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02.12.2016

15:28 Uhr

Protest gegen Menschenrechtspreis

China bestellt hohe Diplomaten ein

Erneut ist es zu diplomatischen Spannungen zwischen Berlin und Peking gekommen. Chinas Regierung beklagt sich über die Ehrung der Ehefrau eines Bürgerrechtsanwalts. Auch die Franzosen kriegen Ärger.

Wang Qiaoling, die Frau des inhaftierten prominenten chinesischen Bürgerrechtsanwalts Li Heping, gewann den deutsch-französischen Menschenrechtspreis. In Peking sorgte die Verleihung für Ärger. dpa

Wang Qiaoling

Wang Qiaoling, die Frau des inhaftierten prominenten chinesischen Bürgerrechtsanwalts Li Heping, gewann den deutsch-französischen Menschenrechtspreis. In Peking sorgte die Verleihung für Ärger.

PekingNeue Verstimmung mit China: Aus Protest gegen die deutsch-französische Menschenrechtspolitik hat das Außenministerium in Peking am Freitag den deutschen und den französischen Gesandten gemeinsam einbestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld der deutschen Botschaft erfuhr.

China reagierte damit auf die Verleihung des deutsch-französischen Menschenrechtspreises am Vortag in Berlin an Wang Qiaoling, die Ehefrau des inhaftierten chinesischen Bürgerrechtsanwalts Li Heping, und die öffentliche Forderung nach der Freilassung des prominenten Juristen.

Dem Vernehmen nach hat sich die chinesische Seite bei der Einbestellung besonders über das gemeinsame deutsch-französische Vorgehen beschwert. Dies zeige, wie wichtig es sei, dass der deutsch-französische Motor in Sachen Menschenrechte in China wieder brumme, hieß es weiter.

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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte den Anwalt Li Heping in seiner Festrede für sein Engagement geehrt. „Mit Blick auf die in der chinesischen Verfassung verankerte Rechtsstaatlichkeit und den Grundsatz, dass Rechtsanwälte ihre Mandanten ungehindert verteidigen dürfen, rufen wir Chinas Regierung auf, Li Heping unverzüglich freizulassen.“

Mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault zeichnete Steinmeier dessen Frau Wang Qiaoling „für ihr unermüdliches Engagement und als Stimme der Familienmitglieder verhafteter chinesischer Anwälte und Aktivisten“ aus. Bei der Zeremonie wurde eine Videobotschaft von Wang Qiaoling gezeigt.

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