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21.02.2011

13:51 Uhr

Prof. Peter Häberle

Ein Mann mit Reputation und Verdienstkreuz

Karl-Theodor zu Guttenberg ist bei seiner Dissertation von einem angesehenen Staatsrechtler betreut worden: Peter Häberle. Doch seit die Schummelvorwürfe im Raum stehen, ist der emeritierte Professor abgetaucht.

Die Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht in Bayreuth: In diesem Institut hat zu Guttenberg bei Prof. Häberle promoviert.

Die Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht in Bayreuth: In diesem Institut hat zu Guttenberg bei Prof. Häberle promoviert.

Lediglich wenige Sätze ließ Häberle via „Bild“ übermitteln: „Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat.“ Und weiter: „Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert.“ Peter Häberle, 1934 geboren, studierte Rechtswissenschaften in Tübingen, Bonn, Freiburg und Montpellier. 1961 promovierte er in Freiburg. Nach der Habilitation 1970 wurde er in Marburg zum ordentlichen Professor ernannt. Er lehrte dann in Augsburg und später in Bayreuth, daneben war er als Gastprofessor in St. Gallen, Granada und Rom tätig. Auf der offiziellen Universitätsseite der Uni Bayreuth ist zu lesen: „Er erarbeitete sich auch im Ausland eine hohe Reputation, seine Arbeiten wurde in 18 Sprachen übersetzt“,

Häberle gehört der Akademie der Bayerischen Wissenschaften an und hat Ehrendoktorwürden aus zahlreichen Ländern vorzuweisen: Er ist Ehrendoktor der Universitäten von Thessaloniki, Granada, Lima, Brasilia, Lissabon, Tiflis und Buenos Aires. 1997 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Unter „aktuelle Veröffentlichungen“ Häberles führt die Uni Bayreuth die erst in diesem Jahr veröffentlichte siebente, aktualisierte und erweiterte Auflage des Standardwerks „Europäische Verfassungslehre“ auf. 2010 erschien der Band „Pädagogische Briefe an einen jungen Verfassungsjuristen“. Darin, so heißt es, gebe Häberle „pädagogische Empfehlungen sowohl für Studenten früher Semester als auch für Doktoranden und Habilitanden, die er in Hauptvorlesungen, seinem ständigen Seminar und während seiner Gastprofessuren im Ausland betreut hat“.

Von

dpa

Kommentare (8)

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21.02.2011, 14:31 Uhr

Wahrscheinlich hat sich Herr Häberle von Namen blenden und vom Charme einnehmen lassen. Soll vorkommen...

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21.02.2011, 16:06 Uhr

Und vermutlich hat sich Prof. Häberle ausserdem auch von seinem eigenen Ruf blenden lassen. Eine typische Erscheinung bei vielen Alt-Akademikern
ist die zunehmende Uneinsichtigkeit und die Bereitschaft sich die eigene Fehlbarkeit eingestehen zu können. Die vorschnelle Behauptung, Guttenbergs Arbeit sei kein Plagiat, es sei sogar absurd, so etwas zu behaupten, spricht
dafür. Denn schließlich kann er das garnicht wissen, weil er nur den Inhalt der Arbeit kennt, nicht aber, wie sie zustande gekommen ist. Es ist sogar anzunehmen, dass Häberle sie selbst garnicht gelesen hat, sondern einer seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter. Der fertigt dann ein Exerpt und ein Vorgutachten an. Häberle verläßt sich dann darauf, dass das Thema gut gewählt, der Mitarbeiter keine Fehler gefunden und das Vorgutachten eine gute Leistung attestiert. Dem fügt sich noch sein persönlicher Eindruck von Herrn Guttenberg an. Und das wars schon.
Wäre sich Prof. Häberle seiner Sache so sicher, dann wäre er jetzt nicht abgetaucht. Vermutlich wird er sich jetzt persönlich ein Bild machen wollen, bevor er wieder mit der Presse spricht.

Account gelöscht!

21.02.2011, 19:25 Uhr

Ich frage mich schon die ganze Zeit, wie das überhaupt passieren konnte. In der Regel wird man vom Doktorvater betreut, bei Einreichen der Dissertationsarbeit wird die zuerst von den Wimis geprüft und dann vom Dr.-Vater.
Also hat hier doch wohl offenkundig mit der Überprüfung der Arbeit etwas nicht gestimmt und da fragt man sich schon, warum
Denn mittlerweile werden die Zitate ohne Kennzeichung als solche ein wenig viel.

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