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20.07.2011

19:00 Uhr

Rechnungshof-Kritik

Bundeswehr verschwendet Milliarden mit Fuhrpark

VonRüdiger Scheidges

ExklusivDer Bundesrechnungshof rügt massives Missmanagement: Milliarden können nicht eingespart werden, weil die Bundeswehr ihren Riesenfuhrpark weiter behält - dabei wird nicht einmal die Hälfte der Fahrzeuge noch gebraucht.

Neue Fahrzeuge der Bundswehr. Quelle: ap

Neue Fahrzeuge der Bundswehr.

BerlinDie Bundeswehr verschwendet seit Jahren Milliardensummen, weil sie nicht in der Lage ist, ihren gigantischen Fuhrpark fristgerecht und im angestrebten Umfang zu reduzieren. Das hat jetzt der Bundesrechnungshof gerügt. Der Bericht, der dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) vorliegt, zählt nicht nur Versäumnisse des Bundeswehrmanagements beim Abbau der einst 108.000 zivilen und teilmilitärischen Fahrzeuge auf.

Die Prüfer benennen auch die folgenreichen Konsequenzen der „nicht erzielten Einsparungen in Milliardenhöhe“ für die deutschen Truppen im Einsatz: „Damit ließen sich neue, dringend benötigte geschützte Fahrzeuge und weitere einsatzwichtige Ausrüstungen beschaffen.“

Noch immer, so die Zahlen der Rechnungsprüfer, weist der zivile und teilmilitärische Fuhrpark 72.000 Fahrzeuge auf, der von insgesamt 25.000 Beschäftigten betreut werde. Gebraucht würden mittlerweile aber nur noch 30.000 Fahrzeuge.

Außerdem rügt der Rechnungshof in seinem Schreiben an das Parlament, dass die Bundeswehr trotz der eigens gegründeten privaten Fuhrpark-Gesellschaft das Gros des Fuhrparks wie vor zehn Jahren weiterhin selbst betreut. „Diese Doppelorganisation bedeutet Ausgaben in Höhe von jährlich zwei Milliarden Euro“, kritisieren die Rechnungsprüfer das Missmanagement.. Sie ziehen aus ihren umfangreichen Prüfungen das  Fazit: „Damit ist die mit der Privatisierung verbundene Absicht gescheitert, das Fahrzeugmanagement weitgehend zu übertragen.“

Kommentare (13)

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20.07.2011, 19:10 Uhr

Warum ist das so schwer? Bei einer Firma wären jetzt schon Köpfe gerollt..

Thomas-Melber-Stuttgart

20.07.2011, 19:35 Uhr

Am besten die Bundeswehr in einen Verteidigungsdienstleister umbauen! Im Ernst: manche Fahrzeuge müssen eben auch vorgehalten werden; darüberhinaus lassen sich nicht alle im Leasing nutzen.

deMaiziere

20.07.2011, 19:46 Uhr

Dann sollten wir die nicht benötigte Hälfte der Fahrzeuge nach Afghanistan schicken. So ein Leo taugt zum Brunnenbohren einfach besser als die Unimogs, das haben auch die Saudis erkannt. Wenn der Krieg dann gewo... Wenn wir dann überall fließend Wasser haben kann man die Dinger ja lassen wo sie sind.

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