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22.02.2012

14:08 Uhr

Politischer Aschermittwoch

Stoiber ist wieder da

VonDaniel Delhaes, Georg Watzlawek

Danach hat sich die Union lange gesehnt: Ein wortgewaltiger Politiker, der die deutsche Seele streichelt und Deutschlands Führungsrolle in Europa lobt. Stoiber feiert ein Comeback - ganz im Dienst einer großen Sache.

Der politische Aschermittwoch

Video: Der politische Aschermittwoch

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PassauDer Applaus für Horst Seehofer ist noch nicht verstummt, da branden in der Passauer Dreiländerhalle die ersten Sprechchöre auf: „Edmund! Edmund!“, rufen die rund 4000 Menschen an ihren Biertischen. Schilder schnellen in die Höhe: „Stoiber Superstar“, steht darauf. Dann tritt Stoiber ans Pult. „Ich kann festhalten: Die Südkurve, sie steht!“, ruft der bekennende Bayernfan Stoiber zurück. Die Masse johlt. Im Hintergrund wehen die bayerische Flagge, die deutsche und die der CSU. Das Sternenbanner der EU fehlt. Aber Stoiber steht hier auch nicht als EU-Beauftragter zum Bürokratieabbau. Der Ehrenvorsitzende der Europa-kritischen CSU testet heute seine Fähigkeit, noch einmal als Wahlkämpfer aufzutreten.

Stoiber zieht alle Register, feiert die CSU, Bayern, Deutschland. Aber am Ende konzentriert er die Heimatliebe auf einen einzigen Punkt, auf Europa. Deutschland müsse alles tun, um Europa in seiner jetzigen Form vor dem Auseinanderbrechen in der Finanzkrise retten - und nur Deutschland sei dazu in der Lage. "Angela Merkel ist Deutschland. Und Deutschland ist die Leadnation Europas." Stoiber betont, dass dies immer noch ein schwieriges Thema sei, aber nur Deutschland habe die wirtschaftliche Kraft und die politische Stabilität, Europa durch die Krise zu steuern.

Darauf haben Deutschlands gebeutelte Konservative lange gewartet. Der SPD, die Parteichef Sigmar Gabriel und den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude aufgeboten hat, stellt er an diesem politischen Aschermittwoch 2012 ohne Mühe in den Schatten.

Edmund Stoiber redet wie in seinen besten Zeiten. Nein, besser noch. Entspannt und locker steht er da oben, ohne den Druck, der ihn früher als Ministerpräsident quälte. Kein „Äh“, kein Stocken. Da oben steht ein souveräner, ein befreiter Stoiber. Einer, der kämpfen will für die CSU – im Landtagswahlkampf 2013, wenn es gegen die SPD und deren Spitzenkandidaten, den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude geht.

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

22.02.2012, 14:33 Uhr

Wie? War er weg?
Unbestrittene Fachkompetenz im Bankwesen.
Und im adriatischen Hotelbau.

Muenchner

22.02.2012, 14:56 Uhr

Im Gegensatz zu Seehofer weiß Stoiber, wie man mit der CSU Wahlen in Bayern gewinnt. Seehofer zeichnet sich durch Konzeptionslosigkeit und Populismus aus. Stoiber dagegen hat immer auch unpopuläre Wahrheiten angesprochen. Und vor allem wußte er, warum die CSU in Bayern gewählt wird: Weil sie Bayern zum erfolgreichsten Bundesland in Deutschland macht. "Bayern hat die niedrigste Arbeitslosigkeit, die niedrigste Kriminalitätsrate, das beste Abitur, die niedrigsten Migrantenanteile, das höchste Wirtschaftswachstum, die höchste Geburtenrate, die saubesten Wälder etc." Wenn sie dies glaubhaft verteten kann gewinnt die CSU auch in den nächsten 30 Jahren jede Landtagswahl. Wenn Seehofer dagegen philosophiert "Bayern muss sozialer werden, Bayern braucht mehr Frauen, mehr Oberbayern und weniger Franken in der Politik etc.", dann wird die CSU austauschbar und verliert an Profil

findus

22.02.2012, 15:06 Uhr

Hallo Redaktion,
die Nibelungenhalle gibt es schon bald 10 Jahre nicht mehr...denn sie wurde abgerissen und durch die neuerbaute
Dreiländerhalle ersetzt.

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