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08.09.2011

15:15 Uhr

Reaktionen auf OECD

Top-Ökonom fordert „Krisenprogramme“ gegen Flaute

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Unsicherheiten für die deutsche Wirtschaft nehmen zu. Nicht nur die OECD sieht die Lage düster. Auch die EZB äußerte sich besorgt. Ein Top-Ökonom sieht es genauso und fordert, rasch Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Schiffe im Hafen in Hamburg. dpa

Schiffe im Hafen in Hamburg.

DüsseldorfDie Einschätzung der OECD, wonach das deutsche Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal schrumpfen werde, hat bei Wirtschaftsforschern in Deutschland ein geteiltes Echo ausgelöst. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) widersprach der Prognose vehement, während der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, ebenfalls zu einer düsteren Einschätzung kommt. „Die Befürchtungen der OECD sind leider berechtigt“, sagte Horn Handelsblatt Online. „Während die Konjunktur in Deutschland noch bis in den Sommer hinein sehr kräftig aussah, sind die Zeichen für einen Abschwung im kommenden Winter unübersehbar.“

IMK-Chef Horn glaubt, dass nicht der Konsum die Schwachstelle der Konjunkturdynamik sein werde, sondern die Exporte und in der Folge die Ausrüstungsinvestitionen. „Ursächlich hierfür sind die weltwirtschaftliche Abkühlung, das Auslaufen der Konjunkturpakete und die Folgen der Krise im Euroraum“, sagte der Ökonom.

Einzig die Euro-Krise sei derzeit wirtschaftspolitisch zu beeinflussen. „Denn die Austeritätsprogramme haben die Wirtschaften in den Krisenländern teilweise abstürzen lassen, was die Finanzmärkte zusätzlich verunsichert hat“, analysiert Horn weiter. „Diese Turbulenzen werden auf Dauer den Investitionsprozess in der Realwirtschaft gefährden.“ Nötig sind daher aus Horns Sicht „Krisenprogramme“, die ohne eine „Austeritätsrezession“ auskommen. „Ansonsten verheißt der konjunkturelle Ausblick auf 2012 nichts Gutes.“  

DIW-Konjunkturexperte Simon Junker geht zwar auch davon aus, dass sich das Wachstum in den kommenden Quartalen abschwächen werde. Doch: „Die Zuwächse werden unserer Einschätzung nach bis Ende 2012 noch überdurchschnittlich ausfallen“, sagte Junker Handelsblatt Online. „Eine Rezession ist keinesfalls in Sicht.“ Das liege unter anderem daran, dass das Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im Frühjahr die wahre Entwicklung unterschätze. So sei der Bau witterungsbedingt in den ersten Monaten des Jahres „außerordentlich stark“ gewesen, während es im zweiten Quartal eine leichte Gegenbewegung gegeben habe, erläuterte Junker.

Kommentare (10)

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Pendler

08.09.2011, 15:57 Uhr

Geht nicht, das ganze Geld wurde gerade an die Dolce-Vita Staaten überwiesen.

Smokie2011

08.09.2011, 17:50 Uhr

Na wenn das keine guten Neuigkeiten sind :) Die Wirtschaft schrumpft endlich! Weniger Konsum, weniger Verbrauch, mehr Freizeit usw. Hoffentlich beschleunigt sich der Schrumpfungsprozess noch.

Account gelöscht!

08.09.2011, 17:53 Uhr

Ach der Herr Horn, der stramem Sozi.
Der hat ja auch so viel Ahnung.
Er muß ja dem Genossen der Bosse gefallen und so fallen ja alle seine so tollen Studien auch aus.
Diese ganzen Typen sollten mal ihre Klappen halten, das Dummgeschwätz von denen kann doch niemand mehr hören

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