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26.06.2015

17:19 Uhr

Potash-Attacke

Landespolitik trommelt für K+S

VonDana Heide, Dorit Marschall, Siegfried Hofmann, Daniel Delhaes

Potash greift an: Die hessische Politik fürchtet „erhebliche Gefahren für die Beschäftigten und die Region“ und sichert K+S Hilfe zu. Die Möglichkeiten, den Dax-Konzern zu schützen, sind jedoch begrenzt.

K+S-Übernahme: Bitte keine Panikmache!

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Berlin/FrankfurtIn Hessen klingelten am Donnerstagabend alle Alarmglocken. Das Handelsblatt hatte publik gemacht, dass der kanadische Rivale Potash ein Auge auf K+S geworfen hat. Der Konzern ist in Aufruhr – und auch die hessische Landespolitik schaltete sich ein.

Beim Unternehmen musste alles ganz schnell gehen: Noch in der Nacht, kurz nach der Veröffentlichung der Adhoc-Meldung, sendete die Geschäftsleitung von K+S einen Mitarbeiterbrief an die Beschäftigten. Am Morgen danach hing das zweiseitige Schreiben in der Zentrale in Kassel, im Verwaltungsstandort Hannover sowie an den acht Werken in Deutschland aus. Alle sollten informiert werden, denn nicht jeder K+S-Mitarbeiter hat einen PC-Arbeitsplatz, – das Unternehmen beschäftigt schließlich etliche Bergwerkmitarbeiter.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Der gesamte Vorstand hatte den Brief unterzeichnet und vor allem ein Ziel: die Mitarbeiter zu beruhigen. Es handele sich bislang lediglich um einen schriftlichen Vorschlag, soll es darin heißen, der werde geprüft. Dabei werde man die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigen.

Am Morgen hatte in der Zentrale in Kassel zudem eine etwa halbstündige Mitarbeiterversammlung stattgefunden, in der Vorstandschef Norbert Steiner und der gesamte Vorstand anwesend waren. Fragen der Beschäftigten habe es kaum gegeben, ruhige Anspannung habe geherrscht, heißt es.

Vor der Firmenzentrale in Kassel wollte am Freitag keiner der Mitarbeiter offen etwas zu dem Angebot des kanadischen Konkurrenten sagen. Aus dem Unternehmen war lediglich zu hören, man habe positiv zur Kenntnis genommen, dass sich die Politik bereits in einer sehr frühen Phase geäußert habe.

Am lautesten war am Freitag der Oppositionsführer im Wiesbadener Landtag. Thorsten Schäfer-Gümbel hält zwar die Möglichkeiten der Politik, K+S vor einer Übernahme durch Potash zu schützen, für begrenzt. Der Fraktions- und Landesvorsitzender der hessischen SPD, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partie ist, sicherte dem Kasseler Unternehmen jedoch seine Unterstützung zu: „Das Übernahmeangebot von Potash für K+S ist zunächst eine unternehmerische Entscheidung und damit einer direkten politischen Entscheidung nicht unterworfen. Das macht die Lage auch schwierig“, sagte Schäfer-Gümbel dem Handelsblatt.

„Klar ist aber auch, dass das Angebot zunächst von der Bafin nach Recht und Gesetz geprüft und anschließend vom Konzernvorstand bewertet werden muss. Solche Prüfungen und Bewertungen sind nicht ohne Abwägungsspielräume.“ Seine Erwartung sei deshalb, dass diese Abwägungsspielräume zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in Deutschland, den Bergbaustandorten und den Beschäftigten ausgenutzt werden.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.06.2015, 18:46 Uhr

Politischer Schutz führt stets und immer wieder ins Unglück für alle beteiligten Menschen - zuverlässig.

Was hat denn K+S schon? Nichts außer ein paar Abbaurechten an mehr oder weniger ertragreichen Salzflözen, die als Streusalz oder Dünger verwurstet werden.
Das können die in Russland und Kanada viel besser und in viel größerem Maßstab.

Da ist weder Technologie noch Wissen zu entwickeln - außer vielleicht bei der Abbaubeschleunigung und den der Allgemeinheit überlassenen Grund- und Bodenschäden.
Weg mit dem Zeug - sollen besser die Bedingungen für Hochtechnologie per Abschaffung des EEG, des Euro und des Mindestlohn verbessert werden. Sonst machen die allesamt die Tore zu - und entfliehen ins ferne Ausland.

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