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24.03.2011

13:04 Uhr

Protest gegen Libyen-Enthaltung

Airbus-Chef verlässt die CSU

VonRüdiger Scheidges

Aus Protest gegen Deutschlands Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution hat ein hochrangiger Manager Konsequenzen gezogen: Airbus-Chef Thomas Enders hat die CSU verlassen.

Airbus-Chef Thomas Enders in Stade. Quelle: dpa

Airbus-Chef Thomas Enders in Stade.

Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Auf Anfrage erklärte Airbus, dies sei die Privatsache von Enders. Der Top-Manager wurde 2000 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Lenkungsausschusses der EADS, der Airbus-Muttergesellschaft. Seit August 2007 ist Enders CEO des Flugzeugherstellers Airbus. Seit 2005 ist er auch Präsident des Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Enders stammt aber aus der Politik. 1982 hatte er als Assistent im Bundestag seine berufliche Laufbahn begonnen. 1985 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Konrad-Adenauer-Stiftung. Außerdem arbeitete er am Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Bonn sowie am International Institute for Strategic Studies (IISS) in London. Von 1989 bis 1991 gehörte er dem Planungsstab des Bundesministers der Verteidigung in Bonn an. Minister war damals Gerhard Stoltenberg (CDU).

Deutschland hatte sich Anfangs der Woche im Uno-Sicherheitsrat enthalten, als es um das Mandat zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen ging. Damit hatte sich die Bundesregierung im westlichen Lager isoliert - und auch bei Sicherheitspolitikern der CDU und CSU harte Kritik einstecken müssen.

Mit seiner unentschlossenen Haltung hat sich Deutschland in Europa und im Westen isoliert. Während Frankreich und Großbritannien eine militärische Intervention aus der Luft unterstützen, um Libyens Machthaber Gaddafi von weiteren Angriffen auf sein Volk abzuhalten, sperren sich Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle gegen eine Militäraktion. Dennoch steht Deutschland politisch hinter den Militärschlägen: "Wir wünschen unseren Partnern viel Glück", sagte Bundeskanzlerin Merkel mit Blick auf die Militäraktion.

Kommentare (10)

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Morchel

24.03.2011, 14:30 Uhr

Der Mann hat Arsch in der Hose, nicht gezaudert es gibt noch Männer.Meine Hochachtung ist ihnen sicher.

weresglaubt

24.03.2011, 14:49 Uhr

So ein Sch...
So lenkt man populistisch vom Mismanagement bei Airbus ab. Der soll lieber sein Job machen.

Fortunio

24.03.2011, 14:58 Uhr

Herr Enders hat anderen "Loyalitäten" zu folgen als denen einer Regionalpartei gegenüber.
Der Daumen in Richtung Merkel/Westerwelle hat sich gesenkt.
Nächste Woche wissen wir mehr.

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