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30.01.2015

18:01 Uhr

Probleme bei der Vergabe

Tausende NC-Studienplätze bleiben ungenutzt

Wer Medizin oder auch Jura studieren will, muss auf Enttäuschungen gefasst sein - der Numerus Clausus ist oft eine arg hohe Hürde. Nach einer Länder-Umfrage bleiben aber Tausende dieser attraktiven Studienplätze frei .

Studenten sitzen in einer Vorlesung: Allein in den NC-Fächern konnten bis Januar mindestens 14 579 Plätze nicht vergeben werden. dpa

Studenten der Uni Leipzig

Studenten sitzen in einer Vorlesung: Allein in den NC-Fächern konnten bis Januar mindestens 14 579 Plätze nicht vergeben werden.

BerlinMehrere tausend begehrte Studienplätze mit Beschränkung durch Numerus Clausus (NC) sind nach einem Medienbericht auch gegen Ende des Wintersemesters noch unbesetzt. Damit zeige sich, dass es weiter Probleme bei einer effektiven Studienplatz-Verteilung in Deutschland gebe, schrieb „Spiegel Online“ am Freitag.

Allein in den NC-Fächern konnten bis Januar mindestens 14 579 Plätze nicht vergeben werden, so das Portal unter Berufung auf eine eigene Umfrage in den Bundesländern. Die tatsächlichen Zahlen lägen jedoch wohl noch höher, da Berlin, Brandenburg, Hessen, das Saarland und Schleswig-Holstein keine Angaben hätten machen können.

Das Bundesbildungsministerium verwies auf die Zuständigkeit von Ländern und Hochschulen. Zu den Zahlen an sich äußerte sich der Sprecher am Freitag in Berlin nicht. Die Kultusministerkonferenz (KMK) sicherte für die Länder zu, man werde die Zahlen sorgfältig prüfen und gegebenenfalls Schlussfolgerungen daraus ziehen.

Bundesländer gehen getrennte Wege

Unterschiedliche Modelle

Alle Bundesländer gehen in Sachen G8 und G9 eigene Wege. Die Modelle unterscheiden sich zum Teil erheblich.

Hessen

Einige Bundesländer wie etwa Hessen lassen den Schulen die Wahl zwischen G8 und G9, sie müssen abstimmen, welche Schulform sie künftig anbieten wollen.

Niedersachsen

Niedersachsen kehrt 2015/16 komplett zu G9 zurück, auch Schüler der heutigen Klassenstufe fünf bis sieben sollen wieder einbezogen werden.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg läuft mit 44 Schulen ein G9-Modellversuch wie in NRW, wo sich allerdings nur zwölf Schulen beteiligen. Eine komplette Rückkehr zu G9 ist in Baden-Württemberg jedoch noch nicht in der Diskussion.

Bayern

In Bayern scheiterte ein Volksbegehren für die Rückkehr zu G9, allerdings gibt es seit 2013 eine individuelle Flexi-Option, mit der jeder Schüler ein zusätzliches Jahr nach der 8., 9., oder 10. Klasse einlegen kann.

Hamburg

Auch in der Hansestadt ist jüngst der Anlauf zu einem Volksbegehren gescheitert, das eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 einforderte. Die Diskussion läuft aber weiter.

Ostdeutschland

In vielen ostdeutschen Bundesländern gab es schon vor der Einführung im Westen der Republik nur zwölf Jahre Gymnasialzeit. Dort hat sich für die Schüler am wenigsten verändert.

Das computergestützte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung hatte 2008 die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) abgelöst. Es wird wegen Problemen bei der Datenübermittlung nicht voll genutzt. Im Wintersemester hätten 62 Hochschulen 289 Studienfächer über das Verteilverfahren angeboten - also nur ein Bruchteil der rund 400 Hochschulen mit mehr als 16 000 Studiengängen in Deutschland, so das Online-Portal.

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