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14.01.2008

14:54 Uhr

Politischer Ruhestand

Joschka Fischer kehrt als Wahlkämpfer zurück

Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer kehrt für den hessischen Landtagswahlkampf aus seinem politischen Ruhestand zurück. Sechs Tage vor der Landtagswahl tritt der 59-Jährige am kommenden Montagabend bei einer Veranstaltung der Grünen in Wiesbaden auf – und versucht zu retten, was noch zu retten ist.

Joschka Fischer kommt zumindest zeitweise in die Politik zurück. Foto: dpa Quelle: ap

Joschka Fischer kommt zumindest zeitweise in die Politik zurück. Foto: dpa

HB BERLIN. Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer greift in den hessischen Landtagswahlkampf ein. Wie der Landesverband der Grünen am Montag berichtete, wird Fischer am kommenden Montag auf einer Parteikundgebung in Wiesbaden reden. „Es ist an der Zeit, dem Spalter Roland Koch den Stuhl vor die Tür zu stellen“, erklärte dazu der hessische Grünen-Chef Tarek Al-Wazir.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer fiel dazu das Wort von Altkanzler Helmut Kohl vom alten Militärpferd ein. Al-Wazir sagte: „Wir freuen uns, dass Joschka Fischer sich noch einmal in den Ring wirft, um an der überfälligen Ablösung der Regierung Koch mitzuwirken.“ Fischer habe das landespolitische Geschehen in Hessen immer im Auge behalten und wolle für ein neues rot-grünes Projekt werben. Der Wahlkampfauftritt des ehemaligen Außenministers und Vizekanzlers sei die „einzige Ausnahme von seiner selbst verordneten Politikabstinenz“.

Die jüngste Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sagt den Grünen in Hessen empfindliche Stimmenverluste voraus. Die Landtagswahl findet am 27. Januar statt.

Bütikofer sagte nach einer Bundesvorstandssitzung in Berlin: „Ich vermute mal, es ging ihm - Helmut Kohl würde sagen, wie dem alten Militärpferd, das die rot-grüne Marschmusik hört und deswegen nicht im Stall bleiben möchte.“ Fischer sei in besonderer Weise mit Hessen und in die Auseinandersetzungen mit Koch verbunden. Bütikofer befürchtet nach eigenen Worten nicht, dass vom Eingreifen Fischers Vermutungen ausgingen, ohne den über Parteigrenzen anerkannten Wahlkämpfer gehe bei den Grünen nichts.

Fischer war nach der für SPD und Grüne verlorenen Bundestagswahl 2005 aus dem Amt des Außenministers geschieden. Ein Jahr später legte er auch sein Bundestagsmandat nieder. Derzeit schreibt der 59-Jährige an einem Buch über die deutsche Außenpolitik unter Rot-Grün. Auch Exbundeskanzler Gerhard Schröder hat vor wenigen Tagen in den SPD-Landtagswahlkampf eingegriffen und sowohl in Hannover als auch in Hamburg die CDU-Kampagne gegen die Kriminalität ausländischer Jugendlicher scharf kritisiert.

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