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16.01.2008

16:05 Uhr

Präsidentin der Kultusministerkonferenz

Kindergärtnerinnen mit Hochschulabschluss gefordert

Kaum im Amt setzt die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) gleich ein Zeichen: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. Zumindest an der Spitze von Kindergärten und Ganztagesstätten sollten künftig Akademiker stehen, sagte die saarländische Bildungsministerin bei ihrer Amtseinführung.

Die Betreuung im Kindergarten soll besser werden. Foto: Archiv Quelle: ap

Die Betreuung im Kindergarten soll besser werden. Foto: Archiv

HB BERLIN. Um die Bedeutung der frühkindlichen Bildung für ein chancengerechtes Bildungssystem herauszustellen, sei sie dafür, mehr Erzieherinnen und Erzieher mit einem Hochschulabschluss einzustellen. Kramp-Karrenbauer löste an der KMK-Spitze turnusgemäß Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) ab.

Nach Angaben von Kramp-Karrenbauer besitzen derzeit nur etwa vier Prozent der Erzieher einen Hochschulabschluss. Einwände gegen eine Ausweitung kommen vor allem von den Finanzministern. Die Jugend- und Bildungsminister haben sich auf einheitliche Bildungsziele in der Horten für die Kinder bis zur Einschulung verständig. Dazu gehören vor allem bessere Sprachkenntnisse, besonders für Kinder aus sozial benachteiligten Familien und von Migranten.

„Das Beherrschen der deutschen Sprache, die Lernmotivation und die Konzentrationsfähigkeit sind dabei von zentraler Bedeutung“, sagte die KMK-Präsidentin. „Eine moderne Bildungsgesellschaft kann es nicht akzeptieren, dass soziale Benachteiligung von Generation zu Generation übernommen wird.“ Geeignete Instrumente seien mehr Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule, ein zumindest letztes beitragsfreies Kindergartenjahr vor der Einschulung, vermehrte Ganztagsangebote und individuelle Förderung.

Der scheidende KMK-Präsident Zöllner hatte im vergangenem Jahr eine „Qualitätsoffensive exzellente Lehre“ an den Hochschulen angestossen, die im Sommer von der Kultusministerkonferenz und dem Stifterverband gestartet werden soll. Zöllner, der selbst viele Jahre Hochschullehrer war, beklagte, dass viele Professoren ein gespaltenes Verhältnis zur Lehre hätten. Zwar bekenne man sich ständig zur Einheit von Forschung und Lehre. Doch gleichzeitig betone man die Forschungsfreiheit und beklage die Lehrverpflichtung. Dies sei für ihn eine „Lebenslüge der deutschen Universität“.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) forderte von Bund und Ländern eine gemeinsame nationale Bildungsstrategie. „Es muss endlich Schluss sein mit den bildungspolitischen Einzelgängen von Bund und Ländern“, sagte der VBE-Bundesvorsitzende Ludwig Eckinger. Das ungelöste Problem der fehlenden Bildungsgerechtigkeit in Deutschland könne nur angepackt werden, wenn alle Bereiche von der frühkindlichen Bildung über die Schule bis hin zur Weiterbildung in einer Gesamtstrategie zusammengeführt würden.

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