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04.11.2011

14:13 Uhr

Prognose erhöht

Steuerschätzer sagen Staat Geldschwemme voraus

Die hohe Beschäftigung spült Bund, Ländern und Gemeinden mehr Geld in die Kassen als bisher erwartet. Bereits 2011 können die Finanzminister mit einem Plus von 16 Milliarden rechnen, danach sollen es noch mehr werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

BerlinDer Arbeitskreis Steuerschätzung sagte dem Gesamtstaat am Freitag von 2011 bis 2015 um 39,5 Milliarden Euro höhere Einkünfte voraus als in seiner vorherigen Prognose im Mai. Neben der sprudelnden Lohnsteuer ist vor allem die vom Konsum getragene Umsatzsteuer für das Plus verantwortlich.

Für das laufende Jahr gehen die Experten davon aus, dass der Gesamtstaat 16,2 Milliarden Euro mehr Steuern einnimmt als gedacht. Im Jahr 2012 gehen sie von einem um 7,4 Milliarden Euro höheren Ergebnis aus. 2013 rechnen sie mit 4,5 Milliarden Euro mehr. Für 2014 erwarten sie ein Plus von 5,2 Milliarden Euro und für 2015 einen Zuwachs um weitere 6,2 Milliarden Euro. Das Finanzministerium erklärte, der Konsolidierungskurs müsse fortgesetzt werden.

Kommentar: Steuern, Steuern und noch mehr Steuern

Kommentar

Steuern, Steuern und noch mehr Steuern

Trotz Rezessionsangst und Euro-Krise sollen die Steuereinnahmen weiter kräftig sprudeln. Das weckt Begehrlichkeiten - besonders vor der Bundestagswahl. Daher spricht viel dafür, die Steuern ein bisschen zu senken.

„Über die Beseitigung der kalten Progression hinaus gibt es haushalterisch keine Spielräume.“ Die Steuerschätzung ist die Grundlage für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte. Dem Schätzerkreis gehören rund 35 Vertreter aus den Finanzministerien von Bund und Ländern, der Bundesbank, von Forschungsinstituten, der Kommunen, des Sachverständigenrates und des Statistisches Bundesamtes an.

Vor dem Hintergrund der Schätzung wollen die Spitzen der Koalition am Sonntag über eine Steuerentlastung der Bürger ab 2013 beraten. Dazu sind neben Steuersenkungen um sechs bis sieben Milliarden Euro im Jahr auch Veränderungen am Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent im Gespräch. Den Soli können Union und FDP im Bundestag ohne Zustimmung des Bundesrates beschließen, wo sie keine Mehrheit haben.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Mini-Me

04.11.2011, 14:24 Uhr

Hallo HB-Redaktion, Ihr Artikel suggeriert Übefluß.
Kaufmännisch gerechnet, kann man wohl nicht von Geldschwämme reden. Plus und Minus lernt man doch schon in der 1. Klasse.

RBern

04.11.2011, 14:28 Uhr

Der deutsche Bürger hat aber nichts von der Geldschwemme.

Account gelöscht!

04.11.2011, 14:56 Uhr

Für 2012 wären das also 92,50 Euro pro Bürger. Und das teilen sich dann Regierung, Länder, Städte und Gemeinden.

Bei einer unterstellten 3-Teilung sind das rund 31 Euro für jeden dieser drei Staatsteile.

Also erhält meine Stadt mit 60.000 Einwohnern genau 31*60.000 im Jahr 2012 mehr an Geld. Also eine Summe von rund 180.000 Euro.
Dummerweise hat meine Stadt Schulden in Höhe von 1.000.000.000
Nur die Zinsen auf diese Schulden sind bei angenommenen 3% schon 30.000.000

Also sind die Steuermehreinnahmen ziemlich für'n Arsch.

Für 180.000 extra in 2012 baut man keinen Kindergarten, kann man keine Straße neue machen und es reicht noch nicht mal für ein neues Auto bei der Müllabfuhr. Das ist der totale Witz!

Aber danke, dass wir darüber informiert wurden!

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