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04.11.2014

18:19 Uhr

Reaktionen auf Rekordstreik

„GDL schadet dem Ansehen der Bundesrepublik“

ExklusivAngesichts des Lokführerstreiks am 25. Jahrestag des Mauerfalls übt die Berliner CDU deutliche Kritik an der Gewerkschaft GDL. Gerade der Zeitpunkt des Streiks schade dabei dem Ansehen ganz Deutschlands.

Kai Wegner, Generalsekretär der Berliner CDU: Harte Kritik am Vorgehen der GDL. dpa

Kai Wegner, Generalsekretär der Berliner CDU: Harte Kritik am Vorgehen der GDL.

BerlinDer geplante viertägige Streik der Lokführergewerkschaft GDL sorgt auch in der Berliner Landespolitik für große Empörung. „Die GDL schadet mit ihrem viertägigen Streik nicht nur der Deutschen Bahn und ihrem eigenen Anliegen, sondern dem Ansehen der gesamten Bundesrepublik", sagte Kai Wegner, Generalsekretär der Berliner CDU, dem Handelsblatt. „Gerade Berlin erwartet am Wochenende anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls zahlreiche nationale und internationale Gäste, die mit der Bahn anreisen möchten - ganz zu schweigen von den Berlinerinnen und Berlinern, die aufgrund der Feierlichkeiten in der Stadt unterwegs sind.“

Es sei „ein Unding, dass die GDL ausgerechnet zum Mauerfall-Jubiläum mit einem viertägigen Streik die Grenzen der verkehrlichen Belastbarkeit derart ausreizt“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete weiter. „Mir fehlt dafür jedes Verständnis. Auf Solidarität wird die GDL wohl verzichten müssen“, so Wegner.

Der Rekordstreik sorgt auch in anderen Teilen der Union sowie der SPD für Unmut. „Claus Weselsky verliert gerade jedes Maß“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi gegenüber „Spiegel Online“. Die SPD-Politikerin forderte Weselsky auf, seine Streikpläne zurückzuziehen. „Mit diesem abermaligen Ausstand schadet die GDL allen Gewerkschaften, sie beschädigt die Solidarität innerhalb der Bahn-Belegschaft, und sie verärgert Hunderttausende von Bahnkunden, denen jetzt Chaostage bevorstehen.“

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Auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber kritisierte die Lokführergewerkschaft gegenüber „Spiegel Online“ scharf. „Die Dauer des Streiks allein lässt jedes Maß vermissen“, sagte Tauber. „Ich verstehe den Ärger vieler Menschen, die täglich auf die Bahn angewiesen sind.“

Auch der Bundesverband für Groß-, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) hat den Streik als vollkommen unverhältnismäßig kritisiert. „Auf dem Rücken unbeteiligter Kunden und Unternehmen einen gewerkschaftlichen Konkurrenzkampf auszutragen, wird sich als Bumerang erweisen“, erklärte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag. Wegen des Streiks drohten Produktionsausfälle und damit erhebliche Einbußen. Die gesamte Logistikkette könne ins Stocken geraten.

Die Deutsche Bahn hält den angekündigten erneuten Lokführerstreik für „reine Schikane“. „Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Dienstag über den mehr als viertägigen Ausstand, zu dem die Gewerkschaft GDL aufgerufen hat. Das Unternehmen plant wie bei den vorherigen Streiks einen Ersatzfahrplan. So soll etwa ein Drittel des sonst üblichen Zugverkehrs angeboten werden können.

Weber zeigte sich empört über die Arbeitsniederlegung: „Während sich die Menschen in Deutschland darauf freuen, am 9. November den 25. Jahrestag des Mauerfalls zu feiern, will die GDL mit dem längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn das öffentliche Leben in unserem Land lahmlegen.“ Der Manager rief die Gewerkschaft auf, ihren Streikaufruf sofort zurückzunehmen „und sich umgehend mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen“.

Von

dne

Kommentare (9)

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Herr Egon Olsen

04.11.2014, 18:54 Uhr

Von wegen: Die GDL schadet nicht dem Anshen Deutschlands. Sie zeigt den europäischen Nachbarn viel mehr, dass die Deutschen noch nicht völlig abgestumpft sind und allmählich erwachen. Es ist wieder einmal November Herr Generalsekretär. Kleine Nachhilfe in Geschichte: Novemberrevolution 1848 . . . Umsturz in der DDR . . . Ende der EU? November ist der Lieblingsmonat des Widerstandes. Schließt Euch an!

Herr Teito Klein

04.11.2014, 19:02 Uhr

Die Terrororganisation GDL will Deutschland lahmlegen
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Das ist die beste Werbung für Fernbusse, LKWs, Mietwagen, Taxis und das fliegen.
Wer am 9. November nach Berlin will, kann doch fliegen. Von Tegel zum Brandenburger Tor kommt er dann mit dem Taxi.
Und sicherlich werden alle Fernbusse nach Berlin fahren.

Herr Fred Meisenkaiser

05.11.2014, 07:18 Uhr

Da hat sich die Einheitsgewerkschaft DGB eingerichtet, hat einen Kuschelkurs gegenüber den Arbeitgebern gefahren.
Während in den Chefetagen und bei den sog. Investoren die Gewinne explodierten, wurden die Arbeitnehmer, die all dies erwirtschafteten mit Einkommensverlusten entlohnt. Zudem wurde noch ein Dumpinglohnbereich aufgebaut, ohne dass der Einheits-DGB etwas Ernsthaftes dagegen tat.
Und nun kommt eine Gewerkschaft daher, die diese Idylle der Arbeitgeber zerstören will, und Verbesserungen und sogar Einkommenszuwächse fordert. Wie nicht anders zu erwarten, werden sofort die Systemmedien aktiviert, die Springermedien hetzten – allen voran die BLÖD-Zeitung mit gewohnt bodennaher Intelligenz.
Und selbst die doch eigentlich neutralen ÖR berichten entsetzt überdie entstehende Gefahr für die Einnahmen der Reichen im Lande!
Dabei fand man es in Deutschland doch gut, als vor wenigen Jahren eine kirchliche Gewerkschaft Dumpinglöhne gegen die IG-Metall durchsetzte – Vielfalt nannte man dies damals. Allerdings sorgte diese Gewerkschaft auch für noch höhere Gewinne der Unternehmenseigner.
Dabei sind mehrere Gewerkschaften beispielsweise in Frankreich durchaus üblich. Im Ergebnis dessen, ist der Sozialabbau dort auch nicht so weit fortgeschritten ´, wie bei uns.

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