Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.11.2014

09:36 Uhr

Razzia im Rheinland

Polizei nimmt Kölner IS-Unterstützer fest

Extremisten rekrutieren ihre Kämpfer auch in Deutschland. Längst alarmiert die Unterstützung für radikale Islamisten in Nahost die Behörden. Jetzt ist der Polizei eine beachtliche Zahl von Verdächtigen ins Netz gegangen.

Razzia gegen Islamisten

Mit Diebesgut den Terror unterstützt

Razzia gegen Islamisten: Mit Diebesgut den Terror unterstützt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

KölnMit Festnahmen und Wohnungsdurchsuchungen ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen am Mittwochmorgen gegen eine Gruppe mutmaßlicher Islamisten vorgegangen. In Köln und der weiteren Umgebung wurden 8 Männer im Alter zwischen 22 und 35 Jahren festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Mit Einbrüchen vor allem in Kirchen und Schulen sollen sie die Ausreise von kampfeswilligen Gesinnungsgenossen finanziert und islamistische Kämpfer in Syrien unterstützt haben.

Außerdem wurden die Wohnungen von 20 Verdächtigen durchsucht, die dem radikalen salafistischen Spektrum zugerechnet werden. Sie sollen gefälschte Pässe besorgt und Geld oder Sachleistungen für die Dschihadisten nach Syrien geschickt haben. Allen Beschuldigten wird unter anderem die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen.

Bereits seit Mai vergangenen Jahres hat die Polizei den Angaben zufolge verdeckt gegen die Verdächtigten ermittelt. Die Einbrüche sollen sie in Köln, Bergisch-Gladbach, Siegen und den siegerländischen Städten Netphen und Kreuztal begangen haben.

Gegen einige der Verdächtigen aus Köln sowie einen weiteren 58 Jahre alten Mann geht auch die Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben vor. Zwei von ihnen werden verdächtigt, die Terrormiliz Islamischer Staat unterstützt und in Deutschland um Kämpfer für sie geworben zu haben. Beide sollen im Laufe des Mittwochs einem Haftrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Die anderen sieben Festgenommenen kommen in Köln vor den Haftrichter. Haftbefehle sind gegen alle Verdächtigen ergangen.

Islamismus im Netz

Mehr als 20.000 Accounts

Die Twitter-Studie der Dschihadismusforscher Ali Fisher und Nico Prucha

Netznutzung der Islamisten

In der Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die unter anderem die Bundesregierung in außenpolitischen Fragen berät, befassen sich mehrere Autoren damit, wie sich die Netznutzung ,moderner Dschihadisten' entwickelt.

Radikale Ansichten

Der Arabist, Buchautor und Journalist Yassin Musharbash bloggt in deutscher Sprache über Islamismus, Islamophobie und Nahostpolitik.

Der weltweite Dschihad

Jihadica, ein Blog des Center for Strategic Studies der John Hopkins Universität, dokumentiert regelmäßig und fundiert die Entwicklung des Dschihadismus.

Der 58-jähriger Pakistaner sei dringend verdächtig, seit 2013 die „ausländischen terroristischen Vereinigungen 'Islamischer Staat im Irak und Großsyrien' (ISIG) und 'Ahrar al-Sham' unterstützt“ zu haben. Er soll daran mitgewirkt haben, zwei Kämpfer aus Deutschland zu den Organisationen nach Syrien zu schleusen. Zudem wird ihm in einem Haftbefehl des Bundesgerichtshofs vorgeworfen, den Gruppen insgesamt 3200 Euro und ein Transportfahrzeug zur Verfügung gestellt zu haben.

Dem anderen Beschuldigten – einem 31 Jahre alten Deutschen – werde zur Last gelegt, verschiedene „ausländische terroristischen Vereinigungen“ unterstützt und in Deutschland Mitglieder für den Islamischen Staat geworben zu haben. Er sei dringend verdächtig, „seit 2013 in Deutschland Kämpfer für die Terrororganisationen zu rekrutieren und deren Reisen nach Syrien zu unterstützen“.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Markus Bullowski

12.11.2014, 10:04 Uhr

Das wird alles nur kurzfristig etwas bringen. Wo der Islam ist, gibts auch Islamismus, das sieht man überall auf der Welt. Nur weniger Islam würde: Durch weniger Einwanderung, weniger Moscheen, säkularer Aufklärung in Schulen. Aber das traut sich keine Partei in Deutschland.

Jo Heidenreich

12.11.2014, 10:05 Uhr

Sind doch alles Kultur-Bereicherer .... gegen die darf man doch auch nicht demonstrieren!?

Sergio Puntila

12.11.2014, 10:15 Uhr

Bedenkt man, wem der IS so alles zupass gekommen zu sein scheint, dürfte es Zeit werden, sich den Laden IS noch etwas genauer anzusehen - so rein präventiv...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×