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15.01.2010

06:03 Uhr

Prognose

Regierung traut eigener Wachstumsbeschleunigung nicht

VonAxel Schrinner

ExklusivDie Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht von lediglich 1,5 Prozent Wachstum im laufenden Jahr aus. Darauf hätten sich die Abteilungsleiter der beteiligten Ministerien verständigt, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Damit befindet sie sich im unteren Bereich der Expertenprognosen.

Wirtschaftsminister Brüderle erwartet in diesem Jahr lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Reuters

Wirtschaftsminister Brüderle erwartet in diesem Jahr lediglich ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.

DÜSSELDORF. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte dem Handelsblatt, derzeit gehe die Regierung noch von 1,2 Prozent Wachstum aus. Die Arbeiten an der nächsten Projektion, die am 27. Januar vorgelegt wird, seien noch nicht abgeschlossen. „Man kann aber davon ausgehen, dass der Wert höher liegen wird“, sagte Brüderle. „Ich warne allerdings vor Euphorie. Wir haben noch einen steinigen Weg vor uns und dürfen die Risiken nicht vergessen.“

Mit ihrer Wachstumserwartung befindet sich die Regierung im unteren Bereich der Expertenprognosen. Nur das Institut für Weltwirtschaft ist mit 1,2 Prozent noch vorsichtiger. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel betonte gestern: „Zwei Prozent Wachstum sind machbar.“ Einige Bankvolkswirte halten gar bis zu drei Prozent in diesem Jahr für möglich. Angesichts der stagnierenden Wirtschaftsleistung im vierten Quartal wurden solche Erwartungen in Regierungskreisen jedoch als unrealistisch zurückgewiesen.

Gleichwohl fällt die Anhebung der Regierungsprognose um lediglich 0,3 Punkte recht moderat aus. Immerhin hat die Regierung zwischenzeitlich ihr Wachstumsbeschleunigungsgesetz beschlossen, das allein 2010 einen zusätzlichen Impuls von sechs Mrd. Euro bringen soll – das entspricht 0,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zudem beträgt der statistische Überhang 0,5 Prozent, so dass die Wirtschaftsleistung auf Jahressicht selbst dann wachsen würde, wenn sie in den kommenden vier Quartalen stagnierte.

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