Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2014

18:12 Uhr

Rede in Wildbad Kreuth

Seehofer will kontroverse Debatten vor Wahlen eindämmen

Alles bestens, alles in Ordnung: Nach ihrem Energie-Zwist üben sich Horst Seehofer und Ilse Aigner in Kreuth in Harmonie. Angesichts der bevorstehenden Wahlen fordert der CSU-Chef, die Reihen zu schließen.

Seehofer sagte in seiner gut einstündigen Rede, Grundlage für die Erfolge bei der Landtags- und der Bundestagswahl im vergangenen Jahr sei die große Geschlossenheit der CSU gewesen. (Archivbild) dpa

Seehofer sagte in seiner gut einstündigen Rede, Grundlage für die Erfolge bei der Landtags- und der Bundestagswahl im vergangenen Jahr sei die große Geschlossenheit der CSU gewesen. (Archivbild)

KreuthNach dem Konflikt mit seiner Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat CSU-Chef Horst Seehofer seine Partei angesichts der Kommunal- und Europawahlen eindringlich zur Geschlossenheit ermahnt. In seiner Rede auf der Winterklausur der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth machte er deshalb am Mittwoch deutlich, dass er strittige Debatten wie zuletzt um die Energiewende nicht abwürgen, aber lang anhaltende Diskussionen vermeiden will.

„Ich kann acht Wochen vor einer kleinen Landtagswahl überhaupt keine kontroversen Debatten zulassen“, sagte Seehofer nach Teilnehmerangaben – damit meinte er die Kommunalwahl am 16. März, die für die CSU enorme Bedeutung hat.

Am zweiten Klausurtag beschlossen die Abgeordneten unter anderem ein Papier, in dem sie eine zurückhaltende und sparsame Auslegung des Koalitionsvertrages bei Rente und Mindestlohn fordern. Zudem sprachen sie mit US-Botschafter John B. Emerson über die NSA-Spähaffäre.

Seehofer sagte in seiner gut einstündigen Rede, Grundlage für die Erfolge bei der Landtags- und der Bundestagswahl im vergangenen Jahr sei die große Geschlossenheit der CSU gewesen. „Die erste Saison nach einer Meisterschaft ist die schwierigste“, fügte er hinzu. Und das Ergebnis der Europawahl im Mai werde die Stimmung über einen langen Zeitraum prägen. Danach folgt erst wieder die Bundestagswahl 2017.

Seehofer und Aigner übten sich nach ihrem Disput über die Finanzierung der Energiewende in demonstrativer Einigkeit. Seehofer legte für die Kameras extra den Arm um Aigner. Nach Seehofer versuchte auch Aigner, den Streit herunterzuspielen. „Eine Sachfrage, die inhaltlich diskutiert wird, als eine Machtfrage hochzustilisieren, halte ich für etwas an den Haaren herbeigezogen“, sagte die ehemalige Bundesagrarministerin. Es sei normal, dass eine Ministerin eine Vorlage mache, über die im Kabinett gesprochen werde.

Aigner hatte sich in einem Energie-Papier dafür ausgesprochen, die steigenden Kosten der Energiewende auf Pump zu finanzieren – und war von Seehofer ausgebremst worden. Daraufhin hatte sie in einem Interview gesagt, es reiche nicht, immer nur Nein zu sagen. „Das war nicht auf Horst Seehofer bezogen“, betonte sie nun. Es sei ihr darum gegangen, dass man bei der Energiewende Lösungen brauche. Zudem habe sie die entsprechende Kabinettsvorlage nicht an die Medien gegeben. Wegen des Disputs hatte Seehofer seine Rede in Kreuth verschoben.

Auf die Frage, ob sie nun immer noch eine Kronprinzessin Seehofers sei, sagte Aigner, das sei eine mehr als lächerliche Diskussion. „Wir haben einen guten Ministerpräsidenten, den haben wir auf alle Fälle für die nächsten Jahre. Dann gibt es Neuwahlen. Und deshalb stellt sich diese Frage überhaupt nicht“, betonte Aigner. Und fügte hinzu: „Abgesehen davon haben wir keinen König.“

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KDM

08.01.2014, 19:40 Uhr

Frei nach Priol: "Wenn hoch die Kanzel und tief der Verstand, bist du im schönen Bayernland."

Rentner

09.01.2014, 12:00 Uhr

... in dem sie eine zurückhaltende und sparsame Auslegung des Koalitionsvertrages bei Rente und Mindestlohn fordern.
Ach so !! man kann den Koalitionsvertrag auslegen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×