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14.07.2015

19:59 Uhr

Professor Tacheles

Warum Deutschland Angst macht

VonMichael Wolffsohn

Kampf um Griechenland und die Angst vor Deutschland: Beides gehört zusammen. Was sagt uns das? Dass das geschichtspolitische Eis dünn ist. Bricht es, landen wir prompt in den Untiefen der deutsch-europäischen Geschichte.

Der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn schreibt für das Handelsblatt Gastbeiträge als Professor Tacheles.

Professor Tacheles

Der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn schreibt für das Handelsblatt Gastbeiträge als Professor Tacheles.

Was uns die aktuelle Entwicklung in der Schuldenkrise sagt? Dass uns die Vergangenheit schnell einholen kann. Der Kampf um Griechenland und die Angst vor Deutschland. Beides gehört zusammen. Leider.

Dabei gibt es auch das andere Bild: Deutschland als weltweit beliebter Staat. Umfragen beweisen es immer wieder. Der deutsche Export profitiert davon, denn ohne guten Willen der potentiellen Käufer wird nicht ge- oder verkauft. Deutschland und die deutsche Wirtschaft tun gut daran, weiterhin ihr gutes Erscheinungsbild („Image“) zu pflegen.

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Deutschlands Beliebtheit und Angst vor Deutschland schließen offenkundig einander nicht aus. Die Beliebtheit ist längst eine erfreuliche Alltagserscheinung. Sie ist Teil der Normalität. In kritischen Situationen zählt aber eben nicht die Normalität, sondern das Nicht-Normale, das nicht Alltägliche. Im Alltag gleitet das Staatschiff sanft auf der Wasseroberfläche, in stürmischen Krisenzeiten kann es zerschellen oder in die Tiefe gerissen werden.

In den letzten Jahrzehnten haben wir als Passagiere des Deutschland-Schiffs mehrfach Stürmchen und zweimal große Stürme erlebt, die jene Angst vor Deutschland deutlich zeigten.

Stürmchen gab es bei Ärgernissen mit und um Deutschland oder bestimmte Deutsche, beispielsweise dämliche Karikaturen, die Angela Merkel ein Hitler-Bärtchen verpassten, die CDU-Vertriebenenpolitikerin Erika Steinbach in Naziuniformen steckten oder, jüngst in Griechenland, Wolfgang Schäuble als Vampir verunglimpften, also als Blutsauger. Das regte uns zurecht auf, doch ebenso schnell wie sie kamen waren diese Stürmchen vorbei.

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Zwei Deutschland bezogene Angst-Stürme der jüngeren und jüngsten Vergangenheit sind bemerkenswert. Erstens der deutschland- und schließlich weltpolitische Tsunami 1989/90. Er reichte vom Fall der Mauer am 9. November 1989 bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990.

Danach schien sich zumindest der deutschlandbezogene Sturm gelegt zu haben. Nach dem Fall der Mauer gab es im Westen nur zwei Politiker, die ohne Wenn und Aber für Deutschlands Vereinigung eintraten: US-Präsident George Bush und Spaniens Ministerpräsident Felipe Gonzalez. Francois Mitterand, der Präsident unseres „besten Freundes“ in Europa, Frankreich , setzte aus Angst vor Deutschland alles daran, die Wiedervereinigung zu verhindern.

Kommentare (16)

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Matt Anderson

14.07.2015, 20:09 Uhr

Schäuble ist tatsächlich ein Menschenverächter. Jeder deutsche Steuerzahler kann ein Lied davon singen. Den 100.000DM-Schwarzgeldumschlag hat er auch vergessen. Merkel hat ihn nicht umsonst zum Finanzminister gemacht. Sie kann sich auf seine Lust am Abzocken der Bevölkerung hier, wie in der EU verlassen. Ich nehme einfach mal an, dass er sich an der Menschheit rächen will, weil man ihm so übel mitgespielt hat.

Herr Marc Otto

14.07.2015, 20:14 Uhr

Francois Mitterand, der Präsident unseres „besten Freundes“ in Europa, Frankreich , setzte aus Angst vor Deutschland alles daran, die Wiedervereinigung zu verhindern.
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Und stimmte dem nur zu, nachdem wir uns verpflichtet hatten, dass wir in den Euro eintreten werden.

Vor allem aber waren unsere russischen Freunde IMMER für die Wiedervereinigung und haben sie auch erst dadurch ermöglicht, dass sie das zusammenbrechende DDR-System NICHT unterstützt haben.

Rusland war Ursache dafür, dass es schließlich zur Wiedervereinigung kam

Herr Florian Forstmaier

14.07.2015, 20:21 Uhr

Oh Gott, nicht schon wieder die Nazikeule. Das kann doch niemand mehr hören. Entweder ihr zahlt oder ihr seid die bösen Nazis. Das ist so ermüdend, und ermuntert mich immer mehr, von meiner regierung zu fordern, dass keine nutzlosen Staaten mehr durchgefüttert werden, während ein Teil dieser Bevölkerungen Party macht bis zum Umwinken ohne auch nur einen Cent Steuern zu bezahlen. Wie dumm kann man sein. Herr Wolffsohn ist ja schon oft mit unqualifizierten Äusserungen aufgefallen. Dass er immer noch ein Forum hier findet, echt traurig.

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