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28.12.2016

16:34 Uhr

Rechtsterrorismus

Auch 2016 mehr als 900 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

Fast drei Angriffe pro Tag: Auch in diesem Jahr waren die Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte besonders zahlreich. Im Vergleich zu 2014 hat sich die Zahl der Angriffe nahezu verfünffacht.

Ausgebrannte Wohncontainer einer Flüchtlingsunterkunft sind in Hamburg-Bergedorf zu sehen. Wie schon im Jahr zuvor kam es 2016 besonders häufig zu Angriffen auf Asylunterkünfte. dpa

Hamburger Flüchtlingsunterkunft in Brand

Ausgebrannte Wohncontainer einer Flüchtlingsunterkunft sind in Hamburg-Bergedorf zu sehen. Wie schon im Jahr zuvor kam es 2016 besonders häufig zu Angriffen auf Asylunterkünfte.

BerlinAuch im zu Ende gehenden Jahr hat es wieder mehr als 900 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Bis zum 27. Dezember seien bundesweit 921 solcher Attacken registriert worden, berichtete die „Welt“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamts (BKA). In 857 Fällen gab es demnach einen rechtsradikalen Hintergrund.

Im Gesamtjahr 2015 hatte das BKA 1031 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte verzeichnet. Davon wurde 923 ein rechtsradikaler Hintergrund zugeordnet. Die Angaben lassen sich nur bedingt vergleichen, da sich die Zahlen für 2016 noch durch nachträgliche Registrierungen erhöhen dürften.

Von den für 2016 erfassten Straftaten handelte es sich in 152 Fällen um Gewaltdelikte. Darunter waren dem Bericht zufolge 66 Brandstiftungen. Gegen drei Männer, die in der Nacht zum 13. Dezember Molotowcocktails auf das umzäunte Gelände eines Asylbewerberheims im sächsischen Bautzen geworfen haben sollen, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch Haftbefehl erlassen.

Insgesamt lag die Zahl der Attacken gegen Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 jeweils um ein Vielfaches über dem Stand von 2014. Damals waren 199 Angriffe registriert worden, davon 177 mit rechtsextremem Hintergrund.

Von einer „erschreckend hohen Zahl“ sprach mit Blick auf die aktuellen Angaben SPD-Fraktionsvize Eva Högl. „Da besteht Handlungsbedarf“, sagte sie der „Welt“.

Die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic gab CSU-Chef Horst Seehofer eine Mitschuld an den Straftaten. Wer wie Seehofer etwa nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag von Berlin "gleich wieder mit dem Finger auf Flüchtlinge zeigt, gibt den Nazi-Attentätern doch gleich Stichworte an die Hand".

Von

afp

Kommentare (12)

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Herr Peer Kabus

28.12.2016, 17:38 Uhr

Von DPA wurde ein leichter Rückgang in 2016 im Vergleich zum Vorjahr gemeldet.

Das HB zieht offensichtlich lieber Vergleiche zu Jahren, mit denen sich eine andere „Wahrheit“ darstellen lässt. Nicht anders sah die „Mitbejubelung“ von der enormen Masse an ausgereisten „Schutzsuchenden“ im Vergleich zum Jahr 2000 (vor/seit 16 Jahren) aus.

Aber wenn man als HB der Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic eine mediale Plattform bieten will, die kurzentschlossen eine Falschnachricht im Zusammenhang mit dem Zahlenwerk über das HB verbreitet, indem dieses grüne Intelligenzmonster Seehofer eine Mitschuld an den Straftaten wegen z. B. dessen Zeigen auf die „Flüchtlinge“ nach dem Weihnachtsmarktanschlag gab, muss man natürlich die Version des HB zur „Wahrheit“ zum Besten geben.

Zu dumm nur, dass das HB nicht erkannt hat, dass das Zeigen mit dem Finger auf „Flüchtlinge“ durch Seehofer nach dem Weihnachtsmarktanschlag wohl sicher nicht rückwirkend die Zahl der Straftaten erhöht haben kann, und das HB damit übliches dummes Geschwätz von Berufspolitikern ungefiltert mit verbreitet.

Ebenfalls zu dumm, dass die Zensoren des HB noch nicht den sich anbahnenden Meinungsumschwung bei Frau Meckel und Herrn Steingart mitbekommen haben.

Ali Baba

28.12.2016, 17:47 Uhr

Furchterlich auch Ali Blasi am Aschi.

Herr Peer Kabus

28.12.2016, 17:51 Uhr

Wie sieht eigentlich der direkte Vergleich mit linksextremen Straftaten aus?

Inkl. strafbarer „Hetze“ durch Parolen schmieren. Kein Interesse bei der systemtreuen Presse?

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