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16.06.2017

20:02 Uhr

Reaktionen zum Tode Helmut Kohls

„Er hat einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit beantwortet“

Immer mehr Weggefährten und Politiker Helmut Kohls sprechen nach dem Tod des Altkanzlers ihr Beileid aus und bedanken sich für seinen Verdienst um die Einigung Europas. Ein Überblick über einige Reaktionen.

Der damalige US-Päsident Bill Clinton (l) begrüßt am 21.06.1997 in der Universität von Denver (USA) den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zu einem formalen Essen für die führenden Teilnehmer des G8-Gipfels. dpa

Helmut Kohl ist tot

Der damalige US-Päsident Bill Clinton (l) begrüßt am 21.06.1997 in der Universität von Denver (USA) den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zu einem formalen Essen für die führenden Teilnehmer des G8-Gipfels.

BerlinAltkanzler Helmut Kohl ist am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. 16 Jahre lang hatte er als Bundeskanzler die Geschicke des Landes gelenkt und in dieser Zeit die Deutsche Einheit durchgesetzt und den Euro auf den Weg gebracht. Nun nimmt Deutschland und die Weltgemeinschaft Abschied von einem der ganz Großen.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton würdigte Kohls „visionäre Führungskraft“. Damit habe er Deutschland und Europa auf das 21. Jahrhundert vorbereitet. „Er war aufgerufen, einige der monumentalsten Fragen seiner Zeit zu beantworten“, heißt es in einem von Clinton verbreiteten Statement. „Indem er sie richtig beantwortete, machte er die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands möglich und die Schaffung der Europäischen Union.“

Clinton, der von 1993 bis 2001 US-Präsident war, erinnerte sich an einen Berlin-Besuch nach der Wiedervereinigung: „Ich werde nie vergessen, wie ich mit ihm 1994 durch das Brandenburger Tor gegangen bin, zu einer Großkundgebung auf der Ostseite, als ich echte Hoffnung in den Augen Zehntausender junger Menschen gesehen habe“, heißt es in der Erklärung Clintons. „Ich wusste in diesem Moment, dass Helmut Kohl der Mann war, der ihnen dabei helfen konnte, ihre Träume zu verwirklichen.“

Und er fügte hinzu: „Die Geschichte zeigt auch weiterhin, dass er geliefert hat.“ Gemeinsam mit seiner Frau Hillary kondolierte Clinton der Familie Kohls, darunter seiner Ehefrau Maike und den Söhnen Walter und Peter, sowie dem deutschen Volk

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger sprach von einem „Verlust eines engen und verlässlichen persönlichen Freundes“. „Helmut Kohl war eine historische Figur, die entscheidend zur Deutschen Wiedervereinigung, der Europäischen Einigung und der transatlantischen Partnerschaft beigetragen hat“, heißt es in dem Statement Kissingers. Kissinger, der im fränkischen Fürth geboren worden war, war von 1973 bis 1977 US-Außenminister und galt auch danach als einflussreiche Stimme in der amerikanischen Außenpolitik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Kohl als großen Deutschen und großen Europäer. „Ich verneige mich vor seinem Andenken“, sagte Merkel in Rom. „Helmut Kohl ist ... zu einem Glücksfall für uns Deutsche geworden“, sagte Merkel zu seiner Leistung während der deutschen Einheit. Man werde noch einige Zeit brauchen, um die Dimension seiner politischen Arbeit in Gänze zu würdigen. Kohl habe die historische Chance zur Wiedervereinigung ergriffen - und dies im Einklang mit den Verbündeten. „Das war höchste Staatskunst im Dienste der Menschen und des Friedens“, sagte Merkel. „Da war Helmut Kohl der richtige Mann zur richtigen Zeit.“

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

Auch für den Vorsitzenden der NRW-CDU, Armin Laschet, geht mit Kohl eine der „prägenden und historischen Persönlichkeiten der Bonner Republik“. Zudem würdigte er die Bedeutung Kohls für die Entstehung der Europäischen Union: „Bis zuletzt war ihm die Einigung Europas ein Herzensanliegen. So habe ich es auch bei unserer letzten Begegnung in seinem Haus in Ludwigshafen erlebt. Wer Kohl zuhörte, wusste um den Schatz Europa“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Linke-Parteivorsitzende Katja Kipping

Kanzleramtschef Peter Altmaier

CDU-Fraktionschef Volker Kauder bezeichnet Kohl als „Wegbereiter der deutschen Einheit“. Auch in seinen letzten Lebensjahren sei der CDU-Fraktion sein Rat wichtig gewesen. „Als sein Vermächtnis bleibt, dass wir uns auch in Zukunft für das einige Europa einsetzen müssen“, schreibt Kauder. Gerade in diesen außenpolitisch unruhigen Zeiten solle man sich immer daran erinnern, wie wichtig ein geeintes Europa für Deutschland sei.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann würdigt Kohls Einsatz, dem es maßgeblich zu verdanken gewesen sei, dass die Einführung einer gemeinsamen Währung und eine Vertiefung der Europäischen Union gelungen sei. „Er hatte den Mut und das strategische Geschick, im richtigen Moment die Chance für die Einheit Deutschlands zu ergreifen“, schrieb Oppermann in einer Pressemitteilung. Mit Helmut Kohl habe man einen „über die Grenzen Deutschlands hinaus hoch anerkannten Staatsmann verloren“.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy

Antonio Tajani, Präsident des Europäischen Parlaments

Manfred Weber, Chef der Konservativen im Europaparlament (EVP)

Guy Verhofstadt, Chef der Liberalen im Europaparlament (ALDE)

Julia Klöckner spricht als Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU die Trauer der 43.000 Parteimitglieder um ihren Landesvater aus. Kohl habe die CDU damals als „junger Wilder“ erfolgreich reformiert und modernisiert, wie kaum jemand nach ihm. „Mit Helmut Kohl verliert unser Land eine seiner prägendsten Persönlichkeiten, und viele von uns verlieren mit ihm einen Weggefährten, der an diesem Tag fast unersetzlich scheint“, schreibt die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende in einer Mitteilung am Freitag.

Die Christlich Soziale Union (CSU):

Österreichs Europaminister Sebastian Kurz

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sprach sein Beileid um einen „Ausnahme-Politiker“ aus. Sein Name werde auf alle Zeit verbunden bleiben mit der Wiedervereinigung Deutschlands. „Als langjähriges Mitglied seines Bundeskabinetts macht mich sein Tod auch ganz persönlich sehr betroffen“, schrieb Seehofer.

Von

sdm

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