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14.01.2013

16:24 Uhr

Prognosebörse

Rot-Grün hauchdünn vor Schwarz-Gelb

Eine Woche vor der Wahl erwarten die Handelsblatt-Leser einen Erfolg von Rot-Grün in Niedersachsen. Das Rennen ist aber extrem knapp. Ein Einzug der Linken oder der Piratenpartei in den Landtag könnte entscheidend sein.

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil hat gute Chancen neuer Ministerpräsident in Niedersachsen zu werden.

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil hat gute Chancen neuer Ministerpräsident in Niedersachsen zu werden.

DüsseldorfKnapp eine Woche vor der Wahl in Niedersachsen hat SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil gute Chancen Ministerpräsident David McAllister abzulösen. Auf der Handelsblatt-Prognosebörse kommt die SPD (32,3 Prozent) gemeinsam mit den Grünen (12,8 Prozent) auf 45,1 Prozent. CDU (36,9 Prozent) und FDP (5,5 Prozent) liegen mit zusammen 42,4 Prozent deutlich dahinter.

Offenbar haben die Eskapaden von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück der SPD bisher kaum geschadet. Sie konnte ihren Stimmanteil relativ stabil halten. Zwar legte die CDU seit Jahresanfang zwischenzeitlich etwas zu, inzwischen rangiert sie aber nahezu auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresanfang.

Auffällig ist, dass Rot-Grün vorne liegt, aber dennoch eine Mehrheit darauf setzt, dass David McAllister (CDU) Ministerpräsident bleibt. Grund dafür dürfte die Unsicherheit darüber sein, wie viele der kleinen Parteien FDP, Piraten und Linke den Einzug in den Landtag schaffen.

Laut Prognosebörse hat die FDP mit derzeit prognostizierten 5,5 Prozent die besten Chancen - Piratenpartei (4,9 Prozent) und Linkspartei (4,5 Prozent) würden hingegen beide knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Wenn die FDP und noch eine weitere kleine Partei es in den Landtag schaffen, würde es vermutlich eine Große Koalition unter Führung von David McAllister geben.

Mögliche Koalitionen nach der Wahl in Niedersachsen

Drei Parteien-Parlament - Rot-Grün

Über viele Monate waren sowohl die Meinungsforscher als auch die Parteien davon ausgegangen, dass die wahrscheinlichste Variante in Niedersachsen diesmal ein Drei-Parteien-Parlament mit CDU, SPD und Grünen sei. Denn sowohl FDP, Linkspartei als auch die Piraten dümpelten in den Umfragen abgeschlagen bei drei Prozent. Tritt dieser Fall ein, kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem rot-grünen Bündnis, auch wenn die CDU stärkste Kraft wird. Einzig eine absolute Mehrheit der CDU würde Ministerpräsident David McAllister in diesem Fall die Macht retten. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.

Vier-Parteien-Parlament - Schwarz-Gelb oder Rot-Grün

Die letzten Umfragen zeigen aber, dass die FDP offenbar doch gute Chancen hat, in den Landtag einzuziehen. In einem Vier-Parteien-Parlament mit den Liberalen gäbe es dann eine klare Lagerbildung. Denkbar ist angesichts der Koalitionsaussagen nur ein schwarz-gelbes oder ein rot-grünes Bündnis. Politiker aller vier Parteien betonen, dass sie eine Lager-Koalition auch eingehen würden, wenn diese nur eine Mehrheit von einer Stimme hätte.

Fünf- oder Sechs-Parteien-Parlament - Große Koalition

Angesichts der Umfrage-Schwäche von Linkspartei und Piraten gilt ein Fünf- oder Sechs-Parteien-Parlament als unwahrscheinlich. Nur bei dieser Konstellation könnte es zu ungewöhnlicheren Machtoptionen wie einer großen Koalition, einem schwarz-grünen Bündnis, einer rot-rot-grünen Landesregierung oder einer "Ampel" aus SPD, Grünen und Liberalen kommen.

Am wahrscheinlichsten ist in einem solchen Fall eine große Koalition: McAllister und SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil verzichten im Wahlkampf bewusst auf persönliche Angriffe. Das macht eine Koalition möglich, auch wenn die Sozialdemokraten das Wahljahr nicht unbedingt damit beginnen möchten, dass sie in Hannover Juniorpartner der CDU werden. Aber FDP und Grünen wiederum haben sich so klar auf ihren jeweiligen Koalitionspartner festgelegt, dass Bündnisse mit anderen Partnern sehr schwer vermittelbar wären. Weil hat ein rot-rot-grünes Bündnis mit der Linkspartei nicht ausschließen wollen, aber der Landesverband der Linkspartei gilt als unberechenbar.

Minderheitsregierung - Rot-Grün

Als große Unbekannte schwirrt in den Debatten auch die Option einer Minderheitsregierung herum, die es in Niedersachsen tatsächlich schon mehrfach in der Nachkriegsgeschichte für einige Monate gegeben hat. Denkbar wäre sie aber wohl nur in einem einzigen Fall - bei der Duldung einer rot-grünen Regierung durch die Linkspartei. Ein ähnliches Modell gab es bereits in Nordrhein-Westfalen. Die Variante gilt aber dennoch als unwahrscheinlich, weil sehr instabil. Auch die Vorläufer in Niedersachsen hielten nur wenige Monate.

Auf der Handelsblatt-Prognosebörse können Teilnehmer ihre Erwartungen für das Wahlergebnis in Niedersachsen über virtuelle Aktien handeln. Dabei wird Ihre persönliche Erwartung über Aktienan- und verkäufe in der Prognosebörse umgesetzt – und spiegelt sich im Aktienkurs für die jeweilige Partei wieder.

Die Teilnahme ist kostenlos, erfordert allerdings eine Registrierung, damit Ihre Handelsaktionen Ihrem Konto zugeordnet werden können. Sie können erst handeln, wenn Sie eingeloggt sind. Hier kommen sie zur Prognosebörse.

Von

jam

Kommentare (7)

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Vicario

14.01.2013, 18:08 Uhr

Vicarios Prognose :

SPD : 14 %, Tendenz fallend
CDU : 19 %, Tendenz fallend
FDP : 3 %, Tendenz gleichbleibend
GRÜNE : 3 %, Tendenz fallend
LINKE : 3%, Tendenz gleichbleibend
PIRATEN : 7 %, Tendenz steigend
FREIE WÄHLER : 21 %, Tendenz steigend
Splitterparteien unter 5 % : 8 %, Tendenz fallend
Nichtwähler : 22 %, Tendenz fallend

egal

14.01.2013, 18:28 Uhr

Pest oder Cholera?
Das ist die Wahl!

Account gelöscht!

14.01.2013, 18:29 Uhr

Es ist doch völlig egal, wer da rankommt und wer regiert.
Staatsverbrecher sind sie alle

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