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03.06.2014

10:23 Uhr

Polizeigewerkschaft

„Zahl gewaltbereiter Islamisten steigt rasant“

VonDietmar Neuerer

Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt vor einer steigenden Zahl gewaltbereiter Islamisten. Man müsse auch künftig mit Übergriffen rechnen. Eine gezielte Überwachung potentieller Täter sei allerdings kaum möglich.

Trauer nach der Schießerei in Brüssel: Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum vor einer zunehmenden Zahl gewaltbereiter Islamisten in Deutschland. dpa

Trauer nach der Schießerei in Brüssel: Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum vor einer zunehmenden Zahl gewaltbereiter Islamisten in Deutschland.

BerlinNach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel warnt die Deutsche Polizeigewerkschaft vor einer zunehmenden Zahl gewaltbereiter Islamisten in Deutschland. „Ihre Zahl steigt rasant, was nicht zuletzt die Szene der so genannten Salafisten, zum Beispiel im Rheinland, zeigt“, sagte Verbandschef Rainer Wendt Handelsblatt Online. „Bei etlichen Gelegenheiten haben diese Extremisten gezeigt, dass Gewalt zum festen Bestandteil ihrer Strategie zur Durchsetzung ihrer Ziele gehört und auch und gerade vor staatlichen Institutionen und Vertretern nicht halt macht. Spektakuläre Angriffe auf Polizeibeamte im Einsatz hat es gegeben. Und auch künftig muss damit gerechnet werden.“

Nach Wendt Kenntnis befinden sich derzeit mehrere hundert Extremisten aus dem Umfeld der Salafisten in Syrien und erlernten dort das Töten. „In Deutschland muss mit mehr als 2.000 gewaltbereiten Islamisten gerechnet werden“, sagte der Polizeigewerkschafter. Eine gezielte Überwachung dieser „potentiellen Gewalttäter“ hält Wendt jedoch für „ziemlich unwahrscheinlich“, wie er sagte. „Schon die permanente Beobachtung einer einzelnen Person ist immens personalintensiv und an strenge rechtliche Voraussetzungen geknüpft.“ Gleichwohl ist Wendt überzeugt, dass die deutschen Sicherheitsbehörden einem Szenario wie in Belgien, dass jüdische Einrichtungen gezielt angegriffen werden, mit „umfangreichen Schutzmaßnahmen“ entgegenwirkten.

Islamismus im Netz

Mehr als 20.000 Accounts

Die Twitter-Studie der Dschihadismusforscher Ali Fisher und Nico Prucha

Netznutzung der Islamisten

In der Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die unter anderem die Bundesregierung in außenpolitischen Fragen berät, befassen sich mehrere Autoren damit, wie sich die Netznutzung ,moderner Dschihadisten' entwickelt.

Radikale Ansichten

Der Arabist, Buchautor und Journalist Yassin Musharbash bloggt in deutscher Sprache über Islamismus, Islamophobie und Nahostpolitik.

Der weltweite Dschihad

Jihadica, ein Blog des Center for Strategic Studies der John Hopkins Universität, dokumentiert regelmäßig und fundiert die Entwicklung des Dschihadismus.

Dessen ungeachtet unterstützt der Gewerkschaftschef die Forderung der belgischen Regierung nach einer stärkeren europaweiten Überwachung gewaltbereiter Islamisten. „Es ist richtig und notwendig, technische Mittel zur besten Überwachung einzusetzen, dazu zählt natürlich die Kontrolle und Auswertung vorhandener Daten, aber auch eine umfangreiche Auslandsaufklärung“, sagte Wendt.

„Die derzeitige absurde Diskussion darüber, wie der Bundesnachrichtendienst seine Möglichkeiten zur Optimierung seiner Erkenntnisgewinnung erhöht, zeigt aber jetzt schon, wie solche Debatten in Deutschland geführt werden“, fügte er hinzu. „Manche Politiker glauben eben immer noch, die eigenen staatlichen Behörden seien der Feind unserer demokratischen Ordnung, statt unseren Sicherheitskräften die notwendigen Mittel zur erfolgreichen Terrorbekämpfung zu geben“, so Wendt.

Rund eine Woche nach dem Attentat auf das Jüdische Museum in Brüssel haben derweil am Montagabend über 1500 Menschen der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkfeier versammelten sich in der Brüsseler Synagoge nach Angaben des belgischen Radiosenders RTBF zwischen 1500 und 2000 Menschen, darunter mehrere Minister der belgischen Regierung, Parteivorsitzende und Vertreter der katholischen und muslimischen Kirchen. Die Besucher sangen und beteten gemeinsam für die drei Opfer des Anschlags.

Am 24. Mai hatte ein mutmaßlicher Islamist im Jüdischen Museum in Brüssel ein Ehepaar aus Israel und eine Französin erschossen sowie einen Belgier schwer verletzt. Die Polizei hatte den 29-Jährigen am Sonntag in Frankreich festgenommen.

Kommentare (11)

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03.06.2014, 08:14 Uhr

Selbst die Italiensche Polizei hatte mit praktischer Amtshilfe die Gefahren der Mafia & Co in Deutschland deutlich gemacht.
Reaktion....!
Warum sollte sich nun bei isamistischen Gewalttätern etwas anderes ergeben?!

Account gelöscht!

03.06.2014, 08:54 Uhr

"...eine gezielte Überwachung islamistischer Gewalttäter sei allerdings unwahrscheinlich..."
Natürlich nicht, denn die sind Teil unserer Rot-Grün-Linken Willkommenskultur und erhalten selbstverständlich Sozialhilfe und Kindergeld für ihre zahlreiche Terror-Nachkommenschaft.

Account gelöscht!

03.06.2014, 09:31 Uhr

MaWo und Statesmen

alles richtig

habt ihr die typen gesehen die zu dem Erdogankonzert in Köln gingen
alles feinde(!) der deutschen/mitteleuropäischen gesellschaft sie haben offen mit gewalt und mord gedroht
das ist das substrat wo gelangweilte jugend radikalisiert wird wenn sie nicht täglich 12 h hart arbeiten muss um ein auskommen zu haben

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