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23.05.2013

20:53 Uhr

Rede in Paris

Bundesbank-Chef drängt Frankreich zum Sparen

Frankreich müsse mehr Disziplin an den Tag legen, meint Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Dem Land mehr Zeit zur Bewältigung seines Haushaltsdefizits einzuräumen, sei falsch.

Bundesbank-Präsident Weidmann: Frankreich nicht mehr Zeit zum Sparen geben. Reuters

Bundesbank-Präsident Weidmann: Frankreich nicht mehr Zeit zum Sparen geben.

Paris/FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Frankreich zu mehr Sparsamkeit ermahnt. Zwar sei es anerkennenswert, dass das Nachbarland sein strukturelles Defizit in den vergangenen Jahren verringert habe. „Mit Blick auf die weiterhin bestehenden Herausforderungen in der Fiskalpolitik halte ich es aber für geboten, die bestehenden Regeln zum Defizitabbau einzuhalten“, sagte Weidmann am Donnerstagabend in Paris. Die Glaubwürdigkeit der neuen Regeln dürfe nicht dadurch in Frage gestellt werden, „dass deren Flexibilität direkt bei der ersten Belastungsprobe voll ausgereizt wird“.

Die EU-Kommission rechnet für kommendes Jahr mit einem Anstieg des französischen Haushaltsdefizits auf 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Sie hat vorgeschlagen, der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone zwei weitere Jahre einzuräumen, um ihr Defizit unter die zulässige Höchstmarke von drei Prozent zu senken.

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Weidmann geht das zu weit: „Aus meiner Sicht schadet übermäßige Flexibilität in der Fiskalpolitik mehr, als sie nützt.“ Er erinnerte an die Aufweichung des Stabilitäts- und Wachstumspakts 2005, als Deutschland und Frankreich gemeinsam den Vertrag ausgehebelt hatten. Dies habe auch zu den Problemen beigetragen, „mit denen wir heute zu kämpfen haben“, sagte Weidmann zu Beginn eines zweitägigen Frankreich-Besuchs in der deutschen Botschaft in Paris.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

23.05.2013, 21:05 Uhr

Ich hatte eine Traum... die Bundesbank, geleitet durch Paul Volcker, erhöht am Samstagnachmittag den Leitzins auf 7% und sagt den Börsenheinis, Schuldentrotteln, Defizitpolitikern und Pleiteländern "Wir sehen uns am Montag".

europagraus

23.05.2013, 21:13 Uhr

Ihr Traum wird wohl einer bleiben, und, ob es ein Alptraum wäre lassen wir mal offen. Jedenfalls ein Hoch auf Jens Weidmann, der als Einziger den Finger immer wieder in die europäischen Wunden legt. Würden doch nur unsere Politiker 10 % von solchem Rückgrad haben, dann wäre die Euro Krise gelöst und die würden zahlen, die das Maul zu voll genommen haben - in ihren Ländern.

pool

23.05.2013, 21:48 Uhr

Ob mir das wohl auf die Nerven gehen würde, wenn mir dauernd ein französischer Banker ins Ohr quatscht?

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