Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2006

21:09 Uhr

Reaktionen aus der Politik

Trauer und Bestürzung auch im Ausland

Mit Trauer und Anteilnahme wurde am Freitag im In- und Ausland die Nachricht vom Tod des Altbundespräsidenten und ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten aufgenommen. Politiker und Kirchenvertreter würdigten Rau als großen Staatsmann und überzeugten Christen. Rau starb am Freitag nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren in Berlin.

HB BERLIN. Bundespräsident Horst Köhler trauert um seinen Vorgänger. In einer Erklärung des Präsidialamtes auf seiner Internet-Seite hieß es am Freitag: „Sein lebenslanges Streben nach Versöhnung, sein Gefühl dafür, was die Menschen im Lande bewegt, und nicht zuletzt sein Humor sind uns allen in guter und lebhafter Erinnerung.“ Mit Rau verliere die Bundesrepublik einen der bedeutendsten Politiker der Nachkriegszeit. „Wir werden den Menschen Johannes Rau nicht vergessen“, versicherten auch die Mitarbeiter des Präsidialamtes.

Bundeskanzlerin Merkel betonte, Rau habe dem Amt des Bundespräsidenten eine „starke politische Bedeutung“ gegeben. Sie habe Rau als „besonders aufrichtigen und verlässlichen Menschen kennen gelernt“. Die Kanzlerin hob aber auch den Humor von Rau hervor. Er habe bekannterweise gerne Witze erzählt. Ihr Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) nannte Rau „Sympathieträger, Identifikationsfigur und moralisches Gewissen“.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zeigte sich tief betroffen. „Mit Johannes Rau ist ein aufrechter Demokrat von uns gegangen, dessen politischer Stil vorbildhaft war“, erklärte er und fügte hinzu, Rau habe immer wieder glaubwürdig vorgelebt, „dass unabhängig von parteipolitischen Erwägungen im Mittelpunkt jeder Politik der Mensch stehen muss“.

SPD-Chef Matthias Platzeck hat die Verdienste des verstorbenen Altbundespräsidenten Johannes Rau gewürdigt. „Die deutsche Sozialdemokratie trauert um Johannes Rau. Wir haben einen unersetzlichen Freund verloren, der einer der bedeutendsten und beliebtesten Politiker unseres Landes war“, erklärte er am Freitag in Berlin. Rau habe sich „um seine Heimat Nordrhein-Westfalen und um das ganze Land und seine Menschen unschätzbare Verdienste erworben“. Platzeck fügte hinzu: „Er wird uns fehlen.“

„Johannes Rau war ein großer Staatsmann, dem Deutschland sehr viel zu verdanken hat“, erklärten die Grünen-Fraktionschefs Renate Künast und Fritz Kuhn. Sein Lebensmotto Versöhnen statt Spalten habe er beispielhaft vorgelebt. Die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer hoben hervor, Rau habe „die Sorgen und Nöte der Menschen ernst genommen“.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch nannte Rau einen Bürgerpräsidenten. „Sein christlich geprägtes Menschenbild war stets Leitschnur seines Handelns, so werden wir uns stets an ihn erinnern“, erklärte Koch. „Johannes Rau war eine überragende politische Persönlichkeit unseres Landes, er hat für Deutschland gelebt“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und fügte hinzu, „Rau konnte mit der Kraft des Wortes Brücken bauen“.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat den verstorbenen Altbundespräsidenten Johannes Rau als einen der großen Politiker der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. „Politik bedeutete für ihn Dienst am Menschen“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende am Freitag in Mainz: „Er wurde nicht nur hoch geachtet, er wurde von den Menschen geliebt, weil er die Menschen liebte.“ Rau habe einen eigenen politischen Stil gepflegt, sagte Beck. Sein menschenfreundlicher Humor bleibe in liebenswerter Erinnerung. Der Mainzer Regierungschef würdigte Raus Bedeutung für die internationale Versöhnungsarbeit. Diese habe das Ansehen Deutschlands in der Welt gemehrt. „Johannes Rau war ein Freund Israels, der als erster deutscher Politiker im israelischen Parlament sprechen durfte.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×