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25.01.2011

22:09 Uhr

Reederei Beluga Shipping

Piraten entern deutsches Frachtschiff

Erneut ist ein deutsches Frachtschiff von Piraten entführt worden. Die Reederei beklagt nun vor allem fehlende militärische Unterstützung. Die Notrufe der Besatzung seien unbeantwortet geblieben.

Das Frachtschiff MV Beluga Nomination. Quelle: Reuters

Das Frachtschiff MV Beluga Nomination.

BremenPiraten haben im Indischen Ozean erneut ein deutsches Frachtschiff entführt. Wie die Bremer Reederei Beluga Shipping am Dienstag mitteilte, wurde ihre „Beluga Nomination“ bereits am Samstag attackiert und gekapert. Die zwölfköpfige Besatzung befinde sich in akuter Gefahr. Beluga-Chef Niels Stolberg kritisierte, dass die Mannschaft trotz eines Notrufs keine militärische Unterstützung erhalten habe, auch nicht von der EU-Mission Atalanta.

Offenbar hat kein Kriegsschiff der EU-Mission zur Verfügung gestanden, weil alle fraglichen Einheiten zur Reparatur im Hafen lagen oder Treibstoff bunkern mussten, wie der Bremer „Weser-Kurier“ (Mittwochausgabe) vorab berichtete. Dies habe die Zeitung aus Branchenkreisen erfahren.    Die „Beluga Nomination“ ist nach Reederei-Angaben am Samstagmittag rund 800 Seemeilen nördlich der Seychellen von Piraten angegriffen worden.

Die Mannschaft besteht aus einem polnischen Kapitän, zwei Ukrainern, zwei Russen und sieben Filipinos. Sie habe einen Notruf abgegeben, sei dann in einen mit schweren Stahlschotten ausgerüsteten Sicherheitsraum gegangen und habe vergeblich auf Hilfe gehofft. „Wir können uns nicht erklären, warum innerhalb der zweieinhalb Tage, in denen sich die Mannschaft im Sicherheitsraum versteckt hatte, keine Hilfe von außen angeboten werden konnte“, erklärte Reeder Stolberg.    Zwtl: Hilfe nur von den Seychellen    Das Gebiet liegt nach Reedereiangaben fernab der Hochrisikozone am Horn von Afrika.

Ein Aufklärungsflugzeug der Küstenwache des Inselstaates Seychellen sei am Montag zu dem Frachter geflogen und habe bestätigt, dass sich weiterhin Piraten an Bord befinden. Gesichtet wurden demnach mindestens vier Seeräuber, denen es zwischenzeitlich auch gelungen war, mit professionellem Gerät in den Sicherheitsraum einzudringen und die Kontrolle des Schiffes zu übernehmen.

Nach Angaben des „Weser-Kuriers“ ist der Funkkontakt zur Besatzung abgebrochen.    Ein Patrouillenboot der Küstenwache hat die „Beluga Nomination“, die die somalische Küste ansteuert, am Dienstag mit einigen Meilen Abstand verfolgt. Die Eskorte musste nach Beluga-Angaben jedoch aufgrund schlechten Wetters abgebrochen werden. „Aus Bremen wird alles getan, um ein schnelles Ende der Kaperung herbeizuführen“, sagte Stolberg.    

Die „Beluga Nomination“ ist 132 Meter lang und fährt unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda. Sie war auf dem Weg von Malta über die Seychellen und Indien ins südkoreanische Masan. Die Reederei investiert nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro im Jahr in die Sicherheitsausstattung der Flotte, steigende Versicherungssummen und das Training der Crew.             

Von

dapd

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