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26.09.2014

00:00 Uhr

Reaktion auf S&P-Analyse

SPD warnt Union vor Annäherung an die AfD

VonDietmar Neuerer

ExklusivEine AfD-Analyse der US-Ratingagentur S&P hat die SPD aufgeschreckt. Sie befürchtet, die Union könnte versuchen, Positionen der eurokritischen Partei zu übernehmen, um deren Wähler an sich zu binden.

Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD): AfD-Höhenflug beunruhigt etablierte Parteien. dpa

Logo der Partei Alternative für Deutschland (AfD): AfD-Höhenflug beunruhigt etablierte Parteien.

BerlinDie SPD hat die Union davor gewarnt, auf den Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) mit einer europapolitischen Korrektur zu reagieren. „Für die SPD wäre es nicht tolerabel, wenn sich die CDU/CSU aus wahltaktischen Gründen den unverantwortlichen europapolitischen Positionen der AfD annähern würde“, sagte der Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Hinter Poß‘ Warnung steht die Befürchtung, die Union könnte sich aufgrund einer Analyse der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die sich kritisch mit der erstarkten AfD auseinandersetzt, gezwungen sehen, durch eine härtere europapolitische Regierungslinie Wähler zurückzugewinnen. „Die Aufgabe der Bundesregierung und der Großen Koalition ist es, dem blanken Populismus der AfD gemeinsam entschieden entgegenzutreten“, sagte das SPD-Bundesvorstandsmitglied. „Die Bundesregierung muss auch weiterhin einen Beitrag zur Stabilisierung des Euroraumes leisten.“

Der Grünen-Finanzexperte zeigte sich verwundert über S&P. „Mir ist neu, dass politische Analyse das besondere Kompetenzfeld von Ratingagenturen ist“, sagte Schick dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Unabhängig davon ist es dringend nötig, dass die Bundesregierung in der europäischen Wirtschaftspolitik endlich von der Bremse geht und den Weg für zusätzliche Investitionen in Deutschland und Europa freimacht.“

Wenig überrascht über den Erfolg der AfD gab sich deren Vorsitzender Konrad Adam. „Wir genießen Kredit. Was den Altparteien verloren geht, kommt uns zugute“, sagte Adam dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die Wähler schenken uns das Vertrauen, das sie zu den Regierenden, zu Bankern und zu Volksvertretern nicht mehr haben.“

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Umfragen zufolge liegt die AfD mittlerweile bei bundesweit zehn Prozent der Wählerstimmen. Die rechtskonservative Partei legte im Vergleich zur vergangenen Woche noch einmal um drei Prozentpunkte zu, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL hervorgeht.

Kommentare (7)

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Herr Teito Klein

26.09.2014, 07:46 Uhr

Die panische Angst der SPD vor der AfD
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Die SPD hat die Union davor gewarnt, auf den Aufstieg der Alternative für Deutschland (AfD) mit einer europapolitischen Korrektur zu reagieren. „Für die SPD wäre es nicht tolerabel, wenn sich die CDU/CSU aus wahltaktischen Gründen den unverantwortlichen europapolitischen Positionen der AfD annähern würde“, sagte der Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Die Sozialisten verfallen in Schnappatmung und schalten in den Panikmodus.
Nachts haben sie Albträume und wachen schweißgebadet auf.
Sie rufen den Notarzt da sie einen "Herzkasper" befürchten.
Wie kann sich die CDU nur mit der rechtsradikalen AfD einlassen?
Die AfD, das sind doch Eurofeinde, Europafeinde, Rechtsradikale, Ewiggestrige, Verfassungsfeine.
Ginge es nach den Sozialisten, müsste die AfD verboten werden.
Für die Sozialisten ist die AfD genauso gefährlich win der Islamische Staat (IS). Sie muss ausgerottet werden.

Herr Thomas Podgacki

26.09.2014, 07:46 Uhr

Die Sorge der SPD über eine erfolgreiche Annäherung der CDU an die AFD wäre nutzlos. Der AFD Wähler kann ganz gut unterscheiden, wer nur auf Stimmenfang ist und wem es um die Zukunft von Deutschland geht.
Ausserdem ist man sich bewusst, wer Verursacher dieser Krisenfolgen durch Aushebelung von Recht und Gesetz war und ist.
Ein solch kurzes Gedächnis traue ich dem AFD Wähler nicht zu.

Schönen Tag noch.

Frau Helga Trauen

26.09.2014, 08:05 Uhr

Die AfD sind allerdings auch verkappte Sozialisten! Sie frönen dem "christlichen Sozialismus".
Was benötigt wird, ist eine wirklich liberale Partei der Freiheit!
Alle Blockparteien jedoch, die das "politische Projekt" weiter vorantreiben und Deutschland darüber in die absolute Verarmung, werden Stimmen verlieren. Immer mehr! Bis zum bitteren Ende! Es dauert lange, bis die Mehrheit der Michel wach wird. Aber alles Blockparteien, ALLE, handeln gegen die Interessen der Deutschen.

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