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18.09.2011

19:38 Uhr

Reaktion auf Wahlerfolge

Nach Wowereit-Sieg nimmt SPD Kurs aufs Kanzleramt

Der Sieg in Berlin rundet für die SPD ein gutes Wahljahr ab. Bei sieben Wahlen reichte es siebenmal für die Regierung. Die SPD will nun spätestens 2013 wieder im Kanzleramt sitzen. Doch wer wird ihr Kanzlerkandidat?

Klaus Wowereit umarmt den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. dpa

Klaus Wowereit umarmt den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel.

BerlinKlaus Wowereit hat etwas, das Parteifreunde wie Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel oder Frank-Walter Steinmeier nicht haben: Er hat schon Wahlen für die SPD gewonnen. Und zwar gleich drei Mal hintereinander. Wie ein Popstar läuft Berlins Regierender Bürgermeister nach seinem „Hattrick“ am Sonntag klatschend über die Bühne der völlig überfüllten Kulturbrauerei im Szenebezirk Prenzlauer Berg. Mit einer Umarmung dankt er auch seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki: „Jörn hat auch viel ausgehalten in dieser Zeit.“

Auch wenn „Wowis“ Ergebnis eher mager ist: Den Sozialdemokraten geht es vor allem um den Genossen Trend. Und der ist derzeit klar rot-grün. Die Parteilinke hält Wowereit für einen geeigneten Bewerber im Rennen um die Kanzlerkandidatur. Ob der 57-Jährige will, ist unklar - und das Ergebnis dürfte seine Position in der K-Frage nicht gestärkt haben. Wowereit könnte jedoch vom Roten Rathaus nach der nächsten Bundestagswahl auf einen Ministerposten wechseln, wird spekuliert.

Die Marschroute der Bundes-SPD nach der Berlin-Wahl ist klar: Keinesfalls will man bei einem Zerbrechen von Schwarz-Gelb in eine Koalition unter Führung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eintreten. Spätestens 2013 will die SPD mit den Grünen auch im Bund wieder regieren.

Parteichef Sigmar Gabriel ruft den jubelnden Anhängern in der Kulturbrauerei zu, Schwarz-Gelb habe endgültig abgewirtschaftet. Es sei ein gutes Zeichen, dass die FDP mit ihrem „Euro-Populismus“ abgestraft worden sei. Die SPD könnte bei einem Ausscheiden der FDP eine Minderheitsregierung Merkels bis zur Neuwahl lediglich in wichtigen einigen Fragen unterstützen. Das beträfe die Ausweitung der Griechenland-Hilfen, die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms und die Einrichtung eines dauerhaften Hilfsfonds für kriselnde Euro-Länder.

Kommentare (1)

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Mazi

18.09.2011, 20:29 Uhr

Stellt die SPD sich jetzt neu auf und bricht mit den Schröderianer jetzt endgültig?

Ich hege Zweifel, weil die alten "Schlachtrösser" nach eigenem Denken sich noch stark fühlen.

Die Frage ist, ob Gabriel, Steinbrück, Steinmeier, Müntefering, Struck schon in der Ahnengalerie angekommen sind?

Gabriel taktiert geschickt und begleitet den Übergang.

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