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11.01.2008

12:09 Uhr

Rede vor SPD-Fraktion

Grass kritisiert Koch und Lafontaine als „Demagogen“

Literaturnobelpreis-Träger Günter Grass hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und den Chef der Linkspartei Oskar Lafontaine als Demagogen attackiert. Bei einem Besuch der SPD-Fraktion drängte er die Sozialdemokraten dazu, in solchen Fragen klarer Stellung zu beziehen.

Der Nobelpreisträger für Literatur, Günter Grass (l.), mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck (r.). Foto: ap ap

Der Nobelpreisträger für Literatur, Günter Grass (l.), mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck (r.). Foto: ap

HB BERLIN. „In einer Zeit, in der die Demagogen meinen, ihre Stunde habe wieder geschlagen, muss man schon ein kräftiges Wort einlegen, ob es nun Herr Koch in Hessen ist oder Lafontaine auf der anderen Seite“, sagte der Schriftsteller nach einem Besuch in der SPD-Fraktion in Berlin.

Parteichef Kurt Beck wertete Grass' Rede als Ansporn für mehr Einsatz für sozialdemokratische Ziele. Die SPD-Abgeordneten, die bei einer Klausur die Planung für 2008 berieten, applaudierten stehend. Nach Teilnehmerangaben sprach Grass in einer rund halbstündigen Rede über Kinderarmut, Ganztagsschulen und das Urheberrecht. Weiter forderte er ein Hausverbot für Lobbyisten und prangerte die weltweite Ungerechtigkeit an.

Fraktionschef Peter Struck erinnerte daran, dass Grass zuletzt vor 34 Jahren auf Einladung des damaligen Fraktionschefs Herbert Wehner in der Fraktion gesprochen habe. Er hatte auch für die SPD-Kanzler Willy Brandt und Gerhard Schröder Wahlkampf gemacht. Grass sagte, er würde gerne wieder in die SPD eintreten, könne dies aber nicht tun, solange die Verschärfung der Asylgesetze noch gelte. Wegen dieser Gesetze hatte Grass in den 90er Jahren die Partei verlassen.

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