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22.04.2011

13:18 Uhr

Ramsauer prüft Zusammenarbeit

Stromnetz der Bahn soll Energiewende sichern

Der Deutschen Bahn könnte eine entscheidende Rolle beim Atomausstieg zuteil werden. Verkehrsminister Ramsauer hat es auf das Hochspannungsnetz der Bahn abgesehen - Konzernchef Grube missfällt das allerdings.

Peter Ramsauer (r.) und Bahnchef Rüdiger Grube. Quelle: dapd

Peter Ramsauer (r.) und Bahnchef Rüdiger Grube.

BerlinDie Bundesregierung will die Energiewende nach „Spiegel“-Informationen mit Hilfe der Deutschen Bahn (DB) angehen. Das konzerneigene Stromnetz könnte demnach zumindest teilweise den umstrittenen Bau neuer Stromtrassen ersetzen. „Wir werden das prüfen“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dem Magazin. Details sollen nach Ostern bei einem Treffen von Fachleuten aus dem Verkehrs- und Wirtschaftsministerium, der Bahn und der Bundesnetzagentur geklärt werden.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) jedenfalls begrüßt die Idee: „Eine enge Kooperation mit der Deutschen Bahn im Rahmen des Ausbaus des Stromverbundnetzes halte ich für wünschenswert“, sagte er dem „Spiegel“. Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger halte entsprechende „Pilotprojekte“ in Deutschland für „sehr nützlich“.

Die Bundesnetzagentur, die den deutschen Strommarkt überwacht, setze ebenfalls auf die Bahn: „Angesichts des gewaltigen Ausbaubedarfs sollten alle Möglichkeiten“ geprüft werden, sagte Präsident Matthias Kurth. Die Bahn verfüge über „das einzige flächendeckende Stromnetz, das wir in Deutschland haben“.

Wie das Magazin weiter berichtete, ist das Hochspannungsnetz der Bahn mit 7.800 Kilometern das zweitgrößte Deutschlands - nach dem des Energiekonzerns RWE. Bisher nutzt die DB ihre Stromtrassen allein. Um auch Privathaushalte und Industrie zu versorgen, wären einige Erweiterungen nötig. Die Spannung müsste den anderen Stromnetzen angepasst, die Übertragungsleistung erhöht werden. Dafür sind zumindest teilweise höhere Masten und neue Kabel erforderlich.

Bahn-Chef Rüdiger Grube sorge sich indes um die Kosten. Er stehe „den Überlegungen kritisch gegenüber“, zitiert der „Spiegel“ aus einem Brief Grubes an den CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

22.04.2011, 13:52 Uhr

Es könnte ein Königweg für die Energiewende werden, die Strommasten der Bahn auch für den Transport von "normaler Energie für Haushalte u. Industrie" zu verwenden.

Zwei Nutzer (Schiene u. Stromverbraucher) würden sich dadurch die Investitonen teilen un gleichzeitig könnte der Flächenverbrauch begrenzt werden. Die Genehmigungsverfahren könnten zusammengefasst und dadurch beschleunigt werden.

Aus meiner Sicht kostet der Netzausbau sowohl den Steuerzahler, als auch die Industrie u. die Verbraucher viel Geld. Wenn dieses z.Zt. vom Staat nicht vorhandene Geld investiert werden muss, ist es aus meiner Sicht "kostengünstiger" wenn ein Staatsunternehmen mit höchster Bonität (DB AG) die Investitionen tätigt.

Auch beim Netzausbau sollte auf die Kosten geachtet werden.

Wenn Bahnchef Rüdiger Grube dagegen rebelliert, muss man dem Manager klarmachen, wer der Eigentümer der Bahn noch immer zu 100 % ist. Und Politiker vertreten nunmal die Interssen der Bevölkerung im Staatsunternehmen.

Also ich setze auf die Vernunft der Politik und ihre Weitsicht. Endlich einmal ein "produktiver und zielführender Vorschlag" der Regierung zum Atomausstieg bzw. zur Energiewende, Gratulation Herr Ramsauer!

Sechszehnzweidrittel

22.04.2011, 16:37 Uhr

Herzlich willkommen in der Planwirtschaft!
Herr Ramsauer hätte doch besser Elektrotechnik studieren sollen, dann hätte er wahrscheinlich gewußt das eigene Stromnetz der DB ein einphasiges 110-kV-Hochspannungsnetz mit einer Frequenz von 16 2/3 Hertz ist. Das Hochspannungsnetz der Deutschen Bahn AG ist mit den technisch gleichgearteten Bahnstromnetzen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) verbunden, was den Austausch von Bahnstrom über die Grenzen ermöglicht.

Also verscherbeln wir unser Staatssilber für zusätzliche Umfomer, damit die Frquenz der Strommühle oder PV von 50 Hertz auf 16 2/3 und dann anschließend wieder auf 50 Hertz kommt. Achso nebenbei, das Bahnstromnetz hat allerdings einen besonders hohen Regelenergiebedarf, da z.B. ein ICE eine Leistung von fast 10 MW aufnimmt. Durch den Fahrbetrieb können innerhalb weniger Sekunden Lastschwankungen bis zu 300 MW auftreten. Das wird auch schon irgendwie ausgeregelt, falls nicht, werden eben die elektrischen Verbraucher (z.B. Ramsauer Mühlenbetrieb) zerstört.

Also, Schuster bleib bei deinen Leisten, ansonsten werden wir untergehen wie die DDR..., aber wer kauft dann schon die total verrückten Deutschen!

Ach ja, der Fahrplan der Bahn hat in der Zukunft den kleinen Zusatz "Fahrten nur bei Wind und Sonnenschein"

WMuede

22.04.2011, 16:39 Uhr

Die Bahn betreibt ein Wechselspannungssystem mit 110 kV bei 16 2/3 Hz. Das gesamte Netz ist für eine Leistung von rund 2000 MW ausgelegt und ist technisch nicht kompatibel zu dem Hoch- und Höchstspannungsnetz der öffentlichen Versorgung. Bestenfalls könnten einige Trassen (nicht Leitungen) genutzt werden. Aber auch hier passen die Trassenbreiten nicht zu den Anforderungen. Eine weitere politische Schnapsidee!

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