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17.02.2017

11:03 Uhr

Raser und Falschparker

Diplomaten begehen fast 23.000 Verkehrsdelikte

VonMartin Greive

Alle Appelle der Polizei zeigen wenig Wirkung. Ausländische Diplomaten begingen 2016 fast 23.000 Verkehrsdelikte. Spitzenreiter sind die Chinesen. Unter den größten Verkehrssündern sind aber auch einige Überraschungen.

Dank ihrer diplomatischen Immunität müssen Botschafter keine Verkehrsstrafen fürchten. picture-alliance

Rasen ohne Konsequenzen

Dank ihrer diplomatischen Immunität müssen Botschafter keine Verkehrsstrafen fürchten.

BerlinAusländische Diplomaten haben im vergangenen Jahr in Deutschland 22.816 Verkehrsdelikte begangen. Dies geht aus Zahlen der Berliner Senatsverwaltung für Inneres hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Die häufigsten Verstöße sind Parkverstöße, gefolgt von Geschwindigkeitsverstößen.

Gegenüber 2015 sank die Zahl damit leicht. Damals wurden noch 24.118 Verstöße festgestellt. Dank ihrer diplomatischen Immunität müssen die Botschafter keine Verkehrsstrafen fürchten. Denn das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen sieht vor, dass „Diplomaten Immunität von der Strafgerichtsbarkeit“ genießen. Das Zeichen „CD“ (Corps Diplomatique) und ein Diplomaten-Nummernschild reichen aus, um einem Strafzettel zu entgehen.

Die meisten Vergehen gingen auf das Konto chinesischer Diplomaten – aber auch Sudanesen und Philippiner sind unter den Top Ten.

Verkehrsdelikte ausländische Diplomaten nach Ländern

Platz 1

China (Volksrepublik): 735

Platz 2

Russische Föderation: 697

Platz 3

Saudi-Arabien: 683

Platz 4

Ägypten: 655

Platz 5

Amerika (USA): 629

Platz 6

Griechenland: 580

Platz 7

Sudan: 565

Platz 8

Philippinen: 485

Platz 9

Vietnam: 470

Platz 10

Iran: 447

Die Berliner Polizei hatte in der Vergangenheit immer wieder an Diplomaten appelliert, sich an die Verkehrsordnungen zu halten. Dennoch liegen die Verkehrsverstöße seit vielen Jahren konstant bei über 20.000. Für das Jahr 2014, als es 23.403 Delikte gab, hatte die Berliner Senatsverwaltung einmal berechnet, wie viel Geldbußen die Diplomaten eigentlich zahlen müssten und kam auf einen Betrag von 403.275 Euro.

Kommentare (2)

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Herr J. Schwarz

17.02.2017, 11:41 Uhr

CD und CC mit Sonderstatus. Die leben in einer anderen Welt. Entspechend fahren Sie Auto.

Kann man doch verstehen, oder? Die Gesezte gelten für die anderen, uns Bürgern.

Rainer von Horn

17.02.2017, 15:41 Uhr

Das ist wie bei "Farm der Tiere", einige Tiere sind halt "gleicher".

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