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10.04.2012

14:12 Uhr

Politologe:

"FDP profitiert von hartem Schlecker-Kurs"

Der Politologe Peter Lösche führt den Anstieg der FDP-Werte in der jüngsten Forsa-Umfrage auf den harten Kurs der Partei während der Schlecker-Insolvenz zurück. In der aktuellen Umfrage liegt die Partei bei 5 Prozent.

Eine Mitarbeiterin der Drogeriekette Schlecker reißt das Firmenlogo von der Eingangstür einer Filiale in Hannover. dpa

Eine Mitarbeiterin der Drogeriekette Schlecker reißt das Firmenlogo von der Eingangstür einer Filiale in Hannover.

Berlin „Da ist ein Zugewinn da, dadurch, dass sie versucht haben, wie es im Jargon heißt, Kante zu zeigen“, sagte der emeritierte Göttinger Professor der Nachrichtenagentur dpa. In dem am Dienstag veröffentlichten Forsa „Wahltrend“ von „Stern“ und RTL waren die seit Monaten schwächelnden Liberalen erstmals wieder auf fünf Prozent gekommen. Lösche sieht die Partei weiter im Aufwärtstrend. „Es kann gut sein, dass sie noch auf sechs, sieben Prozent kommen“, sagte er. „Es hat etwas mit der Politik der FDP zutun, dass sie sich bei Schlecker eindeutig als marktliberale Partei positioniert hat.“ Die Liberalen hatten staatliche Hilfen für die insolvente Drogeriemarktkette abgelehnt.

„Da ist ein Potenzial gerade an CDU-Wählern, die bereit sind, wieder zur FDP abzuwandern, wenn die FDP ein Stück professioneller wird, als sie bisher in den internen Auseinandersetzungen war.“ Schwarz-Gelb läge den Zahlen zufolge mit insgesamt 41 Prozent wieder vor SPD und Grünen - hätte allerdings keine ausreichende Mehrheit. Lösche mahnte beim Umgang mit Forsa-Umfragen allerdings zur Vorsicht, da die Ergebnisse nicht wie bei anderen Instituten am tatsächlichen Wahlverhalten gemessen würden. Andere Umfrage-Institute hatten die FDP zuletzt noch unter fünf Prozent gesehen, etwa Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ (4 Prozent) und Infratest dimap beim ARD-„Deutschlandtrend“ (3 Prozent).

Die Piratenpartei käme laut Forsa-„Wahltrend“ auf 13 Prozent (plus 1). Andere Meinungsforschungsinstitute ordneten sie bei höchstens zehn Prozent ein. Den Höhenflug der Piraten hält Lösche nun für nahezu beendet. „Ich glaube, die haben ihren Zenit jetzt erreicht.“ Neben Nichtwählern hätten sie vor allem anderen Parteien Anhänger abgejagt. Die seien nun größtenteils abgewandert. „Wenn jetzt tatsächlich Bundestagswahlen wären, dann würden die Piraten wahrscheinlich deutlich weniger als 13 Prozent bekommen“, sagte der Politologe. „Bei Umfragen kann man spielen. Das treibt die Piraten so hoch.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

10.04.2012, 14:55 Uhr

FORSA-Umfragen kann man keinen Glauben schenken, wen fragen die ständig, in welchem Hochhaus sind die immer unterwegs ? Ausserdem sollte jede Umfrage angeben, in welchem Gebiet in Deutschland gefragt wurde und wieveil % NICHTWÄHLER dabei waren.

True_value

10.04.2012, 15:18 Uhr

Na, geht Ihre Rechnung nicht auf. Das wollen wir doch hoffen, denn bei dem allgemeinen Linksruck der großen Parteien in D und den linkchaotischen Piraten oder gar der SED-Nachfolgeorganisation als Alternative brauchen wir dringend eine wirtschaftsliberale Partei mit einem Rest von ökonomischem Sachverstand. Wenn die FDP nicht den grenzenlosen Ausbau der Transferunion mit dem verfassungswidrigen ESM als Krönung durchgenickt hätte, wäre ihre Position erheblich stärker als das im Moment der Fall ist.

Tacheles

10.04.2012, 16:17 Uhr

Wir brauchen nicht nur eine wirtschaftsliberale Partei, sondern vor allem eine ganzheitlich libereale Partei und eine Antilinkspartei. Die FDP hat vor der Wahl vorgegeben, dies zu sein. Zu Gunsten einer Regierungsbeteiliung mit Amt und Status hat sie ihre Programmatik und ihre Wähler verraten. Politisch erreicht wurde dadurch nichts. Die sozialistische Politik der großen Koalition mit einer sozialdemokratisierten CDU wurde nahezu unverändert fortgesetzt. Auch wenn es mit kleinen Gesten gelingen sollte, die 5 % - Hürde zu nehmen, ihre alten Werte wird die Partei so schnell nicht wieder erreichen. Dafür hat sie ihre Wähler zu sehr enttäuscht.

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