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17.01.2013

22:19 Uhr

Psychisch Kranke

Bundestag ermöglicht Zwangsbehandlung erneut

Der Bundestag hat den Weg für Zwangsbehandlungen von psychisch Kranken oder geistig Behinderten wieder freigemacht. Befürworter begründen dies mit der Fürsorge für die Betroffenen, Kritiker sprechen von Folter.

Der Bundestag hat die Zwangsbehandlung von psychisch Kranken und geistig Behinderten wieder möglich gemacht. dpa

Der Bundestag hat die Zwangsbehandlung von psychisch Kranken und geistig Behinderten wieder möglich gemacht.

BerlinNach einer halbjährigen Pause ist die Zwangsbehandlung von psychisch Kranken in Notfällen wieder möglich. Der Bundestag billigte am Donnerstagabend mit großer Mehrheit einen entsprechenden Gesetzentwurf von Union und FDP. Damit wird Ärzten grundsätzlich erlaubt, psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen in Notsituationen auch gegen ihren Willen zu behandeln.

Dafür gelten jedoch einige Bedingungen: Voraussetzung ist etwa, dass einem Patienten ohne Eingreifen erheblicher Gesundheitsschaden droht. Ein Richter muss den Schritt genehmigen, und der Patient muss in stationärer Behandlung sein, also in einer Klinik versorgt werden und nicht in einer Praxis oder zu Hause. Zudem soll nach Möglichkeit ein zweiter Arzt die Notwendigkeit der Behandlung bestätigen. „Wir brauchen eine Regelung für (...) die Ausnahmesituation, wenn es anders gar nicht geht“, erklärte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) im Deutschlandradio Kultur.

Einige Monate lang war ein solches Vorgehen allerdings nicht mehr möglich. Im vergangenen Sommer hatte nämlich der Bundesgerichtshof entschieden, Zwangsbehandlungen seien nicht zulässig, weil eine ausreichende rechtliche Grundlage fehle. Genau dafür soll nun das neue Gesetz sorgen. „Ich glaube, dass wir jetzt deutlich die Situation verbessern, auch die Rechtsgrundlage klarer wird, sicherer wird für Ärzte“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Betroffenen-Vertreter hatten die Gesetzespläne allerdings scharf kritisiert und Zwangsbehandlungen als Folter bezeichnet. Die Linke, die als einzige Bundestagsfraktion gegen das Gesetz stimmte, sprach von einem schweren Eingriff in die Grundrechte und fraglichem Nutzen. Vertreter aus der Psychiatrie wie die Bundespsychotherapeutenkammer befürworteten hingegen die Neuregelung. Sie mahnten jedoch, Zwangsbehandlungen dürften nur das allerletzte Mittel sein.

Etwa 1,2 Millionen Menschen werden jedes Jahr stationär in psychiatrischen Einrichtungen therapiert. Etwas mehr als zehn Prozent davon landen gegen ihren Willen dort. Unklar ist aber, wie viele Patienten in solchen geschlossenen Stationen ohne ihre Zustimmung Medikamente bekommen oder andere medizinische Eingriffe über sich ergehen lassen. Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Mouse

18.01.2013, 01:29 Uhr

Einer flog über das Kuckuksnest !
Wenn jemand unliebsam ist, kann man Ihn auf diese Weise elegant aus dem Verkehr ziehen, braucht noch nicht eimal einen Verkehrsunfall wie Bei Heider !

maximilian@baehring.at

18.01.2013, 03:30 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

18.01.2013, 14:06 Uhr

wählt diese Ossi-Tussi und ihr Gefolge endlich ab. Es werden immer mehr und wir haben bald wieder das System. Armes Deutschland wo bist du gelandet.

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