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19.06.2014

14:35 Uhr

Quartalsbericht

Gesetzliche Krankenkassen im Millionen-Minus

Paukenschlag für Versicherungen: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahr haben die gesetzlichen Krankenkasse ein Minus von 270 Millionen Euro verkraften müssen. Die Zahlen zeigen finanzielle Spielräume auf.

Muster der elektronischen Gesundheitskarte verschiedener Krankenkassen: Die gesetzlichen Krankenkassen haben erhebliche Verluste einstreichen müssen. dpa

Muster der elektronischen Gesundheitskarte verschiedener Krankenkassen: Die gesetzlichen Krankenkassen haben erhebliche Verluste einstreichen müssen.

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal des Jahres ein Minus von rund 270 Millionen Euro eingefahren. Nach jahrelangen Steigerungen sanken die Finanzreserven der Krankenversicherung insgesamt erstmals wieder. Sie gingen seit dem Jahresende um knapp 3 auf 27,7 Milliarden Euro zurück. Davon entfielen rund 16,5 Milliarden auf die Kassen und 11,2 Milliarden auf den Gesundheitsfonds, die Geldsammel- und -verteilstelle der Krankenversicherung, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Einnahmen der Kassen von rund 50,7 Milliarden Euro standen 51 Milliarden an Ausgaben gegenüber. Die Kassenausgaben für Arzneimittel stiegen um 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die für Ärzte um 3,8 Prozent und die für Klinikbehandlungen um 5,1 Prozent. Beim Krankengeld gab es ein Plus von 6,6 Prozent.

Das Defizit der 132 Kassen insgesamt rührt laut Ministerium vor allem von einer Beteiligung der Versicherten an den hohen Finanzreserven her. Die Auszahlung von Prämien schlug mit 236 Millionen Euro zu Buche, freiwillige Leistungen etwa bei Reha, professioneller Zahnreinigung oder künstlicher Befruchtung mit 55 Millionen.

Wer beim Wechsel in die GKV hilft

Die Helfer

Anwälte, Rentenberater oder Mitarbeiter von Krankenkassen kennen sich im Sozialrecht am besten aus, wenn Privatpatienten von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) möchten. Auch Verbraucherschützer leisten Hilfestellung.

Anwalt.de

Die Internetseite anwalt.de bietet eine Suche nach Anwälten für Sozialrecht

Anwaltsuche

Auch die Internetseite Anwaltsuche liefert Spezialisten im Sozialrecht sowie weitere Informationen zum Thema

Anwaltsverein

Im Deutschen Anwaltsverein gibt es eine Arbeitsgemeinschaft für Sozialrecht. Auch hier wird auf eine Online-Anwaltsuche verwiesen. Einen Anwalt finden Interessenten hier auch über das Telefon 01805-181805. Die Auskunft selbst ist kostenlos, das Telefonat kostet – aus dem Festnetz – 0,15 Euro pro Minute.

Anwalt-Suchservice

Ein weiterer Dienst im Internet, um einen geeigneten Anwalt zu finden, ist der Anwalt-Suchservice

Ombudsmann

Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine unabhängige und für Verbraucher kostenfrei arbeitende Schlichtungsstelle, welche bei Meinungsverschiedenheit mit Versicherungsunternehmen die Entscheidungen der Versicherer neutral überprüft.

Bund der Versicherten

Die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten setzt sich für die Rechte der Verbraucher im Versicherungswesen ein.

Krankenkassen

Für die Techniker Krankenkasse, die 7,8 Millionen gesetzlich Versicherte betreut, sind Beratungen für Wechselinteressenten inzwischen Routine. Für PKV-Kunden ist die Kasse in den letzten Jahren ein attraktives Ziel gewesen. Allein 2011 kam 68.000 Personen aus der PKV.

Verbraucherzentralen

In den Verbraucherberatungsstellen tauche die Frage nach einer möglichen Rückkehr in die GKV zwar immer wieder auf, stellte Ilona Köster-Steinebach vom Bundesverband der Verbraucherzentralen jüngst fest. Gerade nach deutlichen Prämienerhöhungen wachse das Interesse an den gesetzlichen Kassen. Zu ihnen gebe es für Privatversicherte aber nur sehr begrenzten Zugang. Der Beratungsschwerpunkt liegt eher auf der Tarifwechselberatung innerhalb der PKV

 

Während die AOK einen Überschuss von 149 Millionen Euro erzielte, gab es bei den Ersatzkassen ein Minus von 317 Millionen und bei den Betriebskrankenkassen von 128 Millionen Euro. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wertete die Zahlen als Beleg dafür, „dass die finanziellen Spielräume der Kassen viel höher sind als vielfach behauptet wird“.

Der Gesundheitsfonds verzeichnete im ersten Quartal ein Defizit von 2,4 Milliarden Euro. Das sei für die Saison üblich und liege auch an der Reduzierung des Bundeszuschusses. Wegen noch ausstehender Urlaubs- und Weihnachtsgelder, höherer Tarifabschlüsse und Renten würden sich die Einnahmen des Fonds bis zum Jahresende wieder verbessern.

„Das Abschmelzen von Finanzreserven bei den Krankenkassen, die hohe Reserven besitzen, ist politisch gewollt und im Interesse der Versicherten“, betonte das Ministerium. Dem Kassenverband warf die Regierung vor, aus dem daraus resultierenden Defizit ein dramatisches Szenario für die gesamte Krankenversicherung zu konstruieren. Dabei bekämen die Kassen 2014 insgesamt Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds, die die Ausgaben zu 100 Prozent deckten.

Von

dpa

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