Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2011

10:02 Uhr

Pro

"Schwere Luxus-Diesel sorgen für globale Erwärmung"

Der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Werner Reh, kritisiert die milliardenschwere Subventionierung der Dieselautos. Er sagt, dass deutsche Hersteller mit ihren schweren Limousinen das Klima massiv belasten.

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Quelle: PR

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

DüsseldorfMit 6,6 Milliarden Euro wird der Dieselkraftstoff in Deutschland jedes Jahr an der Tanksäule subventioniert - das sind 17 Cent pro Liter. Angeblich wegen des Klimaschutzes. Das ist Unsinn: Denn Dieselnutzer haben eine mehr als doppelt so große Jahresfahrleistung wie ihre Benzinerkollegen, neue Dieselwagen stoßen dabei – anders als früher – mehr CO2 als Benziner und zusätzlich Ruß- und Stickoxide aus. Die beiden letzteren sind nicht nur extrem gesundheitsschädlich, sondern tragen auch sehr erheblich zur globalen Erwärmung bei.

Die Autolobby erzählt gern das Märchen vom effizienten Dieselauto. Theoretisch hat Diesel ein großes Effizienzpotenzial. Die deutschen Hersteller nutzten die Dieseltechnologie bisher aber vor allem um immer schwerere und luxuriösere Autos anzutreiben, statt normale und kleinere Autos damit effizienter zu machen – wie es etwa die Franzosen seit langem tun. Und man muss sehen, dass letztlich nicht die Normverbräuche, sondern noch mehr die Autonutzung entscheidend ist für klimafreundliches oder klimaschädliches Verhalten. Der durchschnittliche Fahrer eines Benzin-Pkw in Deutschland stößt 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr, der Dieselfahrer aber 3,5 Tonnen CO2 pro Jahr aus.

Der aktuelle Sturm der deutschen Autohersteller, der deutschen Bundesregierung, des Speditionsgewerbe und der Agrarlobby ist ein Sturm im Wasserglas: Erstens würde die deutsche Regierung mit ihrem Veto eine solche Regelung eh blockieren. Zweitens sind die EU-Mindeststeuersätze viel niedriger als die Deutschen. Eine klimagerechte Bemessung der Diesel-Besteuerung wäre allerdings ein wichtiger Impuls für mehr Klimaschutz und für eine nachhaltige Mobilität. Statt immer weiter auf Diesel-Pkw zu setzen, müssten die deutschen Hersteller kleinere Autos herstellen, endlich ernsthaft über innovative Mobilitätskonzepte nachdenken.

 

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

grizzly

12.04.2011, 14:46 Uhr

Und wieder das Märchen vom durch den vom Mensch verursachten Koimawandel durch CO². Obwohl es bis heute keinen Nachweis dafür gibt und den meisten mittlerweile bekannt ist, daß Institute wie der IPCC schlicht gelogen haben, um das erwünschte Ergebnis herbeizumanipulieren.
Das dürfte Herrn Reh mittlerweile auch bekannt sein, aber in diesem Fall geht es wohl eher um Pöstchenerhalt.
Natürlich wieder einmal auf dem Rücken der deutschen Steuerzahler,die solange ausgequetscht werden sollen, bis kein Tropfen mehr rauskommt.
Herr Reh, Sie sind ein Volksverräter. Setzen, sechs !

drjr

12.04.2011, 15:05 Uhr

Und wieder will die Ökolobby die Tatsachen verdrehen: Dieselautos werden gekauft, wenn man viel fährt (z.B. Vertriebsmitarbeiter). Benziner, wenn man wenig fährt. Daraus zu schließen, dass Dieselautos die Umwelt schädigen, weil sie eine hohe Fahrleistung haben, ist b e w u s s t e Verdrehung der Tatsachen. Mit Benzin würde bei gleicher Fahrleistung mehr CO2 ausgestoßen.

Aber die Ökolobbyisten sind da sicher nicht anders oder besser als die Lobbyisten der Pharmaindustrie und der Atomindustrie ...

Einfach die Abhängigkeiten verdrehen, und schon hat man das Weltbild, dass man allen anderen aufzwängen möchte, fertig.

Auch hier wird der Unsinn übrigends durch den Steuerzahler bezahlt: durch von der Steuer absetzbare Spenden.

Tilly

12.04.2011, 15:07 Uhr

Ja, klar, Herr Reh, die deutschen Dieselluxuslimousinen haben einen Marktanteil, der bedenklich hoch ist. Gutmenschen verstehen das natürlich. Sozialneid ohne Ende. Was halten Sie denn davon, sich mal um den internationalen Schiffsverkehr zu kümmern? Diese CO2-Schleudern haben noch nicht mal Filter. Und recherchieren Sie mal, mit welchem Prozentsatz die bei der Klimabelastung dabei sind. Ach ja, da taugt der verkappte Sozialneid nicht. Verstanden!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×