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11.06.2015

13:13 Uhr

Professor Tacheles zur Flüchtlingspolitik

Was der Flüchtlinge Leid, ist unser Wohl

VonMichael Wolffsohn

Die Friedenshand wird hierzulande gerne und oft ausgestreckt. Das ist sehr sympathisch und gut gemeint, doch letztlich ein Zeichen absoluter politischer und strategischer Hilflosigkeit – meint Professor Tacheles.

Der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn schreibt für das Handelsblatt Gastbeiträge als Professor Tacheles.

Professor Tacheles

Der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn schreibt für das Handelsblatt Gastbeiträge als Professor Tacheles.

An Hilfsbereitschaft mangelt es gottlob nicht. Ganz viele Bürger warten nicht ab, bis die öffentliche Hand, also Bund, Land oder Kommunen, den Flüchtlingen hilft. Sie rollen die Hemdsärmel hoch, packen selbst mit an und reichen den Flüchtlingen die Willkommenshand. Gewiss, es gibt auch andere. Sie fürchten, Deutschland würde von Flüchtlingen wenn nicht überflutet, so doch überfordert. Ähnlich gespalten sind unsere westeuropäischen Nachbarn, auf die vergleichbare  Flüchtlingswellen schlagen.

Dabei ist langfristig unwiderlegbar: Was der Flüchtlinge Leid, ist unser Wohl. Demografisch und ökonomisch. Demografisch, denn Deutschland hat kaum Kinder. „Kinder statt Inder“, hatte vor 15 der inzwischen fast vergessene Jürgen Rüttgers (CDU) gefordert. Es kamen weder Inder noch Kinder. Jetzt kommen nicht zuletzt Kriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak und andere aus afrikanischen Brennpunkten über Libyen. Viele Flüchtlinge erreichen der verbrecherischen Schlepperbanden wegen nicht ihr Ziel: Europa. Sie gehen im Mittelmeer unter oder kommen um, bevor sie ans Meer gelangen.

Wer mehr zahlt, hat die besseren Fluchthelfer und Fluchtschiffe, also bessere Chancen, das Ziel zu erreichen. Diejenigen, die es zu uns schaffen, haben dafür viel Geld geopfert.

Von welchen Flughäfen die Menschen abgeschoben werden

2747

2747 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Frankfurt abgeschoben.

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der Linken (16. Februar 2015)

1711

1711 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Düsseldorf abgeschoben.

1130

1130 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Berlin-Tegel abgeschoben.

817

817 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen München abgeschoben.

638

638 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Hamburg abgeschoben.

509

509 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Berlin-Schönefeld abgeschoben.

348

348 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Baden-Baden abgeschoben.

260

260 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Hannover abgeschoben.

227

227 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Stuttgart abgeschoben.

135

135 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Leipzig abgeschoben.

26

26 Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Köln/Bonn abgeschoben.

8

Acht Menschen wurden im Jahr 2014 über den Flughafen Bremen abgeschoben.

1

Eine Person wurde im Jahr 2014 über den Flughafen Dresden abgeschoben.

Wer Geld hat, hatte zuvor beruflichen Erfolg. Wer beruflichen Erfolg hat, verdient gutes Geld. Daraus folgt: Zum Nulltarif bekommen wir gut (aus)gebildete Arbeitskräfte, die uns sonst fehlten. Welcher Dummkopf will sich angesichts dieser Tatsache weiter gegen noch mehr solcher Flüchtlinge sperren?

Ob subjektiv gewollt oder nicht, objektiv haben die im kinderarmen Westeuropa Verantwortlichen durch ihr Nicht-Eingreifen an den brennenden Punkten, den Brennpunkten, Syrien, Irak, Libyen für Nachschub und Nachwuchs auf dem heimischen Arbeitsmarkt gesorgt. Nachhilfe bekamen sie dabei von den USA.

Wären die USA unter Obamas Führung über 2014 hinaus im Irak geblieben, wäre es kaum zu dem so erfolgreichen Vernichtungsfeldzug des Islamischen Staates (IS) und damit gar nicht erst zu Flüchtlingsflut im und aus dem Irak gekommen. Jetzt bringt Obama wieder Soldaten dorthin. Heute hü, morgen hott.

Kommentare (8)

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Herr Hans Mayer

11.06.2015, 13:45 Uhr

Wir werden uns alle noch wundern was hier noch möglich sein wird wenn erst einmal genug dieser "Flüchtlinge" hier sind.
Frankreich -Österreich- Ungarn usw. überall begehren die Menschen auf gegen diese "Flüchtlinge". Es gibt 57 wunderbare Moslemische Staaten, da müßten sich die Wirtschaftsreisenden doch gar nicht umgewöhnen. Aber erst wenn die "Gutmenschen" vor lauter Menschenliebe mal so richtig die Fresse vollgekriegt haben von den armen Asylanten und ihre Töchter vergewaltigt wurden werden diese Typen umdenken, dann wird es bereits zu spät sein.
Noch ein halbes Jahr und der Deckel fliegt hier vom Topf, der Druck muss nur beständig weiter hochgetrieben werden.

Herr Horst Meiller

11.06.2015, 13:53 Uhr

"Noch ein halbes Jahr..." Ich befürchte das dauert wesentlich länger, bis der schön abgerichtete, ruhiggestellte pauschaldeutsche Blödmichel aufwacht! Dann ist es auf jeden Fall zu spät! ):

Herr Ciller Gurcae

11.06.2015, 13:58 Uhr

Es sind keine Flüchtlinge, sondern Eindringlinge. Kein Land, außer dem systematisch verblödeten Deutschland, will die haben, diese tollen Fachkräfte.
Außerdem hat nicht der "MenschenSchlächter" Assad Chaos und Krieg verursacht, sondern Israel und die USA haben den Nahen Osten in Brand gesetzt. Das sind jedenfalls die Profiteure. Und als nächstes wollen sie offenbar Europa ins gleiche Chaos stürzen.

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