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19.04.2017

18:09 Uhr

Reaktionen auf Petry-Verzicht

Entsetzen, Respekt, Kritik und Häme

Kurz vor dem Bundesparteitag in Köln erklärt AfD-Chefin Frauke Petry: Ich will nicht Spitzenkandidatin meiner Partei sein. Damit überrascht sie nicht nur die Wähler, sondern auch die Mitglieder der AfD.

BerlinNach einem monatelangen Machtkampf in der AfD-Führung verzichtet Parteichefin Frauke Petry völlig überraschend auf die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl. Die Parteivorsitzende erklärte in einer am Mittwoch verbreiteten Videobotschaft, dass „ich weder für eine alleinige Spitzenkandidatur noch für eine Beteiligung in einem Spitzenteam zur Verfügung stehe“. Zur Begründung sagte sie, es sei ihr wichtig, dass ihre Partei drängende Sachfragen unabhängig von Personalfragen diskutiere.

Petrys Entscheidung wenige Tage vor dem Bundesparteitag an diesem Wochenende in Köln traf die große Mehrheit ihrer Parteifreunde unvorbereitet. „Ich war vorab nicht informiert“, sagte der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen.

Die Reaktionen auf Petrys Facebook-Seite reichten am Mittwoch von Entsetzen und Respekt bis hin zu Kritik und Häme. Unterstützer der Parteichefin stellten klar, dass Petry trotz ihres Verzichts weiterhin Spitzenkandidatin der sächsischen AfD für den Bundestag bleibe und damit auch noch Fraktionschefin werden könne.

AfD: Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur

AfD

Petry verzichtet auf Spitzenkandidatur

Kurz vor dem Parteitag in Köln stellt Frauke Petry klar: Sie wird nicht Spitzenkandidatin der AfD bei der Bundestagswahl. Mit ihrem Verzicht kommt sie einer Demütigung durch die Delegierten womöglich zuvor.

Der Co-Vorsitzende Meuthen räumte ein, dass mit dem Rückzug Petrys ein Streitthema des Parteitags potenziell abgeräumt sei. Hätte sie eine alleinige Spitzenkandidatur angestrebt, „wäre das sehr konfliktär gewesen“.

AfD-Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang, der Petrys Antrag unterstützt hatte, lobte sie für ihren Verzicht. Er sagte: „Sie nimmt sich erst einmal als Person zurück, damit die Partei diese wichtige inhaltliche Debatte jetzt führen kann.“ Als Anfang vom Ende Petrys als „Gesicht der AfD“ sei dieser Schritt keineswegs zu verstehen. „Sie bleibt ja Parteivorsitzende“, betonte Driesang.

Vorstandsmitglied André Poggenburg sagte: „Ich finde es schade, weil ich Frauke Petry als wichtige Figur in einem Spitzenteam gesehen hätte.“ Ob Petry nun noch Chefin einer künftigen Bundestagsfraktion der AfD werden könne, „diese Frage ist noch völlig offen“, sagte der Vorsitzende der Magdeburger AfD-Landtagsfraktion. Poggenburg wird dem rechten AfD-Flügel zugerechnet. Er steht dem umstrittenen Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke nahe, einem scharfen Gegner von Petry.

Die AfD will in Köln auch ihr Programm für die Bundestagswahl verabschieden. In ihrem Leitantrag dazu steht ein Kopftuchverbot in Bildungseinrichtungen, eine Entlastung kinderreicher Familien bei Steuer und Rente sowie die Ausbürgerung krimineller Deutscher mit Migrationshintergrund.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Marc Hofmann

19.04.2017, 18:59 Uhr

Da kann man sich nur verneigen,
Sie zeigt eindeutig, die Partei ist größer als die Personen.
Meinen Respekt, Frau Petry.
Wenn diesen Schritt endlich mal die Raute machen würde.

Herr Alessandro Grande

20.04.2017, 11:08 Uhr

Was Petry gar nicht nötig hatte, hat sie getan, chapeau!

Merkel als Katastrophe für Deutschland dagegen ware es nach dem bereits DURCH SIE angerichten Billionen-EUR-Schaden allerdings uns allen längst schuldig und hätte es übernötig, diese machtbessene und von allen guten Geistern und Resthirn verlassene, gealterte Frau bleibt jedoch weiter stur und zieht ihren rotgespülten Wahlkampf durch.

Der Wahnsinn geht also in eine weitere Runde im politischen Tollhaus Deutschland oder besser in Bananistan bzw. der DDR 2.0 :-(

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