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30.01.2011

11:21 Uhr

Quote für die Führungsebene

SPD fordert 40 Prozent Frauen in Vorständen

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Unionspolitikerinnen überbieten sich derzeit mit Vorschlägen zur Frauenquote. Nach Familienministerin Schröder präsentierte nun Arbeitsministerin von der Leyen ihre Vorstellungen. Der Opposition gehen die Pläne nicht weit genug. SPD und Grüne fordern deutlich schärfere gesetzliche Regelungen.

Werden künftig Frauen die Führungsetagen von Unternehmen dominieren? Bernhard Ruthmann/Handelsblatt

Werden künftig Frauen die Führungsetagen von Unternehmen dominieren?

DÜSSELDORF. „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sind davon überzeugt, dass eine gesetzlich festgelegte Quote von mindestens 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände notwendig und effektiv ist“, sagte die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagfraktion, Caren Marks, Handelsblatt Online. Auch die Familienexpertin der Grünen, Katja Dörner, sagte Handelsblatt Online: „Wer wirklich mehr Frauen in Führungspositionen will, muss per Gesetz eine Quote einführen. Wir Grünen haben einen entsprechenden Gesetzentwurf ins Verfahren gebracht."

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte, mindestens 40 Prozent der Sitze in den Aufsichtsräten deutscher Unternehmen mit Frauen zu besetzen. "Diese Regelung sollte nicht irgendwann, sondern sofort greifen", sagte Gabriel "Spiegel Online". Er sprach sich auch für eine Quotierung für die Vorstände von Unternehmen aus. Die SPD wolle das über einen "verbindlichen Stufenplan" regeln.

Marks kritisierte die Idee von Familienminister Kristina Schröder für eine flexible Quote, die sie in Form eines Stufenplans umsetzen will, als unverständlich und widersprüchlich. „Wie soll denn eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung ausgestaltet sein?“, fragte die SPD-Politikerin. Dafür gebe sie bisher keine schlüssigen Antworten. Eine flexible Frauenquote sei der „falsche Weg“, betonte Marks. „Denn die von Frau Schröder angestrebte Verdreifachung des durchschnittlichen Frauenanteils in Führungspositionen führt gleichstellungspolitisch nicht zum Ziel.“

Eine Pflicht zur Selbstverpflichtung ohne klare Quote, wie das von Schröder angestrebt werde, sei ein „zahnloser Tiger“, sagte die Grünen-Expertin Dörner. Sie werde keinen Effekt haben. „Die Ministerin bedient sich eines Ablenkungsmanövers, um Aktivitäten in einem Feld vorzutäuschen, in dem dringender Handlungsbedarf besteht, statt wirklich Nägel mit Köpfen zu machen.“

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte sich am Freitag in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt für eine flexible Frauenquote per Gesetz ausgesprochen. Nach den Vorstellungen von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) soll der Schlüssel sowohl für die Vorstände als auch Aufsichtsräte vor allem von börsennotierten Unternehmen gelten. „Wo genau die Grenze liegen soll, müssen wir auf der Grundlage ausländischer Erfahrungen diskutieren“, sagte von der Leyen. An die Quote müssten Sanktionen gekoppelt werden, „sonst ist es weiße Salbe“. Denkbar sei, dass Mitglieder von Aufsichtsräten, die die Quote nicht erfüllten, kein Sitzungsgeld erhielten. Zudem könnten deren Beschlüsse zwar gelten, aber die Wahl des Gremiums für ungültig erklärt werden.

Kommentare (29)

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Gerd Kintzel

30.01.2011, 12:28 Uhr

Es ist schon bezeichnend, daß sich die SPD ausgerechnet die von Frau von der Leyen und Frau Schröder geäußerten Dummheiten nicht nur zu eigen macht, sondern gleich noch eins drauflegt.

Bakunin

30.01.2011, 12:34 Uhr

Super! ich fordere die Umwälzung aller bestehenden Verhältnisse. 70% Frauen, 10% Männchen,10% Schwule und Lesben, 10% eingeschriebene SPD-Mitglieder

Thomas Melber, Stuttgart

30.01.2011, 12:44 Uhr

Wie schaut das eigentlich in den Parteigremien der SPD oder bei den Gewerkschaften aus?

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