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23.09.2013

12:35 Uhr

Reaktionen

„Europa wird Merkelland“

Ein „Desaster“ finden Griechen, Italien gratuliert und in Finnland beäugen Politiker die wachsende Macht der Kanzlerin. Und auch Frankreich meldet sich zu Wort. Europäische Reaktionen auf den deutschen Wahlabend.

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wahlabend 2013. Das europäische Ausland reagierte geteilt auf das große Vertrauen der Wähler in Merkel. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wahlabend 2013. Das europäische Ausland reagierte geteilt auf das große Vertrauen der Wähler in Merkel.

Athen„Ein Triumph für die Königin des Spardiktats.“ So titelte am Montag nach dem Wahlsieg von Bundeskanzlerin Angela Merkel die meistverkaufte griechische Tageszeitung „Ta Nea“. Für das Blatt steht fest: „Europa wird Merkelland.“ Auch auf den Straßen Athens gab es wenig Jubel für Merkel, die in dem Euro-Krisenland als Verantwortliche für die massiven Sparmaßnahmen angesehen wird. „Merkel ist gut für die Deutschen, aber für uns arme Leute im Süden ist es ein Desaster“, sagte ein 36-jähriger Kurier. Es werde weitere Sparvorgaben geben. Ein 56-Jähriger räumte dagegen ein: „Wir beschweren uns, aber wer sonst würde uns all das Geld geben?“ Die Griechen müssten dies akzeptieren. Von offizieller Seite gab es zunächst keinen Kommentar.

Italiens Ministerpräsident Enrico Letta gratulierte Merkel: „Es ist ein wichtiges Resultat für Europa“, sagte er dem Sender SkyTG24. Wichtig sei vor allem, dass die euro-kritische Partei AfD nicht in den Bundestag gekommen sei. „Ich denke, das ist ein gutes Signal.“ Finnland betonte, Merkel werde durch das Votum noch mächtiger in Europa. „Wenn sie eine bestimmte Sicht hat, wird sich diese Sicht in der ein oder anderen Form sicher durchsetzen“, sagte Finnlands Europa-Minister Alexander Stubb dem Sender MTV3. Die Union legte kräftig zu, muss sich aber einen neuen Koalitionspartner suchen, weil die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag nicht geschafft hat.

In Frankreich forderte die konservative Tageszeitung „Le Figaro“, dass Merkel den stotternden deutsch-französischen Motor in Europa wieder anwerfe. „Merkel sollte nun der europäischen Integration neues Leben einhauchen“, schrieb das Blatt.

Von

rtr

Kommentare (8)

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HofmannM

23.09.2013, 12:52 Uhr

Solange Deutschland weiterhin für den EURO zahlt und bürgt sind alle EU-Länder zufrieden.
Sobald aber Deutschland sich zu tode gezahlt und gebürgt hat und selbst am sozialen und wirtschaftlichen Abgrund steht und nicht mehr mit Zahlungen und Bürgschaften den EURO (Schuldenländer) unterstützen kann, werden die Schuldenländer wie die Wölfe über Deutschland herfallen!
Fr. Merkel hat mit ihrer Euro-Rettung und der Energiewende die Lunte an einen sozialen europäischen Sprengstoff entzündet!
Die Uhr läuft für den EURO und Merkel ab. Der Druck der Unzufriedenheit wird von Monat zu Monat ansteigen. In Europa und in Deutschland!

Schlosser

23.09.2013, 13:59 Uhr

Dieses Ergebnis kann man nur aus einer Sicht bejubeln- jetzt geht endlich alles noch schneller den Bach runter, hoffentlich.
Aber bis es der CDU wie der FDP ergeht, dauert es wohl noch ein wenig. Bis dahin- zurücklehnen und Genießen:
Je größer der Fall umso lauter der Knall.

Thomas

23.09.2013, 15:35 Uhr

Jedes bekommt das was er verdient hat. Wer sich von
den Medien verblöden lässt, hat selber Schuld.Die
Banken und die Geldelite hat gewählt.

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