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10.04.2015

13:58 Uhr

Protest gegen Pegida

Junge Muslime wollen Dresdner aufklären

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die in Deutschland lebenden Muslime dazu aufgefordert, ihre Mitbürger über den Islam aufzuklären. In Dresden wollen junge Muslime nun wöchentlich Fragen zu ihrer Religion beantworten.

Die Aktion der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine Reaktion auf die islamfeindlichen Tönen bei Pegida-Demonstrationen. dpa

Pegida-Kundgebung in Dresden

Die Aktion der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine Reaktion auf die islamfeindlichen Tönen bei Pegida-Demonstrationen.

DresdenAngesichts der teils von islamfeindlichen Tönen begleiteten Pegida-Demonstrationen in Dresden wollen junge Muslime dort nun wöchentlich über den Islam informieren. Von diesem Samstag an würden jeweils etwa 30 Mitglieder der Jugendorganisation der islamischen Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in einer Dresdner Einkaufsstraße Bürgern Fragen zu ihrer Religion beantworten, sagte der Sprecher der Organisation, Saud Ata, am Freitag.

Ein Grund für die bis Juni laufende Aktion sei die Aufforderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die in Deutschland lebenden Muslime gewesen, über den Islam aufzuklären und Fragen zu beantworten.

Das Phänomen „Pegida“ und was dahinter steckt

„Pegida“

Als Ende Oktober die ersten paar Hundert Leute demonstrierten, stießen auf wenig Beachtung. „Pegida“-Anhänger protestieren gegen die vermeintliche Islamisierung Deutschlands und angeblichen Asylmissbrauch. Das neue Ausmaß der Demos schreckt Politiker und Experten auf, auch im Bund. Sie warnen vor „Hetze“ und „Pogromstimmung“. (Quelle: dpa)

Was wollen die „Pegida“-Leute?

Die Anhänger der Bewegung fordern eine strengere Asylpolitik und sind gegen die Aufnahme von „Wirtschaftsflüchtlingen“ – also Asylbewerbern, die ihrer Ansicht nach keinen Anspruch auf Schutz haben und angeblich nur auf Sozialleistungen aus sind. Sie wettern gegen muslimische Extremisten und vermeintliche Glaubenskriege auf deutschem Boden.

Wer steht hinter „Pegida“?

Der Initiator ist Lutz Bachmann. Der gelernte Koch ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Drogendelikten. An seiner Seite demonstrieren viele Bürger, die sich ausdrücklich nicht in die Nähe von Rechtsextremen gerückt sehen wollen. Auch Bachmann betont immer wieder, er lehne jede Art von Radikalismus ab. Es haben sich aber längst Hooligans, Neonazis und bekennende Islamfeinde unter die Protestler gemischt. Auch zahlreiche Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) sind dabei.

Ist das Phänomen auf Dresden beschränkt?

Nein. Inzwischen gibt es auch in anderen Regionen Ableger von „Pegida“ – etwa in Düsseldorf („Dügida“), Kassel („Kagida“), Bayern („Bagida“) oder Ostfriesland („Ogida“), aber auch in einigen anderen Städten. Die Bewegung wächst schnell – nicht zuletzt durch das Internet. Die Macher sind sehr aktiv bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken und mobilisieren so stetig neue Anhänger.

Warum halten Politiker und Experten die Bewegung für gefährlich?

„Pegida“ verallgemeinere extrem und vermische wild Themen, meinen Fachleute. Die Gruppe werfe „Kampfvokabeln“ in die Menge, nutze Ängste in der Bevölkerung und lade sie zu Ressentiments auf, sagt der Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke. Das sei klassischer Rechtspopulismus. Funke sieht bereits Ansätze einer rechtsextrem inspirierten Massenbewegung. Sicherheitskreise befürchten, dass Rechtsextreme die Bewegung systematisch unterwandern könnten. Auch viele Politiker sprechen von besorgniserregender ausländerfeindlicher Stimmungsmache. Die AfD zeigt dagegen Verständnis für die Proteste.

Wie konnte „Pegida“ entstehen?

Auslöser der Proteste ist die Asylpolitik. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt seit langem. Experten meinen, Bund und Länder hätten viel zu spät darauf reagiert. Das Ergebnis: Viele Kommunen sind mit der Lage überfordert, müssen Flüchtlinge in Wohncontainern oder Zelten unterbringen. Mancher Bürger hat daher das Gefühl, Deutschland könne damit kaum fertig werden – auch wenn das für die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sicher nicht zutrifft. Funke klagt, die politischen Verantwortlichen hätten es versäumt, auf solche Ängste in der Bevölkerung einzugehen. Die Linke wirft den Innenministern der Union vor, sie hätten für all das überhaupt erst den Boden bereitet – durch ihre Warnungen vor „Armutszuwanderung“ oder „Asylmissbrauch“.

Wie geht es weiter?

Bisher wurden die Dresdner Demos jede Woche größer. Inzwischen formiert sich aber einiger Widerstand gegen die neue Bewegung. Die Gegendemonstration in Dresden war am Montag fast so groß wie der „Pegida“-Aufmarsch. Experten mahnen, wichtig sei nicht nur breite Gegenwehr dieser Art. Entscheidend sei, vernünftig mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen umzugehen und so den Ängsten in der Bevölkerung zu begegnen. Das Thema „Pegida“ kommt Ende der Woche auch bei der Innenministerkonferenz in Köln auf den Tisch.

Die Ahmadiyya-Gemeinde sieht sich als Reformgemeinde. Sie wendet sich offensiv gegen Gewalt und setzt auf interreligiösen Dialog. Viele Muslime sehen sie aber als Sekte. Ihre Mitglieder gelten als gut integriert.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Billyjo Zanker

10.04.2015, 14:37 Uhr

Wir brauchen keine "Aufklärung" weder über den Islam noch über das Christentum, denn beides sind nur miese Menschenverachtende Märchen die sich durch nichts aber auch gar nichts beweisen lassen. Der Glaube, egal welcher, hat und bringt nur Haß, Mord und Elend zustande.

Der Glaube, egal welcher, ist die größte Geißel der Menschheit schon seit ewigen Zeiten, egal ob Priester vor tausenden von Jahren oder das islamische Glaubensgangsterpack wie z.Z. im Nahen Osten oder Südost Asien heute.

Herr Markus Bullowski

10.04.2015, 16:02 Uhr

Ein objektives Maß für die Gut- oder Schlechtheit des Islams können eigentlich nur die Auswirkungen des Islams in Ländern mit islamischer Bevölkerungsmehrheit sein. Also wie sich der Islam z.B. in Saudi-Arabien (Kernland des Islams, daher besonders wichtig) , Indonesien (größte muslimische Gemeinde) und anderen sehr islamischen Ländern (z.B. Pakistan, Yemen, Iran, Irak, Afghanistan...) auf Gesetze (Sharia oder nicht) und Gesellschaft (wieviele Fanatiker, wieviele Konflikte, Bevölkerungswachstum, Wohlstand) auswirkt.

Wie eine kleine Sekte, die sich als Reformer versteht, die eine Minderheit im Land und ohne politischen Einfluss sind, den Islam erklärt, sagt dagegen eigentlich gar nichts aus. Da kann ich mir auch gleich selbst Sand in die Augen streuen.

Frau Margrit Steer

10.04.2015, 16:16 Uhr

Entweder ist Merkel jetzt komplett durchgedreht, oder es ist ihr egal, wenn der Islamismus weiter voran schreitet.
Solche jungen Muslime können viele erzählen, die Wirklickeit sieht leider anders aus

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