. „Hier ist das große Finale“, ruft der Moderator weiter und verliest den Slogan, der an der blauen Rückwand der Bühne prangt: „‘Klar für unser Land‘, das Motto im Wahljahr 2017.“ Dann ruft er CSU-Chef Horst Seehofer und die anderen Redner auf die Bühne.

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An diesem Dienstag aber kommt noch niemand. Seehofer, Innenminister Joachim Herrmann, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Manfred Weber, Chef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, bereiten sich selbst noch darauf vor, die Halle mit ihren Reden in ein großes Bierzelt zu verwandeln.

Nicht nur die Zahl der Redner wird in diesem Jahr einen Rekord für die CSU markieren. Auch einen vom Fernsehen gebuchten Moderator gab es noch nie bei einem Aschermittwoch der CSU, ebenso wenig Partymusik und Videofilme, die geplant sind. Amerikanische Verhältnisse ziehen auch ins tiefe Bayern ein. Die Partei muss sich mehr denn je neu erfinden, wo nicht nur die Union im Bund um die eigene Mehrheit bangen muss, sondern auch die Einheit von CDU und CSU angesichts der Flüchtlingskrise von der CSU aufs Spiel gesetzt wurde und die Regionalpartei selbst nicht mehr sicher sein kann, bei der Landtagswahl 2018 die absolute Mehrheit zu verteidigen.

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Noch vor einem Jahr war die politische Redeschlacht ausgefallen. Angesichts des schweren Zugunglücks in Bad Aibling, bei dem elf Menschen ums Leben kamen und etliche schwer verletzt wurden, hatte Seehofer den politischen Aschermittwoch kurzer Hand abgesagt und mit ihm auch alle anderen Parteien. Der Tag wäre einer mehr in der Abrechnung mit Kanzlerin Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik geworden. Dieses Jahr wird allein Innenminister Herrmann über die Sicherheit im Land reden, während sich Seehofer angesichts der nötigen Geschlossenheit von CDU und CSU weniger auf Merkel einschießen, sondern vielmehr den neuen Gegner vorknöpfen wird: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Im Jahr 2017 hat der Überraschungskandidat der Sozialdemokraten die politische Landschaft mächtig durcheinander gewirbelt. In Berlin fällt es angesichts der Polarisierung immer schwerer zu regieren. Vor allem aber Schulz sorgt angesichts des neuerlichen Höhenflugs der SPD in den Umfragen für große Unruhe im bürgerlichen Lager.

Kommentare (1)

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Novi Prinz

01.03.2017, 13:24 Uhr

Seehofers Aussage ; Angela Merkel ist "Beste" für Deutschland wurde in Passau seeehr verhalten mit Beifall bedacht.

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