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20.04.2012

10:05 Uhr

Rainer Brüderle

„Ich bin kein Mann für alle Fälle“

VonThomas Sigmund

Die FDP soll wieder in die Erfolgsspur gebracht werden - das steht fest. Fraktionschef Rainer Brüderle spricht kurz vor dem FDP-Parteitag über die Ziele der Partei, die Zukunft von Philipp Rösler und eigene Vorhaben.

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle. dapd

Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle.

BerlinHandelsblatt: Herr Brüderle, die Altvorderen um Hans-Dietrich Genscher haben eine Neuorientierung der FDP angemahnt. Zu Recht?

Rainer Brüderle: Nein, und so habe ich den Wahlaufruf von Hans-Dietrich Genscher, Klaus Kinkel und Gerhart Baum auch nicht verstanden. Hier unterstützt beeindruckende Erfahrung hoffnungsvolle Jugend. Alle drei leben in NRW und unterstützen Christian Lindner nach Kräften. Es geht um eine Neuorientierung in Nordrhein-Westfalen: weg vom rot-grünen Schuldenmachen, hin zum generationengerechten Haushalten. Wir machen Schluß mit der Schuldenpolitik. Das ist das Thema von Christian Lindner und das wird auch noch deutlicher das Thema der ganzen FDP.

Soll die FDP sich noch stärker als marktliberale Partei positionieren ?

Unser klarer Kurs bei Opel und Schlecker war richtig. Alle anderen Parteien wollten in den beiden Fällen mehr Staatswirtschaft. Aber wir lassen uns nicht beirren. Freiheit und fairer Wettbewerb sind für uns nicht verhandelbar. Wir sind und bleiben die Partei der Sozialen Marktwirtschaft und des Mittelstandes. Uns geht es um klare Wettbewerbsregeln, Belastungsgerechtigkeit und Chancen für alle.

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Die FDP geht schwer angeschlagen in den Bundesparteitag. Verliert sie die Wahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, dürfte Parteichef Rösler nicht mehr zu halten sein. Mögliche Nachfolger stehen schon bereit.

Ihr Parteifreund Kubicki will eine mitfühlendere FDP. Können Sie damit etwas anfangen?

Wolfgang Kubicki und ich sind uns einig, dass wir die Köpfe und Herzen der Menschen gleichermaßen ansprechen müssen. Das Bekenntnis zu Freiheit und Verantwortung hat ja nicht nur etwas mit Vernunft zu tun, sondern drückt auch ein Lebensgefühl aus. Das müssen wir den Menschen vermitteln, so wie es ja auch Bundespräsident Joachim Gauck sehr überzeugend gelingt. Aus einem freiheitlichen Lebensgefühl muß dann freiheitliches Handeln folgen.

Viele Bürger fragen sich, ob Deutschland die FDP noch braucht.

Die FDP ist die einzig liberale Partei in Deutschland und ohne liberale Politik stünde unser Land heute nicht so gut da. Wir werden uns nicht sozialdemokratisieren wie die CDU. Die FDP will Bildungsvielfalt mit Gymnasien, starke Bürgerrechte, faire Wettbewerbschancen für den Mittelstand, Schuldenabbau und Steuergerechtigkeit. Die anderen wollen im Zweifel Einheitsschulen, mehr Überwachung, große Konzerne, mehr Schulden und höhere Steuern.

Kommentare (1)

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Radiputz

20.04.2012, 10:22 Uhr

Ich stehe auf "ein Fall für zwei", ich bin kein "Mann für alle Fälle", ist wenigstens witzig. Sonst nichts Neues von Herrn Brüderle.

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