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13.11.2012

14:16 Uhr

Prozess um Nürburgring

Kurt Beck muss nun doch öffentlich aussagen

Kurt Beck geriet wegen der Pleite des Nürburgrings massiv in die Kritik. Nun müssen der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und bestimmte Mitglieder seines Kabinetts von 2009 doch öffentlich aussagen.

Ursprünglich sollte Ministerpräsident Kurt Beck nicht-öffentlich vernommen werden. dapd

Ursprünglich sollte Ministerpräsident Kurt Beck nicht-öffentlich vernommen werden.

Koblenz/MainzDer rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sowie sein gesamtes Kabinett des Jahres 2009 sollen im Nürburgring-Prozess nun doch öffentlich als Zeugen vernommen werden. Das Gericht werde um eine entsprechende Genehmigung bei der Landesregierung sowie der Landtagsverwaltung bitten, sagte der Vorsitzende Richter Winfried Hetger am Dienstag vor dem Koblenzer Landgericht. Er folgte damit einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft.

Ursprünglich war vorgesehen, diejenigen Mitglieder des damaligen Kabinetts nicht-öffentlich zu vernehmen, die noch heute Minister oder Landtagsabgeordnete sind. Die Vernehmungen werden voraussichtlich am 3. und 5. Dezember erfolgen. Diese Termine hatte die Mainzer Staatskanzlei vorgeschlagen.

Seinen Wutausbruch in München bereut Beck unterdessen nicht und verteidigt die Wahl deutlicher Worte in der Politik. „Manchmal denke ich, ich hätte auch das Maul halten können. Aber bei überkandidelter politischer "Correctness" geht mir die Hutschnur hoch“, sagte der scheidende Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Es muss auch mal ein deutliches Wort gesagt werden.“

Ein Student hatte dem 63-jährigen Beck bei der Feier zur Deutschen Einheit in München während eines Fernseh-Interviews zugerufen: „Die Bayern bezahlen den Nürburgring und den Betzenberg.“ Beck entgegnete damals: „Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach das Maul halten, wenn ich ein Interview mache?“

Deutschlands dienstältester Ministerpräsident betonte weiter, seine Berufserfahrung als Funkelektroniker und seine Bürgersprechstunden hätten ihm sehr geholfen, bodenständig und im Kontakt zur Bevölkerung zu bleiben. „Praktika für Spitzenpolitiker sind wertvoll, aber nicht das Gleiche wie wenn man mit seinem Beruf eine Familie ernähren muss“, sagte der scheidende Landesvater, der seit Samstag Ehrenvorsitzender der SPD im Land ist.

"Können sie mal das Maul halten?": Kurt Beck knöpft sich einen Zwischenrufer vor

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Bei einem Fernsehinterview hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck einen Zwischenrufer runtergeputzt. Die Szene erinnert an einen anderen Vorfall, bei dem Beck mit einem Arbeitslosen aneinander geriet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Marion

14.11.2012, 10:34 Uhr

Zitat.
Aber bei überkandidelter politischer "Correctness" geht mir die Hutschnur hoch“

Mir geht bei den mafiösen Strukturen in Mainz auch die Hutschnur hoch.

Nicht umsonst ist der Begriff "Mainzer Handkäsmafia" entstanden

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