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27.06.2013

18:39 Uhr

Porsche-Betriebsratschef Hück

„Mein Traumjob wäre Jugendminister“

ExklusivUwe Hück hat eine steile Karriere vom Maler und Lackierer zum Betriebsratschef bei der Sportwagenschmiede Porsche hinter sich. Doch das SPD-Mitglied will noch höher hinaus. In der Politik würde er seinen Traumjob finden.

Porsche-Konzernbetriebsratschef Uwe Hück: „Die Narben sind da, aber ich kann aufrecht laufen.“ dpa

Porsche-Konzernbetriebsratschef Uwe Hück: „Die Narben sind da, aber ich kann aufrecht laufen.“

DüsseldorfPorsche-Betriebsratschef Uwe Hück würde es in seinem Leben gerne noch zum Minister bringen. „Ja, einen Traumjob habe ich noch, nämlich in die Politik zu gehen“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. „Ich würde mich gerne für die Jungen einsetzen. Ein Jugendministerium würde mich reizen. Eines, das die Jungen begleitet, von der Schule bis zur Ausbildung“, so Hück. „Viele Jugendliche haben das Gefühl, dass sie außerhalb der Diskussion stehen. Jedem muss klar sein: Die Jugend wird dieses Land einmal führen. Wir müssen sie dazu anleiten, dass sie das Land gut führen wird.“

Der 51-Jährige ist Mitglied der SPD und engagiert sich ehrenamtlich für benachteiligte Jugendliche. Er sage seinen Jugendlichen: „Du musst hinfallen, um wieder aufzustehen. Das Scheitern gehört dazu. Das ist meine Philosophie.“

Seine eigene Niederlage im spektakulären Übernahmekampf mit VW vor vier Jahren hat er offenbar gut verkraftet. „Die Narben sind da, aber ich kann aufrecht laufen. Ich habe neue Partner bekommen. Ich kann mit VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh wirklich gut, wir sind Freunde geworden“, sagte Hück. „Ich musste mich ändern, ich musste lernen, global zu denken. Jetzt habe ich hier eine tolle Aufgabe.“

Uwe Hück – Vom Lackierer zum Millionär

Herkunft

Uwe Hück wurde am 22. Mai 1962 als eines von fünf Geschwistern in Stuttgart geboren. Nachdem er früh seine Eltern verloren hatte, wuchs er in verschiedenen Kinderheimen auf. Sein älterer Bruder nahm sich 1990 das Leben.

Ausbildung

Nachdem er zeitweise eine Sonderschule besuchen musste, machte Hück schließlich seinen Hauptschulabschluss ("Dort erkannte endlich ein Lehrer, dass ich gar nicht dumm bin", Focus, 26/2008). Mit 15 Jahren verließ er sein Heim und absolvierte von 1977 bis 1981 eine Lehre als Maler und Lackierer.

1982 bis 1987

Nach seiner Karriere als professioneller Thaiboxer heuerte Hück 1985 bei Porsche als Lackierer an. Drei Jahre zuvor trat er in die SPD ein und machte als streitbarer Vertreter bald auf sich aufmerksam. 1987 wurde er Vertrauensmann in der IG Metall.

1990 bis 2002

1990 rückte er in den Betriebsrat. Seit 1994 für diese Arbeit freigestellt, übernahm er 1997 den Vorsitz des Betriebsrats der Standorte Zuffenhausen und Ludwigsburg, bevor er 2002 zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats gewählt wurde.

2005

2005 handelte Uwe Hück einen Standortsicherungsvertrag der Porsche-Betriebe in Deutschland bis zum Jahr 2010 aus. Dieser sah eine Stellengarantie vor sowie Investitionen von gut 600 Millionen Euro.

Juli 2010

Nach schwierigen Verhandlungen erkämpfte der im März 2010 für weitere vier Jahre als Porsche-Betriebsratschef gewählte Hück dann im Juli 2010 eine weitere Jobgarantie für 8.600 Porsche-Beschäftigte bis 2015. Mit der Aushandlung der fünfjährigen Standortsicherung habe man nach seinen eigenen Worten "einen intergalaktischen Erfolg erzielt" und "die höchsten Investitionen in der Porsche-Geschichte festgeschrieben".

August 2010

2010 übernahm Hück bei der Porsche AG den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz. Nachdem er sich monatelang für das Stammwerk Zuffenhausen als Produktionsstandort des neuen Hybrid-Sportwagens "918 Spyder" eingesetzt hatte, bekam der Stammsitz vom Porsche-Aufsichtsrat Ende Juli 2010 schließlich den Zuschlag für den Bau des innovativen Drei-Liter-Wagens.

Oktober 2010

Im Vorfeld der Verhandlungen hatte Hück auf eine Beschleunigung der geplanten Ablösung des Wiedeking-Nachfolgers Michael Macht durch den designierten neuen Porsche-Chef Matthias Müller gedrängt, der bei den Gesprächen über die Standortsicherung auch schon mit am Tisch saß und nun bereits zum 1. Okt. 2010 seinen Dienst in Zuffenhausen antrat. "Arbeiterführer Hück blockiert den Konzern nicht, behält aber seinen Querkopf und zwingt Wolfsburg zu Zugeständnissen", wertete das Handelsblatt (22.7.2010) diesen Vorgang.

Hück ist einer der prominentesten Gewerkschafter Deutschlands und bekannt für seine Vorliebe zum offenen Wort. Zuletzt sorgte er innerhalb der IG Metall für Diskussionen, als er den Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie ablehnte und dann auch noch verlangte, in Tarifabschlüssen künftig Extra-Prämien für Gewerkschaftsmitglieder zu vereinbaren. „Ich will Gewerkschaftsmitglieder nicht besserstellen“, verteidigte Hück seinen Vorstoß, „ich will sie erst mal gleichstellen. Bisher werden sie benachteiligt. Mitglieder zahlen Beiträge, Nichtmitglieder aber nicht. Das heißt: Das Nichtmitglied hat mehr.“

Porsche stehe gut da. „Uns geht's saumäßig gut“, sagte Hück. „Ich bin besessen von Produktivität und Flexibilität. Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass eine Firma Gewinne macht, damit sie das Soziale finanzieren kann. Der Erfolg von Porsche gibt uns Recht. Wir zahlen eine Prämie von 8.111 Euro, die hat sogar die Küchenfrau bekommen. Das finde ich in Ordnung.“

Von

kup

Kommentare (8)

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Frieda

27.06.2013, 19:05 Uhr

Alle wollen nach "oben". Aber "oben" gibt es zu wenig Stühle. Platz für neue Stühle findet sich - das ist meine Sorge.
Bitte nicht noch einen Jugendminister ! Was für eine Idee ! Damit hat sich Hück auf dem Weg nach "oben" schon mal selbst disqualifiziert.

Account gelöscht!

27.06.2013, 19:10 Uhr

So ein selbstverliebter blinder Naivling sollte nie Minister werden, dann dann würde es peinlich werden.

Verraeter_Hueck

27.06.2013, 19:13 Uhr

Hück ist ein Selbstdarsteller u. prolohafter Schwäzer.
Hück hat seiner Zeit Wiedeking skrupellos verraten!
Hück muss weg.

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