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14.11.2011

01:08 Uhr

Rechter Terror

Bayerns Innenminister für neues NPD-Verbotsverfahren

Angesichts der rechtsextremen Mordserie hat sich Bayerns Innenminister Herrmann für ein neues NPD-Verbotsverfahren ausgesprochen. CDU-Innenpolitiker Bosbach warnt hingegen vor einem neuen Vorstoß.

NPD-Anhänger tragen Fahnen der rechtsextremistischen Partei bei einer Demonstration. ap

NPD-Anhänger tragen Fahnen der rechtsextremistischen Partei bei einer Demonstration.

Berlin/KölnBayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich angesichts der derzeitigen Ermittlungen zu den sogenannten Dönerbuden-Morden für ein neues NPD-Verbotsverfahren ausgesprochen. "Ich bin dafür, dass wir das NPD-Verbot wieder auf die Tagesordnung setzen", sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Günther Jauch". Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe müsse die rechtlichen Hürden für ein solches Verfahren überdenken, fügte er hinzu. Auch Grünen-Chef Cem Özdemir sagte in der Sendung, es müsse "ernsthaft über das NPD-Verbot" nachgedacht werden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). dapd

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach warnte im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" indes vor einem neuen Verbotsverfahren. "Ein erneutes Verfahren würde Jahre dauern." Wenn in immer kürzeren Abständen ein solcher Schritt gefordert werde, der dann doch nicht komme, hinterlasse der Staat einen "hilf- und kraftlosen Eindruck", sagte Bosbach. Seit der Entscheidung des Karlsruher Gerichts 2003 befinde sich der Staat in einem "Dilemma". "Einerseits verlangt das Gericht, dass vor einem neuen Antrag alle V-Leute abgezogen werden. Andererseits sind wir zu Beobachtung und Gefahrenabwehr dringend auf Infos aus dem Innenleben der Partei angewiesen", sagte der Politiker der Zeitung.

Ein Verbotsverfahren gegen die NPD war 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Grund waren damals Bedenken des Gerichts wegen des Einsatzes von V-Leuten der Verfassungsschutzbehörden in der NPD. Seither gab es mehrfach Diskussionen über einen neuen Versuch, die rechtsextreme Partei zu verbieten. Derzeit erschüttern Ermittlungen zu einer Reihe von Morden vor allem an ausländischen Kleinunternehmern die Republik, die von einer rechtsextremistischen Gruppe begangen worden sein könnten.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.11.2011, 06:14 Uhr

Würde bitte jemand Herrn Minister Herrmann erklären, dass es mit einem Parteienverbot nicht getan ist, weil die allermeisten Extremisten sich einen Scheiß um Parteipolitik scheren, und eine wiederholter Versuch eine solch langwieriges Verfahren nur für weiters Gelächter bei den NPDlern sorgt.

MaWo

14.11.2011, 12:43 Uhr

Hallo,
das Problem ist nur; auch Radikale Gruppen erhalten Zulauf, wenn die "normale" Politik versagt.
Letzteres dürfte längst durch die Realität bestätigt sein.

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