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09.10.2015

16:14 Uhr

Protest-Agentur Campact

Wie ein kleiner Verein den Kampf gegen TTIP organisiert

VonAnja Stehle

Berlin steht eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre bevor. Zum Protest gegen das Freihandelsabkommen TTIP könnten am Wochenende Zehntausende zusammenkommen – dank eines kleinen Vereins aus Niedersachsen.

Verschiedene Aktionsbündnisse demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen TTIP – darunter auch Campact. dpa

Demonstrations-Aufruf gegen Handelsabkommen TTIP und CETA

Verschiedene Aktionsbündnisse demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen TTIP – darunter auch Campact.

BerlinEs könnte eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre in der Hauptstadt werden. Zwischen 30.000 und 40.000 Menschen werden am Samstag zum Protest gegen TTIP und Ceta in Berlin erwartet. 600 Busse und fünf Sonderzüge stehen bereit. Seit Monaten polarisieren die Freihandelsabkommen der EU mit den USA und Kanada die Bevölkerung – und das liegt auch an einem Verein: Campact.

Ob gegen den Abbau von Braunkohle, gegen die Vorratsdatenspeicherung oder gegen Fracking – wenn sich Wirtschafts- und Globalisierungskritiker empören, dann ist der Protest-Dienstleister Campact zur Stelle. Er bereitet die große Bühne für vormals ungehörte Worte. Der Verein mit Sitz in der niedersächsischen Kleinstadt Verden, weit weg vom politischen Berlin, organsiert Demonstrationen und liefert die markigen Parolen dazu. Er sammelt online Unterschriften und übergibt sie anschließend öffentlichkeitswirksam den Politikern. Campact steht für bunte, aufwändige Kampagnen, die den Medien schöne Bilder liefern.

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Der Protest gegen TTIP ist riesig. Für die Metallbranche sieht Rainer Dulger, Präsident des Verbands Gesamtmetall, jedoch Vorteile. Im Interview kritisiert er die „kurzsichtige Fundamentalopposition“ – und zu hohe Löhne.

Auch der Protest gegen TTIP funktioniert nach diesem Muster. Statt von Schiedsgerichten spricht Campact lieber von „Paralleljustiz“. Dem Chlorhühnchen hat Campact zu zweifelhafter Prominenz verholfen. Die Arbeit mit Schlagworten wie diesen schürt Ängste und sorgt somit für eine große Zahl an Unterstützern. Mehr als zwei Millionen Unterschriften hat Campact bereits gegen das Abkommen gesammelt. Für den Protestauflauf am Samstag liefert Campact den organisatorischen Unterbau. Der Verein koordiniert das Bündnis zu dem unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund, Umweltorganisationen wie BUND, WWF und Greenpeace und die Globalisierungskritiker von Attac gehören. Er kümmert sich um Bussen, Zügen, Plakate.

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