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20.05.2012

13:45 Uhr

Rainer Brüderle

„Wir sind nicht auf dem Basar“

VonMichael Inacker, Thomas Sigmund

ExklusivDen Aufwind für die FDP hat so kaum jemand erwartet. Fraktionschef Rainer Brüderle über das Kampfgewicht der Liberalen, das Umschiffen riskanter Klippen unter Kapitän Rösler und den sicheren Weg aus der Krise.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, Rainer Brüderle. dapd

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, Rainer Brüderle.

BerlinHerr Brüderle, die FDP war bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen auch ohne Koalitionsaussage erfolgreich. Wäre das nicht auch ein Modell für die Bundes-FDP bei der Bundestagswahl 2013?

In beiden Ländern war die Situation anders als im Bund. Die bürgerliche Koalition arbeitet im Bund gut und erfolgreich zusammen. Und wir haben noch einiges vor. Ich kann alle nur warnen, die eine bürgerliche Mehrheit in diesem Land nicht mehr für möglich halten. Der sozialdemokratisierte Kurs hat sich für die CDU in Nordrhein-Westfalen nicht ausgezahlt. Da haben manche in der Union von neuen Machtoptionen geträumt und wachen nun im rot-grünen Nordrhein-Westfalen auf. In der FDP haben wir genügend Kampfgewicht auf die Waage gebracht.

Das Parteiensystem hat sich mit dem Erfolg der Piraten verbreitert. Müssen Sie da nicht ein Dreierbündnis in Betracht ziehen, wenn Sie nicht zwangsläufig in der Opposition landen wollen?

Im Bund und in vier großen Bundesländern regieren erfolgreiche schwarz-gelbe Koalitionen. Aus meiner Sicht lohnt es sich, auch zukünftig für bürgerliche Mehrheiten zu kämpfen. Wir haben mit der Kanzlerin in der Bewältigung der Schuldenkrise sehr viel geleistet. SPD und Grüne fordern Eurobonds und wollen den Fiskalpakt aufschnüren, das wollen wir nicht. Für uns steht die Stabilität des Geldes an erster Stelle.

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Müsste die FDP nicht auch personell aus dem Wahlergebnis Konsequenzen ziehen?

Was meinen Sie damit ?

Wären Christian Lindner und Sie nicht ein gutes Gespann für den Bundestagswahlkampf, nachdem die Boygroup um Rösler gescheitert ist?

Wir alle spielen in einem Team und Philipp Rösler ist unser gewählter Kapitän. Meine Arbeit als Fraktionsvorsitzender macht mir viel Freude. Für mich kommt es immer auf die gute Mischung an. Und die haben wir mit der jetzigen Mannschaft. Die FDP war immer dann gut, wenn sie sich generationenmäßig breit aufgestellt hat. Das Alter ist nicht entscheidend. Das haben Sie doch bei den Wahlen in Schleswig-Holstein und NRW gesehen. Zwischen den beiden Wahlsiegern Wolfgang Kubicki und Christian Lindner liegt eine Generation.

Vita

Fraktionschef

Rainer Brüderle ist seit Mai 2011 Fraktionschef der Freidemokraten im Bundestag. Der 66-jährige Rheinland-Pfälzer war zuvor Bundeswirtschaftsminister. Der Volkswirt wird als neuer Parteivorsitzender gehandelt, sollte der angeschlagene Philipp Rösler sein Amt abgeben müssen.

Machtzentrum

Die Bundestagsfraktion gilt durch Brüderle als das eigentliche politische Kraftzentrum bei den Liberalen auf Bundesebene. Er verteidigte vehement das Nein der Liberalen zu Staatssubventionen für Opel und Schlecker. Zuletzt setzten er und Rösler die Nominierung von Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten durch.

Also Lindner und Brüderle ?

Wir sind Teil eines guten Teams, das geschlossen für die Freiheit der Menschen in unserem Land kämpft.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

20.05.2012, 15:30 Uhr

Ein Aufwind für die (Bundes)-FDP ist nicht zu sehen. Die Wähler scheinen zu differenzieren, denn in NRW ist der Erfolg Herrn Christian Lindner zuzuordnen und in Schleswig-Holstein Herrn Kubicki; die Bundes-FDP aber verharrt unter der 5%-Grenze. Dieses ist Personen wie Westerwelle, Rösler & Brüderle zuzurechnen. Dafür ist seine Lippe (Herr Brüderle) ganz schön dick.

azaziel

20.05.2012, 16:15 Uhr

Niemals kann ich als Liberaler einer Partei meine Stimme geben, die fuer den ESM eintritt.

Account gelöscht!

20.05.2012, 18:17 Uhr

Na bitte, geht doch !

Seit sich die Partei wieder klar und deutlich zu Europa und zum Euro entschieden, und solche antieuropäischen Vollidioten wie Schäffler kaltgestellt hat, ist und bleibt sie auch meine 1. Wahl.

Welche Alternative hat man denn auch mit einem 7-stelligen Jahreseinkommen, wenn auswandern nach Singapore aufgrund des Zeitunterschieds problematisch, die Schweiz zu öde und Monaco too snobby ist ?

Weiter so, Rainer !

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