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27.01.2010

10:39 Uhr

Prämierung

Bund fördert weitere Technologie-Flaggschiffe

VonBarbara Gillmann

Der Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung geht in die zweite Runde. Die Jury wählte fünf Projekte für neues Wachstum aus den Bereichen Software, Biotech, Medizintechnik, Mikrotechnologie und Logistik aus.

Eine Förderung der Bundesregierung erhalten fünf Projekte für ihre technologischen Innovationen. Quelle: dpa

Eine Förderung der Bundesregierung erhalten fünf Projekte für ihre technologischen Innovationen.

HB BERLIN. Durchsetzen konnten sich Projekte in den Feldern Software, Biotech, Medizintechnik, Mikrotechnik und Logistik. Damit sei Deutschland „in Europa Vorreiter in der Clusterförderung“, sagte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Für Wachstum, Innovation und langfristige Beschäftigung sei der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unverzichtbar.

Die Kooperations-Projekte von Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Institutionen erhalten vom Staat insgesamt 200 Mio. Euro Fördergeld über einen Zeitraum von fünf Jahren, müssen aber selbst mindestens ebenso viel investieren. „Die Innovationskraft, das hohe Entwicklungspotenzial sowie das enorme, kreative Engagement der fünf Spitzencluster ist beeindruckend“, sagte der JuryVorsitzende, Boehringer-Ingelheim-Chef Andreas Barner. Der Wettbewerb habe zudem bei allen Clusterbewerbern und ihren Regionen „eine Aufbruchsstimmung und nachhaltige Mobilisierung weit über den Auswahlprozess hinaus erzeugt“.

Der „Software-Cluster“ in der Region um Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und Walldorf beschäftigt sich mit Innovationen für das digitale Unternehmen. Hier geht es um Software, die sowohl im Unternehmen als auch im Verbund mit anderen die Effizienz steigern soll.

Der „Münchner Biotech Cluster – m4“ in Bayern will die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Medikamente steigern und Entwicklungsprozesse auf Trab bringen. Beteiligt sind 100 Partner aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Kliniken, um die größten Probleme in der heutigen Medikamentenentwicklung zu lösen. Der national führende Standort München soll auch international als bedeutende Exzellenz- und Modellregion etabliert werden.

Der ebenfalls in Bayern ansässige Cluster „Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg“ ist auf Medizintechnik spezialisiert. Er entwickelt interdisziplinär Technologien für Bildgebende Diagnostik, Intelligente Sensorik und Augenheilkunde, um so die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Beteiligt sind derzeit rund 180 Medizintechnikunternehmen mit 16 000 Beschäftigten. Ziel ist es, die weltweite Führungsposition in vielen medizintechnischen Produktkategorien auszubauen.

Der Cluster „MicroTEC Südwest“ in Baden-Württemberg feilt an innovativen Lösungen für die Systemtechnik und Produkte der Zukunft. Im Mittelpunkt steht eine Verbesserung der Lebensqualität und Sicherheit der Menschen durch Benutzerfreundlichkeit und einen schonenden Umgang mit der Umwelt.

Der „Effizienz-Cluster Logistik-Ruhr“ im Ruhrgebiet müht sich um innovative Logistiklösungen und -technologien. Der Fokus liegt hierbei auf der inhaltlichen Neupositionierung: Im Mittelpunkt steht vor allem die Effizienz im Umgang mit Ressourcen – sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht.

Mit den bereits 2008 gekürten Spitzenclustern der ersten Wettbewerbsrunde werden nun insgesamt zehn Cluster durch das Bundesforschungsministerium gefördert. In der zweiten Runde hatten sich 23 Cluster beworben, davon schafften es zehn in die Endrunde. Eine dritte Runde soll folgen.

Enttäuscht zeigte sich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dass ein Cluster zur Verbesserung der Produktionstechnik in Baden-Württemberg leer ausging. „Es ist offensichtlich noch nicht klar geworden, wie wichtig das Thema Produktionsforschung für den Standort Deutschland ist“, sagte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein dem Handelsblatt. Nicht berücksichtigt wurde etwa auch das Cluster „Germanwind“ zur Kombination von Windenergie mit anderen erneuerbaren Energien.

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