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11.09.2014

17:12 Uhr

Provokante Plakate

Brandenburg FDP wirbt für Biber-Abschuss

Eine provokante Plakat-Kampagne für das Töten von Bibern soll der FDP in Brandenburg helfen, Wählerstimmen zu generieren. Menschen würden unter den Tieren leiden. Umfragen sehen die FDP aber weiter unter fünf Prozent.

Nach „Keine Sau braucht die FDP“ versucht die Partei sich erneut an einer provokanten Plakat-Kampagne und wirbt für das Abschießen von Bibern. dpa

Nach „Keine Sau braucht die FDP“ versucht die Partei sich erneut an einer provokanten Plakat-Kampagne und wirbt für das Abschießen von Bibern.

PotsdamDie ums politische Überleben kämpfende FDP in Brandenburg macht kurz vor der Wahl am Sonntag mit einem Plakat „Biber abschießen“ provokant auf sich aufmerksam. „Wir wollen aber nicht alle Tiere töten“, stellte FDP-Landeschef Gregor Beyer am Donnerstag auf Anfrage klar. „Wir brauchen aber ein Biber-Management, nachdem die Zahl der Tiere wieder stabil ist.“

Im Oderbruch, wo die meisten der etwa 400 Biber-Plakat hängen, würden die Menschen besonders unter den Tieren leiden.

Die FDP sorgte bereits mit einem Plakat „Keine Sau braucht die FDP!“ bundesweit für Aufsehen im Landtagswahlkampf. Die momentan mit sieben Abgeordneten im Parlament sitzenden Liberalen werden nach den Meinungsumfragen bei der Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Chronologie der FDP im Bundestag

1949

Die FDP erzielt bei der Bundestagswahl 11,9 Prozent und verhilft Konrad Adenauer (CDU) zur ersten Kanzlerschaft.

1953

Die Partei rutscht auf 9,5 Prozent ab und regiert weiterhin als stärkster Partner der Union unter Adenauer.

1957

Die Liberalen gehen mit 7,7 Prozent in die Opposition.

1961

Die FDP legt auf 12,8 Prozent zu und bildet mit der Union die erste rein schwarz-gelbe Koalition, zunächst unter Adenauer, ab 1963 unter Ludwig Erhard.

1965

9,5 Prozent reichen zur Fortsetzung des Bündnisses unter Erhard. Ein Jahr später scheidet die FDP aus der Regierung aus, als Union und SPD die erste große Koalition eingehen.

1969

Mit schwachen 5,8 Prozent ermöglicht die FDP die erste sozial-liberale Koalition unter SPD-Kanzler Willy Brandt. Walter Scheel (FDP) wird Vizekanzler.

1972

8,4 Prozent; das rot-gelbe Bündnis regiert weiter.

1976

7,9 Prozent trägt die FDP zur sozial-liberalen Regierung unter Helmut Schmidt bei. Starker Mann der FDP ist Hans-Dietrich Genscher.

1980

10,6 Prozent für Genschers Partei; Rot-Gelb bleibt – noch.

1982

Bruch der Koalition mit der SPD und Wechsel in ein Regierungsbündnis mit der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU).

1983

Bei der vorgezogenen Wahl fällt die FDP auf 7,0 Prozent. Doch es reicht für die Fortsetzung des gerade erst gebildeten christlich-liberalen Bündnisses. Es hält 16 Jahre.

1987

Die FDP steigert sich auf 9,1 Prozent, das Bündnis bleibt.

1990

FDP-Außenminister Genscher gilt als einer der Väter der Wiedervereinigung. Bei der ersten gesamtdeutschen Wahl stimmen 11,0 Prozent für die Liberalen.

1994

Die FDP sinkt auf 6,9 Prozent – die letzte Phase von Schwarz-Gelb beginnt.

1998

6,2 Prozent – die FDP muss wie die Union für elf Jahre in die Opposition. Das erste rot-grüne Bündnis startet unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder.

2002

7,4 Prozent reichen nicht für den erhofften Machtwechsel.

2005

9,8 Prozent sind wieder zu wenig: Die Union von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) koaliert mit der SPD.

2009

Ein 14,6-Prozent-Rekord sichert den Liberalen fünf Ministerämter in einer schwarz-gelben Regierung unter Merkel.

2013

Die FDP stürzt unter Parteichef Philipp Rösler auf 4,8 Prozent und gehört erstmals dem Bundestag nicht mehr an.

Zuvor hatten bereits andere Medien über die Plakataktion berichtet.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr C. Falk

11.09.2014, 17:33 Uhr

Tja, wer ist wohl dieser "Biber" zum Abschießen? Wahrscheinlich heißt er FDP
"freier demokratischer Piper" der da sein Leben aushauchen soll..... lol

Herr Wolfgang Trantow

12.09.2014, 13:30 Uhr

Wahl in Brandenburg! Wähler ab 16. Diese sollen unsere Zukunft bestimmen. Aber werden sie bzw. sind sie kriminell, dann zählt nur de Jugendschutz bis 21, da zu unreif? Wie passt das zusammen, wenn man kein Politiker ist???

Herr Tobias Wahrsager

12.09.2014, 18:46 Uhr

Ob Hartz-IV Empfänger oder Biber, die Schwächeren des Systems haben bei der FDP keine guten Karten. Ich zweifle nicht daran, dass größere Teile des neoliberalen FDP-Klientels insgeheim auch gerne sozial-schwache Menschen wie Kleinrentner, Arbeitslose oder Hartz-IV Empfänger abschiessen lassen würden. Belasten die Einkommenssteuer diverser selbsternannter neoliberaler Herkulesse doch sehr. Da ist allerdings -und Gott sei Dank- noch! das deutsche Strafgesetzbuch vor. Und überhaupt: Geht es mit dem sozio-ökonomischen Auseinanderdriften der europäischen Gesellschaften so weiter, soziale Unterdrückung breiter Bevölkerungsschichten und Megarbeitslosigkeit in Südeuropa und anderen EU-Staaten inklusive, dann drohen
den Damen und Herren von der neoliberalen Front sogar noch selbst umstürzende Armutsrevolutionen.

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